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Plakatmotiv: Meteor (1979)

Ein mäßig spannender Abenteuerfilm
über eine durchaus reale Bedrohung

Titel Meteor
(Meteor)
Drehbuch Stanley Mann & Edmund H. North
Regie Ronald Neame, USA 1979
Darsteller

Sean Connery, Natalie Wood, Karl Malden, Brian Keith, Martin Landau, Trevor Howard, Richard Dysart, Henry Fonda, Joseph Campanella, Bo Brundin, Katherine De Hetre, James G. Richardson, Roger Robinson, Michael Zaslow, John McKinney, John Findlater, Paul Tulley, Allen Williams u.a.

Genre Katastrophe, Drama
Filmlänge 108 Minuten
Deutschlandstart
21. February 1980
Inhalt

Ein neuentdeckter Komet ist im Asteroidengürtel mit dem Asteroiden Orpheus kollidiert. Für die Astronauten der Raumfähre Challenger II endet die Kollision tödlich, da die Raumfähre von einem der Bruchstücke getroffen wird.

Ein weitaus größeres Problem ist aber, dass Reststücke von Orpheus auf die Erde zusteuern, darunter eines von acht Kilometern Breite, dessen Einschlag in sechs Tagen erwartet wird. Findet man bis dahin keine Lösung, hätte das eine globale Katastrophe und eine neue Eiszeit zur Folge. Sherwood holt sich deshalb den Wissenschaftler Dr. Paul Bradley zu Hilfe, der bis vor fünf Jahren für die NASA gearbeitet und für die Abwehr solcher Gefahren den mit Atomraketen bewaffneten Satelliten Hercules entwickelt hat …

Was zu sagen wäre

Die Erde steht vor dem sicheren Untergang und die beiden Nationen, die etwas dagegen tun könnten, spielen politische Spielchen und streiten sich ums recht haben. Plakatmotiv: Meteor (1979) Theoretisch hätten die USA die Möglichkeit, den Meteor zu zerstören, sie haben im Erd-Orbit heimlich einen mit Atomraketen bestückten Satelliten stationiert, der für genau solche Fälle gebaut wurde – nur haben die Militärs in Washington die Raketen dieses Satelliten allerdings auf die Sowjetunion und China ausgerichtet. Schließlich herrscht Kalter Krieg. Die Russen sind aber nicht besser. Die haben nämlich auch so einen Satelliten für die Kometenbekämpfung gebaut und dessen Raketen doch lieber auf den amerikanischen Klassenfeind ausgerichtet. Weil aber alle Welt abstreitet, solch einen Satelliten zu haben, vergeht erst einmal ordentlich Filmzeit, in der sich Politiker, die von namhaften Schauspielern zurückliegender Kinodekaden gespielt werden, um die Förmchen der Macht streiten, während ein Gesteinsbrocken durch die Dunkelheit des Alls treibt und sonst nicht viel passiert.

Mit "Meteor" liefert Ronald Neame (Die Akte Odessa – 1974; Die Höllenfahrt der Poseidon – 1972) einen verspäteten Vertreter des Katastrophenfilmgenres, erkennbar schon allein daran, dass lauter weltberühmte Namen auf dem Filmplakat stehen, die im Film dann kurze Auftritte haben. Henry Fonda hat ein paar pathetische Auftritte als US-Präsident im Oval Office (Fedora – 1978; Mein Name ist Nobody – 1973; Sie möchten Giganten sein – 1970; Nur noch 72 Stunden – 1968; Spiel mir das Lied vom Tod – 1967; Höchster Einsatz in Laredo – 1966; Die Panzerschlacht in den Ardennen – 1965; Das war der Wilde Westen – 1962; Der längste Tag – 1962; Sturm über Washington – 1962; Warlock – 1959; Der Stern des Gesetzes – 1957; Die zwölf Geschworenen – 1957; Der falsche Mann – 1956; Krieg und Frieden – 1956; Bis zum letzten Mann – 1948; Faustrecht der Prärie – 1946; Ritt zum Ox-Bow – 1942; Rache für Jesse James – 1940; Früchte des Zorns – 1940; Trommeln am Mohawk – 1939; Der junge Mr. Lincoln – 1939; Jesse James – Mann ohne Gesetz – 1939), Trevor Howard, großer Darsteller britischer Offiziersrollen in den 50er und 60er Jahren (Superman – Der Film – 1978; Drei Fremdenlegionäre – 1977; Spion zwischen zwei Fronten – 1966; Mohn ist auch eine Blume – 1966; Morituri – 1965; Colonel von Ryans Express – 1965; Meuterei auf der Bounty – 1962; "Der dritte Mann" – 1949; Begegnung – 1945) ist überhaupt nur über einen Monitor in die Krisenzentrale zugeschaltet, und Martin Landau darf einen beleidigten General in blauer Uniform spielen, dem sein Spielzeug weggenommen wird.

Sean Connery spielt die Hauptrolle (Der große Eisenbahnraub – 1978; Die Brücke von Arnheim – 1977; Robin und Marian – 1976; Der Mann, der König sein wollte – 1975; Der Wind und der Löwe" – 1975; Die Uhr läuft ab – 1975; Mord im Orient-Express – 1974; Zardoz – 1974; James Bond 007 – Diamantenfieber – 1971; Das rote Zelt – 1969; James Bond – Man lebt nur zweimal – 1967; James Bond – Feuerball – 1965; James Bond – Goldfinger – 1964; Marnie – 1964; Die Strohpuppe – 1964; James Bond – Liebesgrüße aus Moskau – 1963; James Bond 007 jagt Dr. No – 1962; Der längste Tag – 1962). Er trägt im film viel schlechte Laune vor sich her und gibt knurrig den integren Menschen, der die Welt retten wird – und der einst die NASA empört verließ, als seine Erfindung, eben jener Anti-Meteor-Satellit militärisch zweckentfremdet wurde. Damit ist sein moralisch einwandfreies Standing im Film zementiert. Dass er Frau und zwei Kinder verlassen hat, weil man sich einfach nichts mehr zu sagen gehabt habe und er sofort mit der sowjetische Dolmetscherin anbandelt, die von Natalie Wood etwas hölzern verkörpert wird (Bill McKay – Der Kandidat – 1972; Das große Rennen rund um die Welt – 1965; West Side Story – 1961; Plakatmotiv (US): Meteor (1979) Der schwarze Falke – 1956; …denn sie wissen nicht, was sie tun – 1955), fällt da nicht mehr in die moralische Waagschale.

Das größte Problem für diesen Katastrophenfilm bringt schon der Filmtitel auf den Punkt: "Meteor". Es kommt da ein Meteor auf die Erde zu und wenn der einschlägt, gibt es ein gewaltiges Feuerwerk. Filmisch gibt das für einen 100-minütigen Film noch nicht so viel her. Also erfinden die Drehbuchautoren Meteoritensplitter, die bildwirksam in den Alpen einkrachen, wo sie eine gewaltige Lawine auslösen, die tausende menschen unter sich begräbt; die im chinesischen Meer einen Tsunami auslösen, der Hongkong verschlingt; und ein Splitter rast mitten durch die Zwillingstürme des World Trade Centers und zerstört Manhattan.

Ronald Neame, dem mehr für seine Katastrophen nicht zur Verfügung steht, er seinen Film also mit ausuferndem Raketenballett (müssen eigentlich seit der Odyssee im Weltraum von Stanley Kubrick zwingend immer Satelliten und Raketen im All zu klassischer Musik inszeniert werden?), streitenden Wissenschaftlern vor Computermonitoren und ein wenig Herzschmerz füllen muss, macht diese einschlage mit einem Kniff hochdramatisch. Er zeigt uns jeweils eine kleine Gruppe Menschen, die lachend in einer Almhütte sitzen, ohne, dass wir sie sprechen hören müssen; in Hongkong lernen wir ein junges Paar mit Kleinkind kennen, das auf der Flucht vor dem Tsunami auch seinen kleinen Hund nicht zurücklässt. Solche Randfiguren ohne Namen und ohne Dialog, die wenige Minuten später tot sind, bringen uns die abstrakte Katastrophe, die mit eher mittelmäßigen Spezialeffekten präsentiert wird, ganz nahe. Im Kinosessel bekommen wir selbst in diesem reichlich oberflächlichen Stargetümmel eine Idee davon, was es heißt, wenn so ein Meteor kommt.

Aufregend ist der Film trotz seiner Thematik nicht. Die amerikanisch-russischen Spielchen werden nicht weiter diskutiert und sind bald vergessen, die russischen Atomraketen sind Fehleranfälliger als die US-Raketen und irgendwann haben wir uns an den immer noch auf den Gesteinsbrocken zufliegenden Raketen, die immer eingeblendet werden, wenn das Drehbuch auf der erde gerade nicht voran kommt, satt gesehen.

Als die Welt gerettet ist – und dass sie gerettet wird, versteht sich be dieser Art Film von selbst – knattern die Flaggen von USA und UdSSR nebeneinander im Sonnenlicht, drückt der moralisch integre Satellitenbauer der russischen Dolmetscherin ungefragt einen Kuss auf den Mund und sind alle glücklich. Und der Kalte Krieg geht weiter – jetzt wieder ohne Bedrohung aus dem All.

Wertung: 5 von 9 D-Mark
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