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Kinoplakat: R.E.D. - Älter. Härter. Besser.
Rasante Comic-Action
Extremly einfallsreich
Titel R.E.D. - Älter. Härter. Besser
(R.E.D.)
Drehbuch Jon Hoeber + Erich Hoeber
nach den Graphic Novels von Warren Ellis & Cully Hamner
Regie Robert Schwentke, USA 2010
Darsteller Bruce Willis, John Malkovich, Helen Mirren, Mary-Louise Parker, Morgan Freeman, Karl Urban, Richard Dreyfuss, Ernest Borgnine, Rebecca Pidgeon, Chris Owens, Jaqueline Fleming, Randy Wade Kelley, Jason Giuliano, Alec Rayme, Lawrence Turner, Emily Kuroda, Joe Chrest, Justine Wachsberger, Tara Yelland, Jefferson Brown u.a.
Genre Action
Filmlänge 111 Minuten
Deutschlandstart
28. Oktober 2010
Inhalt
Franks einziger Freund in seinem Rentner-Dasein ist der Anruf bei Sarah Ross, seiner Sachbearbeiterin bei der Rentenkasse. Dafür zerreist er auch regelmäßig den Scheck, der von dort kommt; um sie häufiger anrufen zu können.

Frank Moses ist Rentner. Er sitzt in einem leeren Haus, alleine und ist auch der einzige, der keinen Weihnachtsschmuck am Haus hat. Frank ist ein einsamer, gelangweilter Mann. Da muss man es als gelungene Abwechslung begreifen, dass eines Nachts ein Killerkommando sein Haus überfällt, um ihn auszuschalten. Statt dessen schaltet dann Frank Moses das mehrkopfige Killerkomando aus.

Frank war mal Top-Agent der CIA im Außeneinsatz und hat nichts verlernt. Bei der CIA wird er in der R.E.D.-Akte geführt - Retired, extremly dangerous. Dass das zutrifft, lernt der junge, aufstrebende Agent William Cooper schnell, als er Frank beseitigen soll – er kommandierte das Killerkommando. Warum er Frank beseitigen soll, weiß er nicht, er hatte bisher nie das Gefühl, Befehle hinterfragen zu müssen.

Frank hat sich mittlerweile abgesetzt, hat seine Sachbearbeiterin Sarah abgepasst und sie kurzerhand entführt – zu ihrem eigenen Schutz, wie er sagt. Sie hätten mehrmals telefoniert und nun müsse er davon ausgehen, dass sie ebenfalls auf der Abschussliste stehe. „Auf welcher Abschussliste”, fragt die Frau, die in ihrer einsamen Freizeit romantische Agentenromane liest, wie sie im Supermarkt an der Kasse im Regal stehen.

Worum es genau geht, ist schwer herauszufinden. Da ist es von Vorteil, dass die Sachbearbeiterin der Rentenkasse sich ziemlich unerschrocken in die Recherche stürzt, sodass bald raus ist: Es hängt irgendwie mit einem alten Einsatz in Guatemala zusammen, an dem Frank damals beteiligt war – damals starb ein Haufen guter Männer in einem Hinterhalt und der Mann-im-Dunkeln verschwand spurlos, ein Amerikaner, so viel immerhin ist klar. Die beiden finden eine neue Liste mit Namen. Die meisten tot.

Alleine kommen sie nicht weiter. also holt Frank sukzessive seine alte Truppe wieder zusammen - alle R.E.D. Und plötzlich spüren einige Herren in Washington Feuer unterm Hinterm …

Was zu sagen wäre

Extremley funny. Ein Überraschungshit. Was all die hoch gehandelten Action-Knaller aus dem Sommer 2010 versprachen, diese Comicverfilmung hält es: Spaß! Spannung! Abenteuer! Und sehr gut aufgelegte Hauptdarsteller. Bruce Willis (Surrogates- 2009; Stirb Langsam - 1988) charmant abgeklärt! Helen Mirren (Die Queen - 2006) mörderisch erotisch, Mary-Louise Parker („Grüne Tomaten” - 1991) zum Anbeißen cool, Morgan Freeman (BATMAN: The Dark Knight - 2008) melancholisch abgeklärt und John Malkovich („Burn after Reading“ - 2008) die Summe seiner schönsten Rollen. Wunderbar.

Robert Schwentke inszeniert mit Auge fürs Detail – überraschend nach seinem sehr mäßigen Debut „Flightplan - Ohne jede Spur“ (2005) – und holt aus einer, nun ja … eher dünnen Story erstaunlich intelligente Ideen und Brüller-Dialoge. Was soll ich mehr sagen: Es macht irre Spaß, diesen fünf Hochkarätern dabei zuzusehen, wie sie ihr in den 1980er-Jahren geformtes Image aufs 21. Jahrhundert updaten und extremly relaxed die arroganten Jung-Spunde auf die Plätze verweisen.

Schönste Montage-Idee: Die großen Schauplatzwechsel werden über Urlaubspostkarten erzählt, die bisweilen Gags-im-Gag-präsentieren. Da kommen mir die Ortswechsel aus Up in the Air (USA 2009) doch extremly bemüht vor.

Schönste Idee: Das Engagement von Ernest Borgnine, OSCAR-Preisträger und Haudegen aus dem Hollywoodkino der 50er, 60er und 70er Jahre (Die Klapperschlange – 1981; „Der Tag, an dem die Welt unterging“ – 1980; Das schwarze Loch – 1979; „Convoy“ – 1978; Die Höllenfahrt der Poseidon – 1972; The Wild Bunch – 1969; Eisstation Zebra – 1968; Das dreckige Dutzend – 1967; Der Flug des Phoenix – 1965; Die Wikinger – 1958; „Die Gladiatoren“ – 1954; „Verdammt in alle Ewigkeit“ – 1953), als Leiter des Archivs der R.E.D. Einfach schön!

Wertung: 7 von 7 €uro
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