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Plakatmotiv: Denn zum Küssen sind sie da (1997)

Ein Serienkiller-Thriller
Er sammelt mal wieder …

Titel … denn zum Küssen sind sie da
(Kiss the Girls)
Drehbuch David Klass
nach dem Roman von James Patterson
Regie Gary Fleder, USA 1997
Darsteller

Morgan Freeman, Ashley Judd, Cary Elwes, Alex McArthur, Tony Goldwyn, Jay O. Sanders,Bill Nunn, Brian Cox, Richard T. Jones, Roma Maffia, Jeremy Piven, Gina Ravera u.a.

Genre Thriller, Crime
Filmlänge 115 Minuten
Deutschlandstart
5. März 1998
Inhalt

Polizeipsychologe Alex Cross wird nach North Carolina gerufen, wo seine Nichte gekidnappt wurde. Sie ist nur eine von sieben Frauen, die vermisst und von dem Serienkiller "Casanova" gefangen gehalten werden – in einem Waldloch. Cross tappt im Dunkeln.

Dann gelingt einer der festgehaltenen Frauen die Flucht aus dem feuchten Versteck. Ihre Aussage führt auf die Spur Casanovas. Dem Polizeipsychologen wird klar: „Der Mann ist kein Mörder. Er ist ein Sammler!” Aber was sammelt er ..?

Was zu sagen wäre

Ah ..: ein Serienkiller mit Sammelleidenschaft. Seit dem Schweigen der Lämmer (1991) sind Serienkiller im Kino zu einem eigenen Genre herangereift. Das macht's mitunter schwer, sich immer wieder aufs Neue auf die Unwägbarkeiten möglicherweise schlechter Spannungsbögen einzulassen.

Hauptfigur ist ein ehemaliger Polizeipsychologe, der mit seinen Büchern den Bestsellermarkt aufmischt, einer, der sich so lange vor eine Fotowand setzt, bis er diesen einen kleinen Hinweis doch endlich erkennt, der sich dort versteckt. Plakatmotiv (US): Kiss the Girls (1997) Zu ihm gesellt sich eine Zeugin, eine Ärztin, die in ihrer Freizeit Kickboxing trainiert, was es dem Film ermöglicht, an ein paar schwer zu glaubenden Stellen mit eben diesem Kickboxing durchzukommen. Sie hat einen direkten Bezug zu dem Serienkiller, weil sie ihn gesehen, gehört hat. Aber weil der mann immer eine Maske trägt, weiß sie eigentlich gar nichts und ist auch im weiteren Verlauf des Films eher keine Hilfe, aber schön anzuschauen – es ist ein Film von Männern für Männer. Ashley Judd spielt diese Zeugin (Heat - 1995). Sie hat ordentlich Feuer in den Augen, aber der Film gibt ihr nichts außer der Opferrolle.

Die Rolle der weiblichen Opfer ist die zieht sich auch inhaltlich durch den Film. Frauen tauchen hier lediglich als sehr leicht bekleidete Gefangene eines wahnsinnigen Triebtäters auf. Die eigentliche Arbeit erledigen die Männer; immerhin, das ist neu, afroamerikanische Männer. Die weißen Cops rezitieren Vorschriften oder machen sich verdächtig. Denn, klar: Der Triebtäter muss einer sein, den wir kennen. Das gehört zum Spiel zwischen Regisseur und Zuschauer. Und außer Polizisten (und den entführten Frauen) lernen wir niemanden kennen. Gary Fleder ("Das Leben nach dem Tod in Denver" – 1995) und sein Autor David Klass haben eine interessante Lösung, um die Spannung dennoch oben zu halten. Keine Lösung allerdings haben sie für so naheliegende Fragen wie, warum niemand im technisch hochgerüsteten FBI, nachdem die Ärztin aus den Fängen des Serientäters entkommen konnte, den unterirdischen Bunker entdeckt, aus dem sie entkam. Dass die Cops mit Hochdruck nach dem Täter suchen, ist ja okay. Aber sie suchen ja auch mit Hochdruck nach mehreren entführten Frauen. Und da kann die geballte High-Tech-Überwachungs-Wärmebild-Unter-die-Erde-Guck-Technik der US-Behörden keine Spur eines weit verzweigten, unterirdischen Tunnelsystems entdecken?

Ursprünglich sollte Denzel Washington die Hauptrolle spielen, als es jedoch zeitliche Überschneidungen mit seinen anderen Projekten gab, wurde Morgan Freeman für die Hauptrolle ausgewählt (Amistad – 1997; Sieben – 1995; Outbreak – Lautlose Killer - 1995). Freeman hat einen großen Anteil, dass ich gerne bis zum Schluss geblieben bin. Sein Alex Cross ist eine erfrischende Figur im Reigen der toughen Leinwand-Corps. Ich mag seine souverän-entspannte Grundhaltung.

Was der Große Unbekannte übrigens sammelt, wird nicht erläutert. Wahrscheinlich stand der Satz im Drehbuch, weil er einfach im Trailer so gut rüber kommt.

Wertung: 5 von 11 D-Mark
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