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Kinoplakat: Godzilla kehrt zurück
Deutlich verspieltere Version
eines japanischen Albtraums
Titel Godzilla kehrt zurück
(Gojira no gyakushû)
Drehbuch Shigeaki Hidaka + Takeo Murata
nach einer Vorlage von Shigeru Kayama
Regie Motoyoshi Oda, Japan 1955
Darsteller

Hiroshi Koizumi, Setsuko Wakayama, Minoru Chiaki, Takashi Shimura, Masao Shimizu, Seijirô Onda, Sonosuke Sawamura, Yoshio Tsuchiya, Mayuri Mokushô, Minosuke Yamada, Yukio Kasama, Senkichi Ômura, Ren Yamamoto, Shin Ôtomo, Takeo Oikawa u.a.

Genre Monsterfilm
Filmlänge 82 Minuten
Deutschlandstart
29. August 1958
Website Godzilla-Wiki
Inhalt
Auf einer einsamen Insel entdecken zwei Piloten, dass Godzilla zurückgekehrt ist. Glücklicherweise befindet sich das Monster aber derzeitig selbst im Kampf mit dem Ungetüm Angilus.

Doch damit ist die Bedrohung für Japan gleich doppelt so groß, da man sich beim letzten Kampf kaum Godzilla erwehren konnte, und die einzige wirksame Waffe mittlerweile unbrauchbar ist. Daher muss nun schnell eine Lösung gefunden werden, ehe die beiden Monster in ihrem Kampfrausch das Festland erreichen …

Was zu sagen wäre

Nachdem der Original Godzilla (1954) so überraschend erfolgreich war, beschlossen die Toho-Studios, rasch eine Fortsetzung zu drehen. Aber wie das Monster eine Stadt kaputt macht, hatten die Menschen nun schon gesehen. Also erfanden die Produzenten rasch den Angilosaurus.

Aus Godzilla wurde Gigantis

„Er gehört zu der Gattung der Riesenreptilien, die vor Millionen Jahren auf der Erde lebten“, referiert ein Wissenschaftler auf einer Konferenz. „Zur gleichen Zeit, es dürfte etwa die Jura-Periode gewesen sein, lebte auch der Godzilla. Diese Ungeheuer bilden eine Übergangsversion bei der Entwicklung von Reptilien zu Landtieren. Der Körper des Angirus erreicht eine Länge von 50 bis 70 Metern.“ An dieser Stelle im Script erkennt man noch den Hang der Macher, ihrer Geschichte einen wissenschaftlichen Unterbau zu geben – irgendwie.

Die vorliegende Version ist deutlich verspielter und alberner als das Original, das noch sehr ernst mit dem Erbe der Atombombe, mit wissenschaftlichen Allmachtsphantasien und militärischen Haudraufs haderte. Und auch von diesem Film wurde eine US-Fassung produziert, in der Godzilla „Gigantis – The Fire Monster“ hieß, um den Kinobesuchern ein neues Monster vorzugaukeln (deshalb trägt der hier verlinkte Trailer auch den auf den ersten Blick falschen Titel; er hat aber die korrekten Bilder).

Redundante Nebengeschichten

Jetzt wird neben dem Kampf der Monster, die deutlich Männer in Gummianzügen sind, die in Zeitraffer sich durch Kulissenbauten schleudern, eine redundante Liebesgeschichte erzählt mit einer sehr lieben, sehr braven, sehr stillen Direktorentochter und einem sehr charmanten, sehr tatkräftigen, sehr bestimmenden Aufklärungspiloten einer Fischfabrik. Und es gibt dessen besten Kumpel, Kobayashi, der für die komischen Momente sorgen soll. Aber es bleiben alles Momente, die überhaupt keine Rolle spielen und lediglich den Gummimonstern Menschelndes entgegen stellen sollen.

„Vater!“
„Was hast Du denn, Liebes?“
„Kobayashi … er musste notlanden!“
„Was hast Du gesagt???“
Ein zäher Film, aber Muster für viele Fortsetzungen

Von dieser Qualität sind in etwa die Dialoge im Film, dem man das Bemühen ansieht zu kaschieren, dass man sich mehr Monsterzerstörungen nicht leisten konnte (oder wollte) – Angilus ist irgendwann plötzlich erledigt und raus aus dem Film – und also noch irgendwas erzählen muss; dauernd fliegen Piloten am Himmel, die aufs Wasser starren und entweder Thunfschschwärme suchen oder Godzilla, stumm sitzt derweil das Weibchen daheim im Schlafzimmer und bangt um ihren Liebsten, ihren Vater und die Welt, kernig geben Offiziere Befehle und feuern Raketenwerfer Raketen, die, woran wir in der oben schon erwähnten Wissenschaftlerkonferenz erinnert werden, gar keine Wirkung auf die Monster haben.

Der Film ist also zäh, wurde aber Muster für viele Godzilla-gegen-Jemand-Filme, die in den nächsten Jahren folgen sollten. Und warum Godzilla in die nördlichen Eisgegenden wandert, obwohl er Kälte nicht so gut verträgt, wie uns ein Pilot erklärt, bleibt ein Rätsel, das aber nochmal Stoff für schöne Actionsequenzen bietet, die nicht teuer sind, weil nur ein paar Modelflugzeuge und jede Menge eiswürfel um einsatz kommen – und natürlich Godzilla.

Wertung: 4 von 6 D-Mark
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