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Plakatmotiv: Raya und der letzte Drache (2021)

Ein lahmes Märchen
vor prächtiger Kulisse

Titel Raya und der letzte Drache
(Raya and the Last Dragon)
Drehbuch Qui Nguyen & Adele Lim & Paul Briggs & Don Hall & Carlos López Estrada & Kiel Murray & John Ripa
Regie Don Hall + Carlos López Estrada + Paul Briggs + John Ripa, USA 2021
Stimmen

Kelly Marie Tran, Christina Ann Zalamea, Awkwafina,  Maria Hönig, Izaac Wang, Gemma Chan,  Gabrielle Pietermann, Daniel Dae Kim, Benedict Wong, Jona Xiao, Sandra Oh, Thalia Tran, Lucille Soong, Alan Tudyk, Gordon Ip, Dichen Lachman, Patti Harrison, Jon Park, Dang Hai Sung Kang, Sierra Katow, Ross Butler, François Chau, Paul Yen u.a.

aufgeführt sind Stimmen der US- sowie der deutschen Synchronfassung

Genre Animation, Märchen
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
5. März 2021 (Streaming-Premiere)
Inhalt

Die junge Raya wohnt im Land Kumandra. Dort haben Menschen und Drachen lange in Harmonie zusammengelebt. Doch als die Druun, düstere Wesen, die alles und jeden zu Stein werden lassen, ihre Welt bedrohten, Plakatmotiv (US): Raya and the Last Dragon (2021) opferten die Drachen sich selbst, um die Menschheit zu retten.

500 Jahre später ist das Land Kumandra in fünf Reiche zerfallen. Die dort jeweils lebenden Clans leben in Feindschaft zu allen anderen. Benja, Clanführer im Reich Heart, will die Feindschaft beenden, den Frieden wieder herstellen und lädt die vier anderen Stämme zu Gesprächen ein. Das geht furchtbar schief, als sich Benjas Tochter Raya mit Namaari anfreundet, Tochter aus dem Fang-Clan. Ihr zeigt Raya den verwunschenen Drachenstein, mit welchem Sinus, der letzte der Drachen, einst die Drum vertrieben hatte. Doch Namaari verrät die junge Freundschaft zu Raya, will den stein haben, der dabei in mehrere Teile zerbricht, wodurch die Gruun zurück in die Welt kommen. Aber jetzt gibt es keine Drachen mehr. Oder vielleicht doch?

Raya glaubt an die Legende von einem letzten verbleibenden Drachen und beschließt, das Fabelwesen zu finden. Damit könnte auch endlich das gespaltene Land und Volk wieder Frieden finden. Auf ihrer Reise muss Raya lernen, dass es weit mehr als einen Drachen braucht, um die Welt zu retten. Denn das Schicksal der Welt liegt niemals nur in den Händen nur eines einzigen Wesens …

Was zu sagen wäre

Disneys jüngste Prinzessin ist ganz schön schlagfertig. Sie beherrscht die Kampfkunst der Marvel-Helden und die Schwertfertigkeit alter Samurai. Nur mit Freundschaft und Vertrauen, also den zentralen Werten der Disneyfilme, tut sie sich schwer. Das kann man nachvollziehen. Als ihr Vater einst die fünf Clans miteinander befrieden wollte und die junge Raya sich bei der Gelegenheit mit Namaari, der Tochter der Clanführerin der Fang anfreundete, musste sie bitter erleben, das Vertrauen Katastrophen auslösen kann. 

Inhalt der Heldenreise, die die Prinzessin antreten muss, ist also einerseits, den letzten Drachen zu finden, der allein die fünf Reiche und damit den Kontinent, ach was: die Welt einen könnte, vor allem aber, Vertrauen zu lernen. Ihrer Reise durch die Reiche, aus denen sie die einzelnen Teile des zerbrochenen Drachensteins sammeln muss, um die Druun zu vertreiben, schließen sich die unterschiedlichsten Typen an, die alle ihre Familien an die Druun verloren haben. Ein Junge, der als Schiffskapitän fungiert, ein pfiffiges Gaunerbaby mit drei flinken Äffchen, ein brummbäriger Krieger aus dem Reich Spine – und Sinus, der letzte Drache, den Raya nach sechsjähriger Suche gefunden hat. Die Völkervereinigung, die Raya anstrebt, hat sich hier im Kleinen schon verwirklicht. Aber Vertrauen fasst Raya dennoch nicht.

Sisu, der flauschige Drache, der sich in den Regalen der Spielzeugläden zu Weihnachten sicher gut verkauft hätte – der Film sollte ursprünglich im Herbst 2020 in die Kinos kommen, was an der Corona-Pandemie scheiterte – soll für die fröhlichen Momente und die Kalauer sorgen, darin ein Verwandter des kleinen Drachen Mushu aus Disneys Zeichentrickklassiker Mulan (1998). Fröhlich ist Sisu, komisch überhaupt nicht. Wann immer Raya zweifelt, schaut sie ihn – Sisu ist weiblich – aus treuherzigen Augen an und spricht Moralisches. Für ein paar komische Momente sorgen Baby Noi und seine Äffchen sowie die unterschiedlichen Auffassungen zu guter Küche.

Und so reisen Raya und ihre Spießgesellen also durchs Land, sammeln die Steine ein, was in etwa so überraschend erzählt wird, wie das Durchspielen der Ebenen eines Computerspiels und lernt im finale Vertrauen mit dem Holzhammer. Die Charaktere sind schön animiert, die Landschaften prächtig, es ist schwer bedauerlich, dass die Bilder nicht auf die große Leinwand, wo sie hingehören, gekommen sind, aber die Geschichte, die sich aus Sagen Südostasiens amalgamiert, bleibt überschaubar spannend. Denn die frohe Botschaft, die jeder Disneyfilm braucht, entfaltet sich halt schon in der ersten Hälfte und wird dann gewendet und gewalkt, bis es Zeit für die Schlusstitel ist: Die Welt kann nur gerettet werden, wenn die verfeindeten Reiche einander wieder vertrauen. Der Film entstand zu Zeiten, in denen Donald Trump noch im Weißen Haus saß. Damals immerhin konnte diese Botschaft nicht oft genug wiederholt werden.

Wertung: 4 von 8 €uro
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