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Kinoplakat: Picknick mit Bären
Am meisten beeindrucken hier
Robert Redford und Nick Nolte
Titel Picknick mit Bären
(A Walk in the Woods)
Drehbuch Michael Arndt + Bill Holderman
nach dem gleichnamigen Buch von Bill Bryson
Regie Ken Kwapis, USA 2015
Darsteller
Robert Redford, Nick Nolte, Emma Thompson, Mary Steenburgen, Nick Offerman, Kristen Schaal, R. Keith Harris, Randall Newsome, Hayley Lovitt, Linds Edwards, Susan McPhail, Andrew Vogel, Derek Krantz, Gaia Wise, Tucker Meek u.a.
Genre Abenteuer, Biographie, Drama
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
15. Oktober 2015
Website walkinthewoodsmovie.com
Inhalt

Bill Bryson, seines Zeichen ein sehr erfolgreicher Schriftsteller von Reiseberichten, juckt es wieder einmal in den Füßen. Jahre ist es her, seit er sein letztes Buch geschrieben hat, und auch wenn er sich in seinem gemütlichen Rentnerleben mit seiner Frau Cynthia grundsätzlich wohl fühlt, will er sich noch einmal in ein letztes großes Abenteuer stürzen und den Appalachian Trail, den längsten Fußweg der Welt, bezwingen, der sich insgesamt über 3.500 Kilometer erstreckt.

Auch die Bedenken seiner Frau und seiner Kinder können ihn von seinem kühnen Vorhaben nicht abbringen. Lediglich die Suche nach einem Begleiter gestaltet sich schwierig, doch wird Bill in seinem alten Schulfreund Stephen Katz, zu dem er schon lange keinen Kontakt mehr hatte, schließlich fündig. Als ehemaliger Alkoholiker und mit einigen Kilos zu viel auf den Rippen war er dabei nicht gerade Brysons erste Wahl.

Aber die beiden Senioren raufen sich zusammen, um gemeinsam in der rauen Wildnis zu bestehen …

Was zu sagen wäre

Am beeindruckensten in diesem Film ist Nick Nolte, bei dem man bangt, ob er das Ende des Films schafft – rein gesundheitlich. Dass er sein Schauspielerleben nicht der körperfettreduzierten Kargheit gewidmet hat, weiß man und man sieht es ihm auf jeden Fall an. Da wirken schon leichte Steigungen gefährlich. Aber Nick Nolte schlägt sich wacker, wie er sich in seinen Rollen ja meist wacker geschlagen hat (Parker – 2013; Die Akte Grant – 2012; Tropic Thunder – 2008; Hulk – 2003; Der schmale Grat – 1998; Der Gejagte – 1997; U-Turn – Kein Weg zurück – 1997; Freeze – Albtraum Nachtwache – 1997; The Player – 1992; Herr der Gezeiten – 1991; Kap der Angst – 1991; „Tödliche Fragen“ – 1990; „Zoff in Beverly Hills“ – 1986; „Unter Feuer“ – 1983; „Nur 48 Stunden“ – 1982; „Die Bullen von Dallas“ – 1979; „Dreckige Hunde“ – 1978; „Die Tiefe“ – 1977).

Robert Redford hat den Film produziert. Um das zu merken, muss ich nicht den Abspann abwarten. Der Friedens- und Umwelt-bewegte Hollywood-Zweifler referiert während der Wanderung durch phantastische Natur-Panoramen über ausgestorbene Bäume, über Sedimentgestein, worüber er in Büchern – „Fernsehen für Intelligente“, sagt er einmal – gelesen habe; das ist halb Spiel mit der eigenen Sterblichkeit, die den beiden Alten auf ihrem Trail begegnet, ein bisschen Zitat seiner Rolle in Der elektrische Reiter, als der er 1979 schon über die verloren gegangene Verbindung von Mensch und Natur philosophierte, und ein wenig Naturkundeunterricht für die Generation Playstation, die, wenn sie das Haus verlässt, in ihr Smartphone starrt. Da ist es fast ein Wunder, dass der gefeierte Schriftsteller Bryson sich über den Appalachian Trail wenigstens noch via Google informiert. Was sein Spiel angeht, muss sich Redford hier nicht sonderlich bemühen. Sein Minenspiel ist eine schöne Melange seiner Rollen aus den vergangenen 40 Jahren.

Mehr passiert nicht. Wir sehen zwei alten Freunden beim Erinnerungen auffrischen zu, während sie immer wieder von jungen Wanderern überholt werden, die den Trail augenscheinlich als Jogging-Herausforderung interpretieren; zwischendurch stören zwei Bären das Idyll, aber Robert Redford kann schnell noch im Trekking-Führer nachlesen, wie man sie verjagt und schließlich haben sie schöne und weniger schöne Begegnungen mit anderen Menschen, die auftauchen und folgenlos auch wieder verschwinden. Nick Nolte muss tatsächlich eine adipöse Frau in einem Waschsalon anbaggern, auf dass deren noch adipöserer Ehemann samt Baseballschläger für ein paar Minuten Action sorgt, die sonst weder Bären noch klaffende Abgründe schaffen.

Der Film ist schön für einem verregneten Sonntagnachmittag – oder für einen launig Naturkunde-AG in der gymnasialen Oberstufe, die bei der Gelegenheit zwei namhafte Schauspieler aus vergangenen Zeiten kennenlernen würde.

Wertung: 3 von 8 €uro
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