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Plakatmotiv: I love Trouble  – Nichts als Ärger (1994)

Eine überraschend gut funktionierende
Besetzung in einem Screwball-Thriller

Titel I love Trouble – Nichts als Ärger
(I love Trouble)
Drehbuch Nancy Meyers + Charles Shyer
Regie Charles Shyer, USA 1994
Darsteller

Nick Nolte, Julia Roberts, Saul Rubinek, James Rebhorn, Robert Loggia, Kelly Rutherford, Olympia Dukakis, Marsha Mason, Eugene Levy, Charles Martin Smith, Dan Butler, Paul Gleason, Jane Adams, Lisa Lu, Nora Dunn u.a.

Genre Komödie, Romanze
Filmlänge 123 Minuten
Deutschlandstart
15. September 1994
Inhalt

Ein mysteriöses Zugunglück in der Nähe von Chicago erhitzt die Gemüter. Der Schuldige scheint gefunden – doch die beiden Reporter und erbitterten Konkurrenten Sabrina Peterson und Peter Brackett vermuten mehr hinter der Sache – tödliche Sabotage.

Widerwillig beschließen die beiden, sich trotz ihrer anfänglichen Abneigung gemeinsam auf die gefährliche Jagd nach Beweismaterial und den Drahtziehern des Attentats zu machen. Ein tödlicher Wettlauf beginnt, der die Jäger bald zu Gejagten macht 

Was zu sagen wäre

Nick Nolte ist so ein Typ, den man leicht unterschätzt. Einerseits hat er in seinen Anfängen ein paar Mal Football-Typen gespielt, dann in Die Tiefe den raumgreifenden Mann von Jacqueline Bisset, und dann sind da diese zwei ikonischen Charaktere: als Jack Cates in Nur 48 Stunden und als Mike Brennan in Tödliche Fragen; der eine ein Bulle mit semmelblonder Frisur und lustigen Macho-Sprüchen, der andere ein bulliges korruptes Ekelpaket mit schwarzen, gegelten Haaren. Und da stellte sich mir gleich die Frage: Julia Roberts und Nick NOLTE?? Im selben Film, noch dazu einer Screwball-Comedy?

Das geht. Gut sogar. Und dann fällt mir auch wieder ein, dass Nolte seine Vielseitigkeit schon häufiger ausgespielt hat (The Player – 1992; Herr der Gezeiten – 1991; Kap der Angst – 1991; Und wieder 48 Stunden – 1990; Ausgelöscht – 1987; "Zoff in Beverly Hills" – 1986; Under Fire – 1983; "Die Bullen von Dallas" – 1979; "Dreckige Hunde" – 1978). Nolte als eitler Kolumnenschreiber, dessen Eitelkeit von einer charmanten Reporterin angekratzt wird, ist ein charmantes Herzchen, das sich gut hinter seine bulligen Statur versteckt hält, die den alltäglichen Machismo feiert.

Nolte und Julia Roberts ergänzen sich gut und pieksen sich ordentlich. Das ist lustig anzuschauen. Bis auf so Szenen, in denen das immer noch sehr männlich geprägte Hollywood darauf dringt, dass die taffe Reporterin zwischendrin dann plötzlich doch mal das Schutz heischende Mädchen mit Kullertränen mimen muss, das Nick "The Man" Nolte dann trösten muss. Das passt zwar gar nicht in die Rolle, die Julia Roberts hier spielt. Aber sie ist jetzt auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und da souverän genug, um ihre Rehaugen entsprechend ängstlich aus dem schönen Gesicht Schutz suchen zu lassen (Die Akte – 1993; The Player – 1992; Hook – 1991; Pretty Woman – 1990; "Magnolien aus Stahl" – 1989; "Pizza, Pizza" – 1988).

Die Verschwörungsgeschichte um durch Gentechnik veränderte Kühe, die mehr Milch geben, ist ein bisschen wirr, liefert aber auch nur den Rahmen für die Kabbeleien der beiden Hauptfiguren. Und ein bisschen was ist auch Reales an der Story: Teile der Geschichte sind an den realen Fall des Hormons Rinder-Somatotropin der Firma Monsanto gelehnt. Das von gentechnisch veränderten Bakterien produzierte Hormon steigert die Milchproduktion bei Kühen, wurde aber in Kanada und Europa verboten, da es bei Versuchstieren Krebs verursachte. Monsanto hielt die Versuchsergebnisse mit Berufung auf Geschäftsgeheimnisse unter Verschluss.

Als Wirtschaftsthriller allerdings wäre dieser Film zu schwach, zu dünn, zu lau. Aber Julia Roberts und Nick Nolte, die in diesen Betrug stolpern, während sie sich ineinander vergucken – das funktioniert gut; wenn man außen vor lässt, dass Nick Nolte 26 Jahre älter ist als Julia Roberts. Fällt gar nicht so auf, weil Nolte ziemlich wandlungsfähig ist.

Wertung: 6 von 10 D-Mark
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