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Kinoplakat: Family Business (1989)

Ein Familienfilm
ohne Handlung

Titel Family Business
(Family Business)
Drehbuch Vincent Patrick
nach seinem eigenen Roman
Regie Sidney Lumet, USA 1989
Darsteller

Sean Connery, Dustin Hoffman, Matthew Broderick, Rosanna DeSoto, Janet Carroll, Victoria Jackson, Bill McCutcheon, Deborah Rush, Marilyn Cooper, Salem Ludwig, Rex Everhart, James Tolkan, Marilyn Sokol, Thomas A. Carlin, Tony DiBenedetto u.a.

Genre Komödie, Drama
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
18. Januar 1990
Inhalt

Vito McMullen begleitete früher seinen mehrfach vorbestraften Vater Jessie bei einigen Einbrüchen, dann brach er mit ihm. Er führt nun ein kleines Fleischereiunternehmen. Sein 23-jähriger Sohn Adam hat sein Studium kurz vor seinem Abschluss abgebrochen. Adam überredet Jessie und Vito, in die Räume eines High-Tech-Unternehmens einzubrechen, um wertvolles genetisches Material und ein Laborbuch zu stehlen.

Beim Einbruch läuft anfangs alles glatt, sie können einen Wärter überwältigen und finden die gesuchten Reagenzgläser. Als sie beim Verlassen des Gebäudes merken, dass sie das Laborbuch vergessen haben, geht Adam zurück, um es zu holen. Dabei löst er jedoch einen Alarm aus, so dass die Polizei alarmiert wird und ihn verhaftet. Er kann das Laborbuch jedoch vorher wegwerfen.

Kinoplakat: Family Business (1989)Als sich herausstellt, dass Adam möglicherweise für 15 Jahre ins Gefängnis muss, will Vito, dass sich auch er und Jessie stellen und die Beute übergeben, kann Jessie jedoch nicht überzeugen. Als Vito seiner Frau davon erzählt, droht diese mit einer Anzeige, falls er sich nicht selbst stellt, um Adam zu entlasten. Jessie findet heraus, dass der Auftraggeber des Einbruchs einer der Forscher war, der durch das Verschwinden der Proben die Erfolglosigkeit der Versuche verschleiern wollte, um so nochmals Zeit zu gewinnen …

Was zu sagen wäre

Die Family Values sind eines der liebsten Themen des amerikanischen Kinos. Selbst im knallharten Actioner der B-Klasse bekommt der Held gerne einen vaterkomplex verpasst, der ihn antreibt. In unübersichtlichen, unruhigen Zeiten bietet die Familie Sicherheit, Zuflucht und da will das Kino gerne helfen. Der vorliegende Film trägt die Familie schon im Titel. Er vereint einen Schotten, der mit einer Sizilianerin einen Sohn, Vito, zeugte, der dann mit einer Amerikanerin wiederum einen Sohn, Adam, zeugte. Auch über Grenzen hinweg halten Familienbande, wenn sie auch mal, wie hier, auf eine schwere Probe gestellt werden. Diese schwere Probe gehört zum Familienfilm wie die Leinwand zum Kino, sie ist das Salz in der Suppe namens Generationenkonflikt.

Ausführlich feiert Sidney Lumet ("The Verdict" 1982; Network – 1976; Hundstage – 1975; Mord im Orient-Express – 1974) die Family Values über drei gut aufgelegte Schauspieler und fröhliche Dialoge im Drehbuch – „In Deinem Alter war ich bei viel schwereren Sachen dabei. Und das einzige, was ich davon hatte, war ein Schinkenbrot! Du fängst ganz oben an!“, sagt Jessie zu seinem Enkel Adam und der erwidert: „Tja, das ist Amerika. Jeder Generation geht es ein bisschen besser.“ Matthew Broderick (Das Kuckucksei – 1988; "She's Having a Baby" – 1988; Projekt X – 1987; Ferris macht blau – 1986; "Der Tag des Falken" – 1985; War Games: Kriegsspiele – 1983) bekommt dabei die Lehrstunde seines Lebens. Er darf sich behaupten zwischen den beiden eitlen Großschauspielern Sean Connery und Dustin Hoffman (Rain Man – 1988; Tootsie – 1982; Kramer gegen Kramer – 1979; Der Marathon-Mann – 1976; Die Unbestechlichen – 1976; Papillon – 1973; Wer Gewalt sät – 1971; Little Big Man – 1970; "Asphalt Cowboy" – 1969; Die Reifeprüfung – 1967).

Im Kinosessel vibrieren die Pfauenräder von Hoffman und Connery (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug – 1989; Presidio – 1988; Die Unbestechlichen – 1987; "Der Name der Rose" – 1986; Highlander – Es kann nur einen geben – 1986; Camelot – Der Fluch des Goldenen Schwertes – 1984; James Bond 007 – Sag niemals nie – 1983; Flammen am Horizont – 1982; Outland – Planet der Verdammten – 1981; Robin und Marian – 1976; "Der Mann, der König sein wollte" – 1975; "Der Wind und der Löwe" – 1975; Die Uhr läuft ab – 1975; Mord im Orient-Express – 1974; James Bond 007 – Diamantenfieber – 1971; "Der Anderson Clan" – 1971; Marnie – 1964; Die Strohpuppe – 1964; James Bond 007 jagt Dr. No – 1962).

Diesem Duell, bei dem die beiden Protagonisten sich hochschaukeln, in Schach halten und wunderbare Szenen schaffen, zuzuschauen ist ein großer Spaß – Jessie an Vito: „Du hörst Dich an wie die Arschlöcher in den Talkshows!!!“ Aber worum geht es eigentlich? Hinter dem Duell der Stars um ziemlich wenig? Die Story bleibt hinter dem andauernden Ausbau der Familienwerte dünn.

Es bleibt ein charmanter Film, der bei langsamem Tempo ganz auf die Familie, deren Mitglieder mit ihren ethnischen Eigenheiten zusammenschnurrt. Fürs Kino zwei Nummern zu klein.

Wertung: 4 von 10 D-Mark
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