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Kinoplakat: Thelma & Louise
Ridley Scott definiert Action-Kino neu
Große Frauen in großem Drama
Titel Thelma & Louise
(Thelma & Louise)
Drehbuch Callie Khouri
Regie Ridley Scott, USA / Frankreich 1991
Darsteller Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel, Michael Madsen, Christopher McDonald, Stephen Tobolowsky, Brad Pitt, Timothy Carhart, Lucinda Jenny u.a.
Genre Drama, Thriller
Filmlänge 130 Minuten
Deutschlandstart
24. Oktober 1991
Inhalt
Thelma Dickinson ist eine Hausfrau, deren Devise lautet: „Nur nicht die Übersicht verlieren!” Leider ist sie etwas chaotisch. Ihren selbstgefälligen Gatten und ihr Hausfrauendasein hat sie gründlich satt.

Louise Sawyer ist Kellnerin und ihre Philosophie lautet: „Von allein geht gar nix.” Sie hat genug von ihrem Job und der Tatsache, dass ihr Freund Jimmy sich einfach nicht festlegen will. Thelma und Louise entschließen sich, ein Wochenende abseits vom Alltag zu verbringen, um der Einöde ihrer Existenz ein Schnippchen zu schlagen. Aber in einer Tingeltangel-Bar irgendwo im Niemandsland gerät Thelma in die Hände eines angetrunkenen Fernfahrers. Der Trucker will sie gleich auf dem Parkplatz vernaschen. Thelmas verzweifelte Versuche, der drohenden Vergewaltigung zu entgehen, bleiben ohne Erfolg. Bis ein Schuss fällt: Louise erschießt den Trucker.

Jetzt sind sie Outlaws: Wer würde ihnen ihre Geschichte der Vergewaltigung abnehmen? In Texas? Nachdem Thelma dem Toten zuvor auch noch schöne Augen gemacht hatte! Auf ihrer Flucht Richtung mexikanischer Grenze rauben sich die Frauen ihren Lebensunterhalt zusammen und haben schnell die Polizei am Hacken.

Die Hausfrauen, die längst keine Hausfrauen mehr sind, und auch gar nicht mehr sein wollen, machen aus ihrer verfahrenen Situation das Beste ...
Was zu sagen wäre
Artwork zum US-Plakat von Thelma & LouiseMit „Thelma & Louise” hatte Ridley Scott nach kargen Filmen („Legende”, „Der Mann im Hintergrund”) wieder die Schlagzeilen für sich. Während einige Kritiker verstört „Gewaltverherrlichung” kritiserten, begründete Scott ein neues Sub-Genre, das Frauen in den Mittelpunkt von bislang männerdominierten Action-Filmen stellte. Gleichzeitig stellte er genannte Kritiker bloß, denn auch die gesammelten Werke der Männer-Action - von Terminator über „Rambo” bis „Red Scorpion” - verherrlichten Gewalt - wenn überhaupt.

Das Ende ist offen: Thelma & Louise rasen mit ihrem Cabrio über die Klippe. Klar, denkt man, die zerschellen, explodieren, whatever, sind jedenfalls tot. Moral gewinnt! Scott hatte ein alternatives Ende gedreht: Der Wagen zerschelt beim Aufprall nicht, explodiert auch nicht, die beiden Protagonistinnen entkommen in ein neues Leben. Das war den Moralhütern Hollywoods aber zu hoch und so existiert dieses Ende nur in den Making-of-Schnipseln der DVD- und Blu-ray-Auswertungen.

Mit seinem wunderschönen Thriller ebnete er Hollywood-Schauspielerinnen den Weg zu ganz neuen Filmen und machte weibliche Charakterrollen in Tinseltown hoffähig. Callie Khouri gewann für das beste Originaldrehbuch den Oscar. Geena Davis und Susan Sarandon (in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin), Adrian Biddle (Beste Kamera), Ridley Scott (Beste Regie) und Thom Noble (Bester Schnitt) wurden für den Oscar nominiert.

Das „Lexikon des Internationalen Films” freute sich: Eine mit viel Enthusiasmus für ihre Figuren durchsetzte schwarze Komödie, die das vertraute Klischee des ansonsten eher "männlich" akzentuierten Road-Movies mit neuem Sinngehalt erfüllt. Das präzise Drehbuch wurde in einen gleichermaßen unterhaltenden wie systemkritischen Film umgesetzt.
Wertung: 11 von 11 D-Mark
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