IMDB
Kinoplakat: True Grit
Klassischer Western, nichts
Neues, Gute Schauspieler
Titel True Grit
(True Grit)
Drehbuch Richard Curtis
Regie Ethan Coen & Joel Coen, USA 2010
Darsteller Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper, Dakin Matthews, Jarlath Conroy, Paul Rae, Domhnall Gleeson, Elizabeth Marvel, Roy Lee Jones, Ed Corbin, Leon Russom, Bruce Green, Candyce Hinkle u.a.
Genre Western
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
24. Februar 2010
Inhalt

Der Vater der 14-jährigen Mattie Ross ist erschossen worden. Das junge Mädchen reist nach Fort Smith in Arkansas, um ihren Vater zu identifizieren und anschließend jemanden zu finden, der für sie den Mörder, einen gewissen Chaney, jagt und tötet. Also wendet sie sich an Marshall Rooster Cogburn, ein Revolverheld, der zum Trinker mutiert ist. Gemeinsam mit dem jungen Texas Ranger La Boeuf, der sich ihnen anschließt, machen sie sich auf den Weg.

Nachdem Cogburn und LaBoeuf die Jagd schon aufgegeben haben und LaBoeuf sich nach einem Streit verabschiedet hat, kommt es zu einer Begegnung zwischen Mattie Ross und Chaney. Es gelingt Mattie, Chaney zu verwunden. Trotzdem wird sie von ihm überwältigt und zu seinen Kumpanen verschleppt …

Was zu sagen wäre

Die erste Viertelstunde des Films ruhen allein auf den Schultern einer 14-jährigen Newcomerin. Und es hat nicht den Anschein, als ob Hailee Steinfeld das sonders beeindruckt hätte. Sie ist glaubhaft und der Zuschauer folgt ihr wie selbstverständlich auf ihrer Suche nach einem Mann, der den Mord an ihrem Vater rächen könnte. Da wirkt die verkaterte Was-geht's-mich-an-Attitüde Jeff Bridges' als Rooster Cockburn fast so, als wolle der - oder die Produzenten - rasch ein Gegengewicht schaffen; schließlich ist Steinfeld nur eine Nebenrolle.

Das gelingt nicht. Jeff Bridges (Tür der Versuchung - USA 2004; Tron - USA 1982) ist als versoffener Marshall gut, aber das Kino hat in den vergangenen hundert Jahren so viele versoffene Cowboys/Gambler/Hustler/Männer/Frauen mit dem Herz am rechten Fleck ausgespuckt, dass eine verkaterte Säufer-Rolle keine innovative Eigenleistung mehr erfordert. Was Jeff Bridges für den Film bedeutet, zeigt er in wenigen Momenten, in denen er - plötzlich - nicht mehr der alte Buckel ist, bei dem man sich fragt „Kann der das?”, sondern der stahlkalte Mörder, der schon lange keine Fragen mehr vorweg schickt; Bridges beherrscht das mit einem Augenblick. Bedauerlich ist, dass Matt Damon ungefähr zur Hälfte des Films einiger Zähne und nahezu seiner Zunge verlustig geht, nur um fünf Minuten später schon wieder manierlich sprechen zu können und dabei eine makellose Reihe weißer Zähne präsentiert. Dass Matties Pferd nach einer für die Charakterisierung von Mädchen und Pferd ungemein wichtigen Flussdurchquerung nach dem nächsten Bildschnitt schon wieder eine trockene Mähne präsentiert ... das gilt als Kritik sicher nicht; sind doch die Coen-Brüder auf dem Regie-Stuhl.

Alles, was einen Western ausmacht, ist versammelt: selbst die Nebenrollen sind mit Kopfgeburten besetzt, die einfach zum Genre gehören - der feiste Händler mit dem Backenbart, der ungewaschene Gunslinger. Eben, weil es so ein klassischer Western ist, erreicht der Film sein Ziel, den verzauberten Zuschauer, nicht. Die Coens präsentieren gekonntes Handwerk für den abgebrühten Zuschauer, den Handwerk mehr reizt als Story. Es sind berauschende Bilder, es sind ausgesucht gute Schauspieler, es sind schöne Dialoge im Drehbuch, aber es ist in keiner Sekunde der Funke, der überspringt und gutes Handwerk zu einem großem Film verschmilzt.

Der Film ist eine Neuinterpretation des John-Wayne-Westerns „True Grit” aus dem Jahr 1969.

Wertung: 5 von 7 €uro