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Plakatmotiv: Der rosarote Panther (2006)

Unsubtiler Schenkelklopfer-Klamauk

Titel Der rosarote Panther
(The Pink Panther)
Drehbuch Len Blum & Steve Martin & Michael Saltzman
mit Charakteren aus der Feder von Maurice Richlin & Blake Edwards
Regie Shawn Levy, USA, Tschechei 2006
Darsteller
Steve Martin, Kevin Kline, Jean Reno, Emily Mortimer, Henry Czerny, Kristin Chenoweth, Roger Rees, Beyoncé Knowles, Philip Goodwin, Henri Garcin, William Abadie, Daniel Sauli, Jean Dell, Anna Katarina, Nick Toren u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 93 Minuten
Deutschlandstart
9. März 2006
Inhalt

Im Fußballstadion, beim Spiel Frankreich gegen China, wird der französische Trainer Gluant vor den Augen eines riesigen Publikums von einem Giftpfeil getroffen. Kurz zuvor hatte er seiner Freundin, Popstar Xania, noch etwas – scheinbar Zärtliches – ins Ohr geflüstert. Zu dem Zeitpunkt noch an Gluants Hand: ein riesiger, rosig schimmernder Diamant, der "Rosarote Panther". Jetzt ist Gluant tot und der Diamant verschwunden. Inspektor Dreyfus wittert seine große Chance, mit der Lösung des aufsehenerregenden Falls endlich eine von ihm heiß begehrte Verdienstmedaille kassieren zu können. 

Doch zunächst betraut er den scheinbar völlig verpeilten Provinz-Polizisten Clouseau mit der Lösung des Falls. In Dreyfus' Vorzimmer macht Clouseau die Bekanntschaft der schüchternen Nicole. Funken sprühen aber auch deshalb, weil Clouseau, der heimliche Mithörer befürchtet, sich unangemessen an der Elektrik zu schaffen macht. Zur Kontrolle stellt Dreyfus Clouseau den gutmütigen Polizisten Gilbert Ponton als Assistenten zur Seite.

Schlagartig berühmt wird Clouseau, als er eine berüchtigte Bande von Casino-Räubern, die "Gasmasken-Bande", scheinbar im Alleingang zur Strecke bringt. Der Ruhm gebührt eigentlich einem englischen MI7-Agenten, der jedoch unerkannt im Hintergrund bleiben möchte. 

Dann gibt es einen zweiten Toten. Ein Fußballstar, der zu Gluants Team gehörte, wird tot aufgefunden. Die Spur von Gluants Mörder und des verschwundenen "Panthers" führt Clouseau und Ponton nach New York, wo sich Xania aufhält. Clouseau geht davon aus, dass die Pop-Diva etwas zu verbergen hat. Bei seinen Nachforschungen zerlegt der übereifrige Clouseau ihre Suite im berühmten Hotel "Waldorf Astoria" und erlebt im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Nacht. Bei seiner Ausreise tauscht Xania am Flughafen Clouseaus Handgepäck aus. In der Sicherheitskontrolle erlebt Clouseau ein Desaster und landet als "Schande Frankreichs" auf diversen Titelblättern. Dreyfus triumphiert. Bei einem großen Ball in Paris plant er, selbst die Auflösung des Falls zu präsentieren, in dem eine Spur nach China führt.

Doch Clouseau gibt nicht auf. Er hat nach seiner Suspendierung zu Hause am Computer einige interessante Einsichten gewonnen …

Was zu sagen wäre

Ich habe dreimal gelacht. Und davon einmal, weil Jean Reno in der Rolle des loyalen Assistenten des verstolperten, mit großem ego ausgestatteten Clouseau ein paar wunderbare Auftritte hat. Reno, der sonst bevorzugt raubeinige Beschützertypen spielt ("Das Imperium der Wölfe" – 2005; Rollerball – 2002; Ronin – 1998; Godzilla – 1998; Mission: Impossible – 1996; "French Kiss" – 1995; Léon: Der Profi – 1994; Nikita – 1990; "Im Rausch der Tiefe" – 1988), ist er als Gilbert Ponton das hinreißende Exemplar eines Menschen, der frei von Dünkel, frei von Ambitionen, frei von Bösartigkeit nur dazu auf der Welt ist, seinem Chef den Rücken frei zu halten. Reno spielt den Ponton in dieser Komödie ohne Humor, was ihn zum kleinen Juwel dieses sonst glanzlosen Filmes macht.

Und er spricht nicht mit französischem Akzent. Steve Martin und Shawn Levy, der Timing und Inszenierung bisher in einzelnen Folgen von TV-Serien üben konnte, hielten es für eine gute Idee, alle amerikanischen Schauspieler, Plakatmotiv (US): The Pink Panther (2006) die Franzosen spielen, mit französischem Dialekt spielen zu lassen, was dem allgemeinen Verstehen der Figuren nicht hilft, und dann den mit fronsosischäm Akson spräschänden Clouseau auf einen rrrusssischän Trränärrrr treffen zu lassen. Das ist eher furchtbar.

Die Clouseau-Filme aus den 60er Jahren von Blake Edwards mit Peter Sellers (s.u.) gehören zum Goldstandard der eleganten Slapstickkomödie. Sellers' Clouseau scheitert schicksalsergeben an der Tücke des Objekts. Steve Martins Clouseau verwechselt Minus- und Pluspol an einer Batterie und jagt damit einen alten Mann im motorgetriebenen Rollstuhl mit Karacho in ein Bistro, während Clouseau bemüht unbeteiligt in eine andere Richtung schaut. Von der Art ist der Humor in der Neuauflage des Klassikers.

Steve Martin spielt einen verkniffenen Clouseau. Das mag darin liegen, dass er mit streng französischem Akzent sprechen muss und deshalb de Mundwinkel nicht auseinander bekommt. Aber vielleicht auch, weil er ahnt, dass das hier seine letzt große Chance ist, für das Kino eine Relevanz zu behalten. Martin war in 1980ern großer Komödienstar (Immer Ärger mit Sergeant Bilko – 1996; Grand Canyon – Im Herzen der Stadt – 1991; "Vater der Braut” – 1991; L.A. Story – 1991; My Blue Heaven – 1990; "Zwei hinreißend verdorbene Schurken" – 1988; Ein Ticket für zwei – 1987; Roxanne – 1987; "Der kleine Horrorladen" – 1986; Solo für 2 – 1984; Ein Single kommt selten allein – 1984; "Der Mann mit zwei Gehirnen" – 1983; Tote tragen keine Karos – 1982; Reichtum ist keine Schande – 1979), ein versierter Clown, der die Tücke des Objekts ähnlich beherrschter, wie das große Vorbild Peter Sellers. In den 90ern folgten Neuauflagen und Fortsetzungen ("Im dutzend billiger" – 2003; "Schlaflos in New York" – 1999; "Die unsichtbare Falle" – 1997; "Immer Ärger mit Sergeant Bilko" – 1996; "Vater der Braut 2" – 1995; … und das Leben geht weiter – 1993; "Der Schein-Heilige" – 1992; Housesitter – Lügen haben schöne Beine – 1992).

Freudige Erwartung gab es angesichts der Tatsache, dass im "Rosaroten Panther" gleich zwei Clowns aufeinandertreffen, Steve Martin und Kevin Kline (Robert Altman's Last Radio Show – 2006; Wild Wild West – 1999; In & Out – Rosa wie die Liebe – 1997; Der Eissturm – 1997; Wilde Kreaturen – 1997; French Kiss – 1995; Dave – 1993; Grand Canyon – 1991; "Lieblingsfeinde – Eine Seifenoper" – 1991; "Im Zeichen der Jungfrau" – 1989; Ein Fisch namens Wanda – 1988; Silverado – 1985; Der große Frust – 1983). Aus diesem Treffen ergab sich ein zweiter Lacher. Klines Rolle als intriganter Chefinspektor Dreyfus, ebenfalls mit französischem Akzent, beschränkt sich im allgemeinen auf arrogantes Gehabe oder die Opferrolle, wenn Clouseau mal wieder eine Idee hat. Der dritte Lacher war bei einer gelungen komponierten Slapsticknummer, in die ein Fahrradfahrer und eine Autotür verwickelt sind. Willkommen auf dem Niveau des Schenkelklopfer-Klamauk.

Wertung: 2 von 7 €uro
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