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Plakatmotiv: Der Sohn des rosaroten Panthers (1993)

Wiederaufbereitungsanlage
der alten Pink-Panther-Witze

Titel Der Sohn des rosaroten Panthers
(Son of the Pink Panther)
Drehbuch Blake Edwards & Madeline Sunshine & Steven Sunshine
mit charakteren von Maurice Richlin & Blake Edwards
Regie Blake Edwards, Italien, USA 1993
Darsteller
Roberto Benigni, Herbert Lom, Claudia Cardinale, Shabana Azmi, Debrah Farentino, Jennifer Edwards, Robert Davi, Mark Schneider, Mike Starr, Kenny Spalding, Anton Rodgers, Burt Kwouk, Graham Stark, Oliver Cotton, Aharon Ipalé u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 93 Minuten
Deutschlandstart
17. Februar 1994
Inhalt

Prinzessin Yasmin und ihr Vater verbringen ihre Ferien in einem Badeort in Frankreich. Die Prinzessin wird entführt, die Entführer fordern den Rücktritt ihres Vaters.

Mit den Ermittlungen wird Charles Dreyfus beauftragt. Er ermittelt in Nizza und erhofft sich Hilfe von der dortigen Polizei. Ihm wird Jacques Gambrelli zugeteilt, ein trotteliger Dorfpolizist, der mit seiner Mutter Maria zusammenlebt. Bei einem Treffen in ihrem Haus stellt sich heraus, dass er ein unehelicher Sohn von Jacques Clouseau ist. Er nennt sich fortan Jacques Clouseau jr und begibt sich auf Spurensuche in Paris. Dort lernt er dessen damaligen Diener Cato kennen, der ihm hilfreich zur Seite stehen will, doch wird er von Clouseau jr laufend stehen gelassen.

Sie begeben sich nach Nordafrika ins Königreich der Prinzessin. Da er in Nizza bei einem Zusammenstoß der Entführer als einziger die Prinzessin gesehen hat, wird er zum Ziel zahlreicher Mordanschläge. Es folgt eine turbulente Verfolgungsjagd. Und natürlich verliebt Clouseau sich dabei auch in die Prinzessin. Der König hegt den Verdacht, dass korrupte Militärs und Terroristen verantwortlich sind; er stellt dem trotteligen Polizisten seine Special Forces zur Seite, die ihm helfen sollen, den Anführer der Terroristen, Onkel Idris, der mit den Entführern zusammenarbeitet, zu fangen …

Was zu sagen wäre

Der Film könnte auch heißen "Der rosaote Zombiepanther schlägt zurück". Hollywood und Blake Selters gibt nicht auf. Beide wollen ihren alten Erfolg zurück, den von damals, als 1963 eine Gentleman-Gaunerei von einem schusseligen aber liebenswerten Inspector an sich gerissen wurde, der sie dann 1964 endgültig in einer herrliche Slapsticknummer verwandelte. Der Darsteller dieses Inspectors, Peter Sellers, ist lange tot. Das hielt Blake Edwards nicht davon ab, einen Panther-Film mit einem Clouseau-artigen Cop aus New York zu drehen und sogar eine Wiederaufbereitung als eine Art Best of, als Peter Selters schon tot war. Jedes Mal saß wieder Blake Edwards auf dem Regiestuhl. aber an seine alten Erfolge kamen die Film nicht mehr heran.

Die neueste Idee ist: Clouseau hat einen Sohn. Gezeugt mit Maria Gambrelli, die er damals in Ein Schuss im Dunkeln (1964) kennenlernte. Plakatmotiv: Der Sohn des rosaroten Panthers (1993) Die Maria Gambrelli damals wurde von Elke Sommer gespielt, heute von Claudia Cardinale, die wiederum im Original-Panther von 1963 die Gräfin spielte, die allerdings mit der Gräfin im aktuellen Film keine Berührungspunkte hat, außer, dass sich der Sohn von Clouseau und der von Cardinale gespielten Maria Gambrelli, Jacques Jr., sich in die aktuelle Gräfin verliebt. Edwards' Film ist nicht halb so chaotisch, wie diese Zusammenfassung unterschiedlicher Schauspielerinnen in derselben Rolle; obwohl es Edwards' mit allen Mitteln versucht.

Er kopiert sich, lässt wieder den eingegipsten Dreifuß im verstellbaren Krankenbett von Clouseau malträtieren, lässt Clouseau wieder einen aus dem Fenster schubsen, der dann an einem dünnen Telefonkabel baumelt. Er holt Diener Cato zurück vor die Kamera, der dann überhaupt keine Rolle spielt.

Neu an diesem Film, der ansonsten wirkt, als sei Blake Edwards einfach in den 60er Jahren hängen geblieben wie eine kaputte Schallplatte, dass er den Frauen Mitspracherecht gibt. Das hat zur Folge, dass Claudia Cardinale Mutter-Rolle breiten Raum einnimmt, und dass die entführte Prinzessin im Finale ihre Techniken im Kampf gegen die an sich unbezwingbare Amazone der Verräter zeigen und sich durchsetzen darf. Diese Szenen werden aufwändig hergeleitet, was aus dem Film einen Abenteuerfilm mit Geiselnahme und witzigen Einlagen macht, aber keinen Panther-Film. Statt sich ganz auf die neue Clouseaufigur zu konzentrieren, die Roberto Benigni ("Night on Earth" – 1991; "Down by Law" – 1986) mit großem Charme und hinreißender Tölpelhaftigkeit spielt, konzentriert sich das Drehbuch auf die Nebenhandlung, die vor allem aus Arabern besteht, die einen Putsch versuchen. Araber versuchen in gefühlt jeder zweiten Komödie einen Putsch.

Auch dieser Film ist also eine Aufbereitungsanlage älterer Pink-Panther-Gags mit immerhin zwei, drei zündenden Slapstickeinlagen. Herausragend ist die Interpretation der Titelmelodie durch die Band des US-amerikanischen Vokalkünstlers Bobby McFerrin, deshalb gilt für diesen Panther-Film: Das Beste daran ist sein Titelvorspann.

Wertung: 2 von 10 D-Mark
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