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Plakatmotiv: Jolt (2026)

Ein stylischer
Action
-Comic

Titel Jolt
(Jolt)
Drehbuch Scott Wascha
Regie Tanya Wexler, USA, Bulgarien, Frankreich 2021
Darsteller
Kate Beckinsale, Jai Courtney, Stanley Tucci, Bobby Cannavale, Laverne Cox, Constantine Gregory, Ori Pfeffer, David Bradley, Susan Sarandon, Lewis Ian Bray, Nathan Cooper, Joseph Grogan, Phie Sanderson, Steven Osborne, Tom Xander, Evan Sharp, Savvy Clement, Sofia Weldon u.a.
Genre Action
Filmlänge 91 Minuten
Deutschlandstart
22. Juli 2021 (Streaming-Premiere)
Inhalt

Die Türsteherin Lindy hat ein Aggressionsproblem und ist bekannt dafür, eine ziemlich kurze Zündschnur zu haben. Um sich unter Kontrolle zu halten, trägt sie eine mit Elektroden gefütterte Weste. Immer, wenn sie kurz davor ist, gemeingefährlich zu werden, kann sie sich mit ihrer Jacke wieder in die Normalität schocken.

Nachdem Justin, der erste Kerl, in den sie sich je verliebt hat, ermordet wird, begibt sie sich auf einen Rachefeldzug, um den Mörder zu finden, während die Cops sie als Hauptverdächtige verfolgen …

Was zu sagen wäre

Das ist eine schöne Prämisse für einen Actionfilm: Die Heldin hat ein Problem mit ihrer Impulskontrolle. Wann immer sie Puls kriegt, und sie bekommt häufig Puls, etwa bei jedem Arschloch, das ihr auf der Straße oder in der U-Bahn dumm kommt, schlägt sie erbarmungslos zu. Das Kind aus dysfunktionalem Elternhaus hat nie Liebe erfahren, stattdessen eine Wut entwickelt, die keine Medizin der Welt bislang in den Griff bekommen hat. Nicht mal, und da wird es interessant, nicht mal das Militär kann sie nutzen, weil Lindy und ihre Wut nicht zu kontrollieren sind – normalerweise sind solche Fälle mit Sonerbegabung im zeitgenössischen Film dann ja immer straff ausgebildete Agentinnen. Lindy nicht. Plakatmotiv: Jolt (2026) Ihr vertrauter Psychiater Dr. Munchin, den Stanley Tucci in bewährter Weise liebevoll charmant gibt (Nomis – Die Nacht des Jägers – 2018; Transformers 5: The Last Knight – 2017; Die Schöne und das Biest – 2017; Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 2 – 2015; Spotlight – 2015; Wild Card – 2015; Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 1 – 2014; Die Gärtnerin von Versailles – 2014; Transformers 4: Ära des Untergangs – 2014; Die Tribute von Panem: Catching Fire – 2013; The Company You Keep – Die Akte Grant – 2012; Die Tribute von Panem: The Hunger Games – 2012; Captain America: The First Avenger – 2011; Der große Crash – Margin Call – 2011; Julie & Julia – 2009; Inside Hollywood – 2008; Der Teufel trägt Prada – 2006; Darf ich bitten? – 2004; Terminal – 2004; Road to Perdition – 2002; America's Sweethearts – 2001; Lebe lieber ungewöhnlich – 1997; Harry außer sich – 1997; 2 Millionen Dollar Trinkgeld – 1994; Die Akte – 1993; Ein Hund namens Beethoven – 1992; Die Ehre der Prizzis – 1985), hat Ihr eine Weste entwickelt, mit der sie sich selber Stromstöße zur Beruhigung setzen kann, wenn ihr Herz wieder mal rast. Punkt. Das reicht als Erklärung im Film.

Wir lernen Lindy kennen, als sie Justin zum ersten Date trifft. Dieses Date überlebt die arrogante Kellnerin nur knapp, Lindy und Justin aber haben eine leidenschaftliche Nacht in Lindys Bett. Sie hat ihren Traummann gefunden. Wir freuen uns auf eine Filmromanze mit Impulskontrollenproblem, da liegt ihr neuer Lover auch schon mit zwei Schusslöchern im Kopf in einer Mülltonne. Statt der Romanze haben wir jetzt einen Rachefeldzug mit Impulskontrollenproblem, untermalt von zwei Detectivs, von denen die eine gerne glauben möchte, dass Lindy Justin getötet hat.

Tanya Wexler hält sich nicht lange mit Plausibilitäten auf. Sie inszeniert geradlinig aufs Ziel zu, Erklärballast hält sie von ihrem Film nach dem Prolog fern; in dem zeigt sie das Schicksal des armen ungeliebten, zunehmend aggressiver werdenden Mädchens und dessen unlösbares Problem. Danach geht es Schlag auf Schlag. Der stylisch ausgeleuchtete Film hat die Anmutung eines Comics, in dem auf Zwischentöne zugunsten der rasanten Handlung verzichtet wird. Der nicht groß für solche Aktionen ausgebildeten ehemaligen Türsteherin gelingt es mühelos, Hintermann für Hintermann ausfindig zu machen und genregemäß sehr schmerzhaft zu Geständnissen, bzw. Informationen zu bewegen, wer nun letztendlich der große Verantwortliche für den Mord an ihrem Lover ist. Sie prügelt sich durch Fight Clubs gegen Typen, die doppelt so groß und doppelt so breit sind wie sie. Sie verschafft sich Zugang zu einer streng abgesicherten Firmenzentrale, in der der End-Boss Hof hält, um am Ende festzustellen, dass sie zusammen mit uns von Anfang an falsch gelegen hat.

Vor ein paar Jahren hätte die Rolle der Lindy noch Jason Statham gespielt, der Dutzende solcher Rachetypen verkörpert hat. Hier ist es die eher zierlich anmutende Kate Beckinsale, die ihre Kampftauglichkeit in den "Underworld"-Filmen seit 2003 bewiesen hat (Zufällig allmächtig – 2015; Total Recall – 2012; Everybody's Fine – 2009; "Klick" – 2006; Aviator – 2004; Van Helsing – 2004; Underworld – 2003; Weil es Dich gibt – 2001; Pearl Harbor – 2001; Brokedown Palace – Die Hoffnung stirbt zuletzt – 1999; Viel Lärm um nichts – 1993), die sich ins Getümmel stürzt.

Überraschungen sind selten. Filme wie "Jolt" sind Genre-Stücke, die strengen Regeln folgen und sich maximal in ihrer Aufmachung voneinander unterscheiden. Im Mittelpunkt steht nur die Frage: Macht der Film Spaß?

"Jolt" macht Spaß.

Wertung: 5 von 8 €uro
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