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Kinoplakat: Mona Lisas Lächeln

Glatter Pseudo-Anspruch
für die ganze Familie

Titel Mona Lisas Lächeln
(Mona Lisa's Smile)
Drehbuch Lawrence Konner + Mark Rosenthal
Regie Mike Newell, USA 2003
Darsteller

Julia Roberts, Kirsten Dunst, Julia Stiles, Maggie Gyllenhaal, Marcia Gay Harden, Dominic West, Ginnifer Godwin, Juliet Stevenson, John Slattery, Topher Grace, Laura Allen, Marian Seldes, Terence Rigby, Donna Mitchell, Jordan Bridges u.a.

Genre Drama
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
22. Januar 2004
Inhalt

Die Neu-England-Staaten, 1953: Katherine Watson tritt die Stelle der Kunstgeschichts-Professorin am ehrwürdigen Mädchen-College Wellesley an. Sie kommt aus Kalifornien und gehört hier nicht her.

Sie hat keinen ehrwürdigen Stammbaum, sie ist keine Ehemalige und … sie ist Anfang 30 und unverheiratet. Sie gilt als „Freigeist”, manche sagen subversiv. Betty zum Beispiel. Die arrogante Schülerin kommt aus „bestem Haus”, wie man so sagt. Sie heiratet in wenigen Wochen. Ihre Mutter ist Vorsitzende des mächtigen Verbands der Ehemaligen, dessen Einfluss bis in die Gestaltung der Lehrpläne reicht.

Katherine braucht einige Zeit, um sich Respekt in ihrer Klasse zu verschaffen; und läuft dabei von einer Wand vor die nächste. Sie kann nicht verstehen, dass es für die Mädchen das Höchste sein soll, zu heiraten. Die Ehe als Bestimmung jeder „anständigen Frau”? Betty macht ihr das Leben in Wellesley zur Hölle. In Schülerin Joan glaubt Miss Watson, sich wiederzuerkennen. Joan zweifelt, ob sie bald heiraten, oder vielleicht doch Jura studieren soll. Giselle … will Sex. Sie ist im Grunde die ehrlichste in der Mädchenclique.

Die arrogante Betty heiratet, richtet ein schnuckeliges Heim ein und sieht ihren Ehemann kaum noch - er „muss arbeiten”. In New York. So hatte sich Betty das perfekte Leben nicht vorgestellt und mit einem Mal geraten ihr Weltbild und ihre Verachtung für die Kunstprofessorin ins Wanken. Die ist derweil ein finster beäugtes Techtelmechtel mit Kollege Bill eingegangen …

Was zu sagen wäre

Giselle, die Verruchte in der Mädchentruppe knotet ihre Hemden über dem Bauchnabel und lässt sich vorwiegend mit Über-50-Jährigen ein. Damit sie trotzdem nicht so ganz sympathisch wirkt und als Vorbild nicht taugt, raucht sie natürlich Kette. So stellen sich Millionen-Dollar-Produzenten das vor für ihr zahlendes Publikum.

Der ehrwürdige Ansatz des Films – Glaube an Dich, Sei Du selbst – der an "Club der toten Dichter" erinnert, wird plastisch für's Massenpublikum zusammengefasst: Entweder man ist ein van Gogh, oder man macht Malen nach Zahlen. So einfach muss das wohl gehen, wenn 20-Millionen-Dollar-Göttin Julia Roberts die Hauptrolle spielt und das Geld ja irgendwie wieder eingespielt werden muss – komplizierte Verhältnisse sind da hinderlich.

Julia Roberts (Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind – 2002; Ocean's Eleven – 2001; America's Sweethearts – 2001; Erin Brockovich – 2000; Die Braut, die sich nicht traut – 1999; Notting Hill – 1999; Seite an Seite – 1998; Fletchers Visionen – 1997; Die Hochzeit meines besten Freundes – 1997; Alle sagen: I love you – 1996; Michael Collins – 1996; Mary Reilly – 1996; Power of Love – 1995; I love Trouble – Nichts als Ärger – 1994; Die Akte – 1993; The Player – 1992; Hook – 1991; Flatliners – 1990; Pretty Woman – 1990; Magnolien aus Stahl – 1989; Pizza, Pizza – Ein Stück vom Himmel – 1988) ist, was sie immer ist: Zauberhaft. Sie hat eine Szene am Kaminfeuer, da sieht sie fast natürlich aus. Schön. Aber am Kaminfeuer liegt natürlich auch der gut aussehende Mann mit nacktem Oberkörper, dem das Drehbuch das fehlende charismatische Feuer in Form einer Liaison mit Schülerin Giselle in die Vita schreibt. Und weil auch das diesen etwas müden Typen nicht wirklich glutäugig werden lässt, ist er auch noch Professor für Italienisch. Madonna!!

Kirsten Dunst (Spider-Man – 2002; Small Soldiers – 1998) darf als nicht-für-das-Leben-sondern-für-die-Schule-lernen-wir-Zicke Erfahrung sammeln, wie man sich als Counterpart zu einer Julia Roberts behauptet.

Kurz: Eigentlich kann man diesen Film geschmeidig ignorieren. Er funktioniert, wie diese Filme um eine Loser-Sportmannschaft – wahlweise Football, Baseball, Basketball etc. – die sich zusammenrauft, Ehrgeiz entwickelt, Fans gewinnt und schließlich ins Endspiel kommt. Gewinnt sie da, war's ein Film für die ganze Familie. Verliert sie da, nennt man das im amerikanischen Kino „Drama”. In diesem Film liegt wohl der Fall eines Dramas für die ganze Familie vor.

Ein Film, hübsch anzuschauen, mit Julia Roberts, schönen Bildern und einem Soundtrack, so austauschbar, dass er schon beim zweiten Takt deutlich macht: Hallo Zuschauer, lehn Dich zurück, entspann Dich, wir muten Dir auch bestimmt keine Überraschung zu.

Wertung: 3 von 6 €uro
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