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Plakatmotiv: Jungle Cruise (2021)

Aalglatter Abenteuerfilm
für's juvenile Sommerkino

Titel Jungle Cruise
(Jungle Cruise)
Drehbuch Michael Green & Glenn Ficarra & John Requa & John Norville & Josh Goldstein
Regie Jaume Collet-Serra, USA 2021
Darsteller
Dwayne Johnson, Emily Blunt, Edgar Ramírez, Jack Whitehall, Jesse Plemons, Paul Giamatti, Veronica Falcón, Dani Rovira, Quim Gutiérrez, Dan Dargan Carter, Andy Nyman, Raphael Alejandro, Simone Lockhart, Pedro Lopez, Sulem Calderon, Sebastian Blunt, Mark Ashworth, Allan Poppleton u.a.
Genre Abenteuer
Filmlänge 127 Minuten
Deutschlandstart
29. Juli 2021
Inhalt

London, 1916: Während des Ersten Weltkriegs stiehlt Lily Houghton eine kürzlich geborgene Pfeilspitze. Ihr Bruder MacGregor glaubt, dass sie mit dieser die "Tränen des Mondes" finden können, Blüten eines legendären Baumes mit wundersam heilenden Kräften wie denen eines Jungbrunnens, die die moderne Medizin revolutionieren könnte. Dieser soll sich inmitten des Dschungels am Amazonas befinden. Unzählige Entdecker haben im Laufe der Jahrhunderte versucht, ihn zu finden, darunter spanische Konquistadoren.

In Brasilien angekommen mieten Lily und MacGregor ein Flussboot, dessen Kapitän Frank Wolff sie mit dem ramponierten Gefährt dem er den Namen "La Quila" gegeben hat auf der Suche im Gebiet des Amazonas begleiten und führen soll …

Was zu sagen wäre

Ist das 'ne Themenpark-Attraktion?“ war meine erste Frage, als der Trailer im Kino lief. Und ja, es ist eine solche. In mehreren Disney-Parks simuliert sie eine Bootsfahrt auf mehreren großen Flüssen Asiens, Afrikas und Südamerikas. Plakatmotiv: Jungle Cruise (2021) Sowas haben die Disney-Leute schon einmal hinbekommen. Damals hieß das ganze Konstrukt Pirates of the Caribbean. und wurde ein großer Erfolg. Jetzt also "The Jungle Cruise". Ein Film, der beweist, dass Themenpark-Attraktionen keine sichere Bank für gute Filme sind.

Grundsätzlich ist alles dabei, was zu einem Abenteuerfilm fürs sommerliche Kino gehört: der Amazonas, undurchdringliche Wälder, wilde Wilde, die sich ihren Lebensunterhalt als Touristenschreck verdienen, jede Menge Schlangen, ein alter Fluch mit grausigen Folgen, dazu ein unerschrockener Skipper, ein bald schrottreifes Boot und eine blonde Engländerin, die vor nichts Angst hat, außer vor Wasser. Und Stromschnellen gibt es auch. Jaume Collet-Serra (The Commuter – 2018; The Shallows: Gefahr aus der Tiefe – 2016; Non-Stop – 2014; Unknown Identity – 2011) schöpft aus dem Vollen und liefert müde Alltagsware ab. Was wohl daran liegt, das sein Abenteuerfilm eben alles hat, aber nichts Neues bietet; ein freundlicher Leopard, der zwischenzeitlich mal den einen oder anderen Schurken anfällt, ansonsten friedlich mit seinen Menschen lebt und in den meisten Fällen komplett aus den Computern der CGI-Künstler zugespielt wird, ist seit Disneys Jungle Book auch keine tolle Neuigkeit mehr.

Der größte Spezialeffekt ist die Besetzung. Dwayne Johnson und Emily Blunt ("Der Duft von wildem Thymian" – 2020; Mary Poppins' Rückkehr – 2018; "A Quiet Place" – 2018; Girl on the Train – 2016; The Huntsman & the Ice Queen – 2016; Sicario – 2015; Edge of Tomorrow – 2014; Looper – 2012; Der Plan – 2011; Wolfman – 2010; Der Krieg des Charlie Wilson – 2007; Der Teufel trägt Prada – 2006) harmonieren prächtig in ihren andauernden Streitereien. Ältere Kinogänger werden sich an John Houstons Klassiker African Queen (1951) erinnert fühlen, in dem sich Humphrey Bogart und Katherine Hepburn auf einem schrottreifen Boot in Afrika stritten, bis sie sich in den Armen lagen. Der 70 Jahre alte Film hat nichts von seiner Schönheit und Spannung eingebüßt. Der vorliegende Film, das macht die Erinnerung an 70 Jahre alte Filme deutlich, ist weder schön noch spannend, Plakatmotiv: Jungle Cruise (2021) sondern leidlich unterhaltsam und durch seine Computerbilder mit schönen Sonnenuntergängen, großen Flusslandschaften und bunten Vögeln sehr glatt. Was dem Abenteuer im Kinosessel das Abenteuer nimmt. Manche Filme leben auch von ihrer Produktionsgeschichte, African Queen sogar so sehr, dass Clint Eastwood daran angelehnt 1990 seinen Film "Weißer Jäger, schwarzes Herz" drehte; in African Queen konnte man die Mückenstiche spüren, das Schmieröl riechen, mit denen die Crew täglich zu kämpfen hatte. Die Dreharbeiten zu "Jungle Cruise" haben in mit grünem Stoff ausgekleideten Filmstudios stattgefunden, in denen jeden Abend geputzt wurde. Im Film treibt Franks schrottreifer Kahn durch Stromschnellen auf einen Wasserfall zu. Auch diese Szene ist fester Bestandteil solcher Dschungelabenteuerfilme. Aber gänzlich unspannend. Stürzt es ab? Stürzt es nicht ab? egal! Stürzt das Schiff ab, ist lediglich die Frage, welche Lösung den fünf Drehbuchautoren einfällt, um das Schiff ganz zu lassen, damit der Film weitergehen kann. Gefährlich sieht das alles nicht aus.

Dwayne Johnson dreht häufiger Film für die jüngere Generation (Jumanji – The next Level – 2019; Fast & Furious: Hobbs & Shaw – 2019; Skyscraper – 2018; Rampage – Big meets Bigger – 2018; Jumanji: Welcome to the Jungle – 2017; Baywatch – 2017; Fast & Furious 8 – 2017; Central Intelligence – 2016; San Andreas – 2015; Hercules – 2014; Pain & Gain – 2013; Empire State – 2013; G.I. Joe – Die Abrechnung – 2013; Snitch – Ein riskanter Deal – 2013; Die Reise zur geheimnisvollen Insel – 2012; Faster – 2010; Zahnfee auf Bewährung – 2010; Die Jagd zum magischen Berg – 2009; Walking Tall – Auf eigene Faust – 2004; Welcome to the Jungle – 2003; The Scorpion King – 2002; Die Mumie kehrt zurück – 2001). Und dieses hier ist so einer. Als 12-Jähriger hätte ich bestimmt meinen Spaß gehabt und mich bei den matschigen Untoten (de natürlich auftreten) gegruselt. Als Erwachsener finde ich das so aufregend, wie die titelgebende Bootsfahrt in den Disney-Parks.

In Erinnerung wird der Film vielleicht bleiben, weil er der erste Film aus den Disney Studios ist, in dem es eine homosexuelle Figur gibt. Prompt hagelte es Empörung, weil Jack Whitehall, der diese Rolle spielt, selber gar nicht schwul ist.

Wertung: 2 von 8 €uro
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