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Plakatmotiv: Zahnfee auf Bewährung (2010)

Einer dieser Kinderfilme, die glauben
dass Kinder keine Qualität brauchen

Titel Zahnfee auf Bewährung
(Tooth Fairy)
Drehbuch Jim Piddock + Lowell Ganz + Babaloo Mandel + Joshua Sternin + J.R. Ventimilia + Randi Mayem Singer
Regie Michael Lembeck, USA, Kanada 2010
Darsteller

Dwayne Johnson, Ashley Judd, Julie Andrews, Stephen Merchant, Ryan Sheckler, Billy Crystal, Seth MacFarlane, Chase Ellison, Destiny Whitlock, Brandon T. Jackson, Dan Joffre, Ellie Harvie, Barclay Hope, Michael Daingerfield, Dale Wolfe, Josh Emerson u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 101 Minuten
Deutschlandstart
18. März 2010
Inhalt

Derek Thompson ist Profi-Eishockeyspieler. Seine besten Zeiten liegen jedoch hinter ihm: Meistens sitzt er auf der Bank und wenn er dann mal aufs Feld gelassen wird, dann eher als eine Art Maskottchen.

Denn Derek schlägt seinen Gegnern gerne mal einen Zahn aus – seinen Spitznamen "Zahnfee" hat er sich deshalb redlich verdient. An die Zahnfee glaubt er aber trotzdem nicht – und als er der kleinen Tochter seiner Freundin Carly diese Wahrheit aufdrücken will, kassiert er prompt die Rechnung: Unter seinem Kopfkissen findet er eine Vorladung ins Feenreich.

Als Strafe für seine mutwillige Zerstörung kindlicher Phantasiegebilde verdonnert ihn die Oberfee Lily zu zwei Wochen Strafarbeit: natürlich als Zahnfee …

Was zu sagen wäre

Naja, ein Film mit einer Zahnfee, also für die sehr junge Zielgruppe. Die Titelrolle spielt ein Wrestler, der sich erst kürzlich auf die Spuren Arnold Schwarzeneggers begeben hat: Dwayne Johnson (Die Jagd zum magischen Berg – 2009; "Welcome to the Jungle – 2003; The Scorpion King – 2002; Die Mumie kehrt zurück – 2001).

Dies ist einer dieser Filme, für die man Kinder im Vorschulalter haben muss. Nur dann ergeben sie Sinn; vor allem für die Kinder im Vorschulalter. Aber der Ex-Wrestler Dwayne Johnson holt auch ein paar Familienväter ab und plötzlich hat man einen Film für die ganze Familie. Schade, dass dann so überhaupt keine Energie in eine smarte Story investiert wurde.

Wir lernen den Helden kennen als Glücksspieler, der ein kleines Kind um ein paar Dollar betrügt. Weil er dem Kind in der Folge dann klar machen will, dass es sowas wie eine Zahnfee gar nicht gibt, begibt er sich in Teufels Küche. Streng genommen landet er nicht in Teufels, sondern in Julie Andrews' Küche. Die hat einst Mary Poppins verkörpert und hat damit – für die mittlerweile Erwachsenen – Glaubwürdigkeitsstatus 10 von 10.

Wir erfahren auch nicht, wer dieser Derek Thompson ist, um dessen Schicksal es hier geht. In Eishockeykreisen ist er als "Zahnfee" bekannt, weil er als Spieler ordentlich auszuteilen versteht. Das sehen wir aber nicht. Wir erfahren es aus Dialogen, die zentrale Figuren aufsagen. Den Karriere- und vor allem den Lebenskonflikt, den der zur Zahnfee umfunktionierte Derek durchlebt, bleibt im Film unbehandelt. Derek schafft es, die Träume eines juvenilen Gitarrespielers sowie die eines kleinen Mädchens zu erfüllen. Sein eigenes Leben aber endet mit dem Abspann als Jemand, der ohne berufliche Perspektive einen Heiratsantrag stellt. Das ist für Kinder toll, die einen Orientierungsdaddy brauchen, weil der die Mama heiratet und dann als Daddy zur Verfügung steht – das ist so die Hollywood-Sicht auf familiäre Dinge.

Aber der Film ist langweilig. Durchschaubar.

Der Titelheld ist okay. Dwayne Johnson bringt eine ordentliche Portion Charisma mit, mit der die von ihm gespielte Figur wenig anfangen kann. Die sechs Autoren des Drehbuchs haben keine Vorstellung davon, wie sie aus The Rock, Zahnfee und ein paar Kindern einen halbwegs spannenden Film machen sollen.

Offen bleibt am Ende die Frage: Warum braucht das Feen-Reich eigentlich die Zähne von jungen Menschen? Das kann auch ein Menschenberg wie Dwayne Johnson nicht beantworten.

Wertung: 2 von 7 €uro
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