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Kinoplakat: Illuminati
Schnitzeljagd durch die Ewige Stadt
Viel besser als sein Vorgänger
Titel Illuminati
(Angels & Demons)
Drehbuch David Koepp + Akiva Goldsman
nach dem gleichnamigen Roman von Dan Brown
Regie Ron Howard, USA, Italien 2009
Darsteller Tom Hanks, Ewan McGregor, Ayelet Zurer, Stellan Skarsgård, Pierfrancesco Favino, Nikolaj Lie Kaas, Armin Mueller-Stahl, Thure Lindhardt, David Pasquesi, Cosimo Fusco, Victor Alfieri, Franklin Amobi, Curt Lowens, Bob Yerkes, Marc Fiorini, Carmen Argenziano, Howard Mungo u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 138 Minuten
Deutschlandstart
13. Mai 2009
Inhalt

Der Papst ist gestorben. In wenigen Tagen tritt das Konklave zusammen. Gleichzeitig wird im CERN, dem Europäischen Atomforschungs-Zentrum frisch erzeugte Antimaterie gestohlen. Trifft sie auf Materie, … gibt es ein großes Loch in der Erde. Gleichzeitig werden in Rom die vier aussichtsreichsten Kandidaten für die Papst-Nachfolge – die Preferiti – entführt. Gleichzeitig schwimmt der Symbologe Robert Langdon im Schwimmbecken von Harvard seine Bahnen und wird von einem Vatikan-Offizier unterbrochen und gebeten, ihn nach Rom zu begleiten. Augenscheinlich wurde der Geheimbund der Illuminati aktiv.

Der Geheimbund, ein Zusammenschluss großer Wissenschaftler vergangener Jahrhunderte, war von der katholischen Kirche verfolgt und ausgerottet worden. So wie es aussieht, suchen ihre Nachfahren nun zur Zeit der Sedisvakanz ihre Rache. Langdon und die italienische Atomphysikerin Vittoria Vetra (die die Antimaterie physisch erfunden hat) sind zur rechten Zeit am rechten Ort: Rom! Ihnen bleiben fünf Stunden.

Fünf Stunden, in denen sie die geheime Kirche der Illuminati finden, die Schweizer Garde in Schach halten, vier Kardinäle vor einem grausigen Schicksal bewahren, den künftigen Papst retten und eine Verschwörung hinter den Mauern der Kirche aufdecken müssen …

Was zu sagen wäre

Kinoplakat: IlluminatiAus dem Symbolologen Langdon wurde der Symbologe. Na gut: Spricht sich leichter. Und sogar die Feuilletons haben immer lieber vom Symbologen gesprochen. Klingt irgendwie einleuchtender.

Aber now to somesthing completeley different: Großes Kino. Große Schauwerte. Die Ewige Stadt ist eine wunderbare Kulisse; wenn auch größtenteils in den SONY-Studios in Culver-City nachgebaut. Dieser Film hat, was seinem Vorgänger (der literarisch eigentlich der Nachfolger die Illuminaten-Story ist) fehlte: Ruhe! Es müssen nicht dauernd Ölgemälde interpretiert, Tempelritter erklärt und sinnlos geheimnisvoll agierende Poizisten verscheucht und all dies dann zwischendrin mit atemloser Action kompensiert werden.

In „Illuminati“ ist die Ausgangslage klar und deutlich. Die handelnden Personen haben alle ihren Platz und sind großartig besetzt: Ewan McGregor (Cassandras Traum – 2007; Die Insel – 2005; Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung – 1999; Trainspotting – Neue Helden – 1996) als Camerlengo – eine juvenile Autorität, ohne je die Stimme erheben zu müssen. Stellan Skarsgård als Chef der Schweizer Garde – ein mürrischer Knochen, undurchsichtig und professionell. Tom Hanks („Der Krieg des Charlie Wilson“ – 2007; The Da Vinci Code – Sakrileg – 2006; Terminal – 2004; Catch Me If You Can – 2002; Road to Perdition – 2002; Cast Away – 2000; Der Soldat James Ryan – 1998; Apollo 13 – 1995; Forrest Gump – 1994; Philadelphia – 1993; Splash: Jungfrau am Haken – 1984) als Prof. Langdon – smart, cool und glaubwürdig („Professor, glauben Sie an Gott?”, „Ähm … ich bin Wissenschaftler, und …”). Ron Howard, versierter Regisseur großer Vertreter des zeitgenössischen Kinos („Frost/Nixon“ – 2008; The Da Vinci Code – Sakrileg – 2006; „Das Comeback“ – 2005; A Beautiful Mind – 2001; „Der Grinch“ – 2000; EDtv – 1999; Kopfgeld – 1996; „Schlagzeilen“ – 1994; „In einem fernen Land“ – 1992; Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen – 1991; „Willow“ – 1988; „Cocoon“ – 1985; Splash: Jungfrau am Haken – 1984; „Nightshift – Das Leichenhaus flippt völlig aus“ – 1982), braucht bloß noch seine Erfahrung auszuspielen, um das Projekt über die Ziellinie zu bringen.

Klar: Wer die Lösung kennt, also das Buch gelesen hat, ist klar im Spannungsnachteil. Aber diesem Film können auch die Leser noch einiges abgewinnen. Regie, Kamera, Akteure und die Schauplätze sorgen für satte Filmfreude. Keine Freude ruft hervor, dass es Kinos gibt, die dem Film nach 70 Minuten eine Zwangpause einoperieren – „weil er ja Überlänge hat“. Da mag man schon mal – analog zum Film – die heilige Kirche Kino in ihre Bestandteile aufgelöst sehen.

Wertung: 4 von 6 €uro
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