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Videocover: Alles hört auf mein Kommando (1985)
Ein cooler Tom Hanks
Ein Film, der nicht zündet
Titel Alles hört auf mein Kommando
(Volunteers)
Drehbuch Keith Critchlow + Ken Levine + David Isaacs
Regie Nicholas Meyer, USA 1985
Darsteller
Tom Hanks, John Candy, Rita Wilson, Tim Thomerson, Gedde Watanabe, George Plimpton, Ernest Harada, Allan Arbus, Xander Berkeley, Ji-Tu Cumbuka, Guillermo Río, Jacqueline Evans, Pamela Gual, Philip Guilmant, Chick Hearn u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
8. Oktober 1987 (Videopremiere)
Inhalt

Lawrence Whatley Bourne III studiert an der Yale University. Er häuft Spielschulden an, taucht unter und wird zum Mitglied des Friedenskorps. Als solcher wird er in Thailand eingesetzt, wo eine Brücke gebaut wird. Bourne lernt Beth Wexler und Tom Tuttle kennen, die das Friedenskorps mit derselben Aufgabe betraute. Er lädt Wexler zu sich ein; sie willigt erst ein, als er ihr echte Cola verspricht.

Plakatmotiv (US): Volunteers – Alles hört auf mein Kommando (1985)Die CIA, kommunistische Rebellen wie auch ein ortsansässiger Drogenbaron wollen die Kontrolle über die Brücke übernehmen. Tuttle, der bisher überzeugte Amerikaner, wird nach dem Gespräch mit dem Anführer der Kommunisten zum überzeugten Hasser des kapitalistischen Imperialismus, gegen den er in leidenschaftlichen Tiraden wettert. Der Drogenbaron lässt von einem mit ihm zusammenarbeitenden CIA-Agenten Wexler entführen; Bourne befreit die Frau.

Wexler schlägt vor, die Brücke in die Luft zu sprengen. Die Ortsbewohner stimmen dem begeistert zu. Tuttle will die Sprengung verhindern und bedroht die Menschen mit einer Stange Sprengstoff …

Was zu sagen wäre

Vielleicht kein Wunder, dass der Film in Deutschland nur auf Video erscheint, obwohl das Interesse an Tom Hanks auch hierzulande gewachsen ist (Der Verrückte mit dem Geigenkasten – 1985; Bachelor Party – 1984; Splash – Jungfrau am Haken – 1984). „Alles hört auf mein Kommando“ ist eine seltsame Michung aus Kriegklamotte mit Anlehnungen an „Die Brücke am Kwai“ und einer Feier des hedonistischen US-Charakters. Hanks ist wunderbar als schnöseliger Erbe, der sich im wahren Leben erst zurechtfinden muss. Diese Art Rolle beherrscht er, zeigt sie ja auch nicht zum ersten Mal. Obwohl sein Lawrence Whatley Bourne III. aus dem Dschungel eigentlich nur rasch wieder heim will, findet er sich dort besser zurecht, als John Candy, der als guter Amerikaner unbedingt alles richtig machen will und dabei die Einwohner gegen sich aufbringt; warum nur sind die Thais so sauer, wenn er heilige Bäume fällen will? In Nullkommanichts eignet sich Lawrence die Sprache der Thai an, weil er „ja kommunizieren“ muss beim Brückenbau, während die friendensbewegten Entwicklungshelfer im Glauben leben, armen Eingeborenen zur Hand gehen zu müssen.

DVD-Cover: Alles hört auf mein Kommando (1985)Die Lebensweise im Dschungel von Thailand kommt den charmanten, der Arbeit nicht zugeneigten Schnösel sehr gelegen. Als ihm der Drogenbaron verspricht, wenn Lawrence die Brücke fertig baue, könne er verlangen, was immer er wolle, antwortet der: „Ach, so läuft das: In Yale schicken sie Dich zu Vorstellungsgesprächen.“ Dieser Amerikaner kann nichts, was hier gebraucht wird, ist aber Parkettsicher. Und damit kommt er im wilden Thailand durch, das auf Hilfe auf allen Ebenen angewiesen ist. Die gute Yale-Bildung erweist sich auch im Dschungel als wertvoller als erlerntes Handwerk, Erziehung ist auch im Dschungel wichtiger als Überlebenskampf. Da feiert sich der American Way Of Life in seiner Ur-Form. Immerhin: CIA und Militär erweisen sich als intrigante böse Buben. Der Peace-Corps-Chef ist geil auf Beth Wexler und entpuppt sich dann als CIA-Schläger. Heißt: Die USA sind das eigentliche Unheil im Peace Corps und wollen eigentlih auch gar nicht helfen, sondern ihren Way of Life transportieren: „Keiner war verrückt auf die Brücke.“ sagt am Ende einer. gebaut wurde sie trotzdem – wohl, um den Eingeborenen mal zu zeigen, was geht.

Einmal werden Lawrence und sein asiatischer Freund vom Schwarzmarktboss entführt. Lawrence ist sicher: „Wenn er us töten wollte, wären wir längst tot.“ „Vielleicht hat er ja Schlimmeres vor.“ „Nein, nein. Das ist purer Kapitalismus.“ „Was ist Kapitalismus?“ „Ihr Asiaten seid echte Witzbolde.

Ein paar Gägs, die zünden in einem Film, der nicht zündet. Alles bleibt mir fremd, als würde ich einen Film gucken, in dem Außerirdische Urlaub auf einem anderen Planeten machen.

Wertung: 4 von 10 D-Mark
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