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DVD-Cover: Der Verrückte mit dem Geigenkasten (1985)
Nichts Neues an der
Geheimdienstfront
Titel Der Verrückte mit dem Geigenkasten
(The Man with One Red Shoe)
Drehbuch Robert Klane
nach dem Drehbuch der französischen Komödie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ von Francis Veber + Yves Robert
Regie Stan Dragoti, USA 1985
Darsteller

Tom Hanks, Dabney Coleman, Lori Singer, Charles Durning, Carrie Fisher, Edward Herrmann, Jim Belushi, Irving Metzman, Tom Noonan, Gerrit Graham, David L. Lander, Ritch Brinkley, Frank Hamilton, Dortha Duckworth, David Ogden Stiers u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 92 Minuten
Deutschlandstart
14. Mai 1987 (Videopremiere)
Inhalt

Der stellvertretende CIA-Direktor Cooper schiebt mit Hilfe von Leuten seiner Abteilung einem CIA-Agenten in Marokko einen Kokainhandel unter, um durch diese Affäre den CIA-Leiter Ross zu stürzen und abzulösen. Doch dieser weiß um das Komplott seines Stellvertreters, lässt sich vom Senatskomitee 48 Stunden Zeit geben, um weitere Fakten zur Verhaftung in Marokko zu präsentieren und in seinem verwanztem Haus Cooper ein Gespräch mit seinem Vertrauten Brown mithören, dass ein Geheimnisträger am Flughafen eintreffen soll, der alles aufklären kann. Brown, der einen zufälligen Passagier begrüßen soll, um Cooper auf eine falsche Fährte zu bringen, entscheidet sich für den Geiger Richard Drew.

Plakatmotiv (US): The Man with One Red Shoe (1985)Cooper und sein Team setzen sich auf die Fährte Drews, der zunächst auch von zwei von Browns Männern beschattet wird. Aber auch die Verführung Drews durch Coopers Agentin Maddy bringt keine Geheimnisse zutage, außer dem Ergebnis, dass sich beide verlieben …

Was zu sagen wäre

Und ewig juxt die professionell dämliche Geheimniskrämerei hauptb eruflicher Geheimdienste, in denen Beamte das Sagen haben, nicht immer die Profis. Der Film von Stan Dragoti ist eine Neuverfilmung des französischen Pierre-Richard-Hits „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ für den US-amerikanischen Markt, die in keinem Punkt überzeugen kann.

Dass Geheimdienste in Hollywoodkomödien gaga sind, Agenten über die eigenen Fallen stolpern, in einem Schuh, der anders aussieht, als der Schuh am anderen Fuß und noch dazu mit weißen Schnürbändern geschnürt ist, eine raffinierte Geheimsprache vermuten, ist Schnee von gestern. Und ein CIA-Boss, der für die eigene Karriere über die Leiche eines unschuldigen Simplicissimus geht, … naja, das ist irgendwie abgegriffen: „Sein Telefon wird rund um die Uhr abgehört, Sir. Und zwei Jungs im Wanzenbus kurven dauernd um den Häuserblock.“ „Ausgezeichnet!“ „Es dauert nicht lange, dann hat er den Coup durchschaut. Cooper ist ausgewichst. Die Jahre im Außendienst haben ihn geschult.“ „Ich werde Ihnen was sagen, warum er gar nichts merken wird: Dieser Bursche denkt zu kompliziert, stellt sich deshalb selber Fallen. Wir haben eigentlich nur den den Köder ausgelegt.“ Und dann bleibt die blonde Lori-Singer mit ihrer Farah-Fawcett-Gedächtnismähne im Reißverschluss von Tom Hanks' Hosehängen, während alte CIA- Männer und alte CIA-Frauen hinter Spezialglas zuschauen … nun ja.

Aber Neues bleibt der Film schuldig. Also erleben wir einen Hoffnungsträger des Hollywoodkinos von Morgen, Tom Hanks (Bachelor Party – 1984; Splash – Jungfrau am Haken – 1984), in einer durch und durch albernen Langeweile voller Geheimdienst-Klischees inklusive der Großen Blonden mit der Spiegelglas-Sonnenbrille.

Tom Hanks ist ein großer Clown mit Körperbeherrschung. Nachdem CIA-Leute sein Bad verwanzt haben und dabei die Wasserflüsse durcheinandergebracht hat, nimmt er das, anstatt sich ordentlich zu wundern, gottergeben zur Kenntnis und führt – der Knopf der Klospülung setzt den Wasserhahn in Gang? Ein wenig kompliziert, aber machbar – ein wunderbares Ballett zwischen Badewanne, Kloschüssel und Waschbecken auf. Eine schöne Miniatur inmitten lauter Langeweile, in der Carrie Fischer die promiskuitive Gattin von Hanks' Orchesterkollegen spielt und dabei eine Abart ihres Bikinis aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter tragen muss.

Dass der deutsche Filmmarkt dem Film wenig zutraut, lässt sich einerseits daran ablesen, dass der Film gleich auf Video herauskam, und Tom Hanks auch nich im Titel das Adjektiv „verrückt“ angeheftet wird, was wohl irgendwie die Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Fans locken soll. Dabei ist Tom Hanks' Charakter in diesem Film der ziemlich einzig nicht Verrückte – im Original ist er schlicht The Man with the One red shoe.

Wertung: 3 von 10 D-Mark
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