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Plakatmotiv: Das Rätsel des silbernen Halbmonds (1972)

Einer dieser Krimis, in denen ein
Designer klüger ist als die Polizei

Titel Das Rätsel des silbernen Halbmonds
(Sette orchidee macchiate di rosso)
Drehbuch Umberto Lenzi & Paul Hengge & Roberto Gianviti
nach Motiven von Edgar Wallace
Regie Umberto Lenzi, Italien, BRD 1972
Darsteller

Uschi Glas, Antonio Sabato, Petra Schürmann, Rossella Falk, Pier Paolo Capponi, Marina Malfatti, Renato Romano, Claudio Gora, Gabriella Giorgelli, Aldo Barberito, Bruno Corazzari, Marisa Mell, Franco Fantasia, Ivano Davoli, Linda Sini, Nello Pazzafini, Carla Mancini, Enzo Andronico, Fulvio Mingozzi u.a.

Genre Krimi, Mystery
Filmlänge 85 Minuten
Deutschlandstart
30. Juni 1972
Inhalt

Ein rätselhafter Mord erschüttert Rom. Eine junge Prostituierte wird auf einem Parkplatz brutal ermordet, und am Tatort findet die Polizei in ihrer Hand das Medaillon eines silbernen Halbmonds. Zum Täter gibt es keine Hinweise.
Kurz darauf geschehen weitere entsetzliche Morde an Frauen, und jedes Mal hinterlässt der Killer sein Markenzeichen. Welche Verbindung besteht zwischen den Ermordeten? Als auch Giulia während ihrer Hochzeitsreise von dem Täter überfallen wird, tappt die Polizei vollkommen im Dunkeln, da sich kein Zusammenhang herleiten lässt.

Mario, der Mann von Giulia, versucht dem Täter auf eigene Faust auf die Schliche zu kommen und kann nach kurzer Zeit bereits einige Zusammenhänge aufdecken, doch der Mörder ist gewarnt und attackiert auch Mario …

Was zu sagen wäre

Ein rätselhafter Serienmörder geht um in Rom. die Polizei ermittelt in allerlei Richtungen, ignoriert Offensichtliches und lässt einen Modedesigner die Arbeit tun. Er heißt Mario und wäre beinahe während der Hochzeitsreise schon Witwer geworden. Das motiviert ihn. Weil seine dem Tod gerade noch so von der Schippe gesprungene Frau Giulia einen entscheidenden Hinweis auf den silbernen Halbmond geben kann, den jede Tote in der Hand hält, befindet sich Mario schnell auf der richtigen Spur. Die Polizei präsentiert derweil einen Mörder, der nach zwei Tagen intensiven Verhörs die Taten gestanden hat, und ignoriert weiterhin die heißen Spuren von Giulia und Mario.

Die Polizei in solchen Fernsehkrimis ist oft dümmer als die Polizei erlaubt. Für diesen Fall gilt das ganz besonders. Vielleicht, weil nicht Scotland Yard, dessen Beamten Edgar Wallace wenigstens ein Mindestmaß an Intellekt zubilligte, die Ermittlungen führt, sonder die römische Polizei. In den Edgar-Wallace-Filmen jüngeren Datums haben auch schon Lehrer die eigentlichen Ermittlungen geführt. Oder Zirkusdirektoren. DVD-Cover: Das Rätsel des silbernen Halbmonds (1972) Nun also Mario, der Designer. Er lässt seine Arbeit liegen und widmet sich ganz der Detektivarbeit, zu der seine Frau ein paar hinweise beisteuern darf. Giulia wird gespielt von Deutschlands Film-"Schätzchen" Uschi Glas (Die Feuerzangenbowle – 1970; Winnetou und das Halbblut Apanatschi – 1966). Mehr als hilflose Fragen stellen und schreien, wenn der Killer sie angreift, bleibt ihr nicht zu tun. Anhand einer Namensliste, die Giulia zusammengestellt hat, geht Mario davon aus, dass noch vier Frauen in Lebensgefahr schweben. Also fährt Mario mit seinem Alfa-Cabrio nun dauernd vor Landsitzen vor und befragt deren Bewohner. Die Polizei, die irgendwann merkt, dass der geständige Mörder nicht der Halbmondmörder ist, schließt sich Marios Suche an, kann aber nicht verhindern, dass weitere Frauen ermordet werden. Mit jeder Toten wird das Motiv des Mörders klarer und abstruser. Zum Showdown kommt es in einem Swimmingpool.

Nichts an diesem Film, mit Ausnahme der schönen italienischen Landschaften, funktioniert. Am allerwenigsten das Motiv. Da will einer planvoll sieben Frauen umbringen, weil er Rache nehmen will an einer von denen, ohne bedauerlicherweise zu wissen, welche der sieben die Rache denn vielleicht auch verdient hätte; dann eben alle sieben. Dass er dabei auch unbeobachtet in bevölkerte Gebäude und abgeschlossene Badezimmer eindringen kann, ist seinem unheimlichen Wesen als Killer in einer Edgar-Wallace-Verfilmung zu verdanken; da konnten die Killer ja immer schon so einiges. Wobei der Begriff "Verfilmung" es hier nicht mehr trifft. Die Autoren Umberto Lenzi, Paul Hengge und Roberto Gianviti haben sich an Motiven von Edgar Wallace orientiert und daraus ein Drehbuch gemacht, dass Umberto Lenzi dann ohne jeden Wallace-Charme inszeniert hat. Es müssen nicht in jeder Wallace-Verfilmung Nebel und die düsteren Docks an der Themse auftreten, aber "Edgar Wallace Film" ist ein Markenzeichen, dessen Kern geschützt werden sollte. "Das Rätsel des silbernen Halbmonds" ist ein stinknormaler, durchschnittlicher Krimi, der weniger Spannung erzeugt, als so manche Folge der ZDF-Serie "Der Kommissar".

Wertung: 2 von 8 D-Mark
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