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Plakatmotiv: Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966)

Abenteuerfilm für
die ganze Familie

Titel Winnetou und das Halbblut Apanatschi
Drehbuch Fred Denger
frei nach Motiven von Karl May
Regie Harald Philipp, BRD, It., Jug. 1966
Darsteller

Lex Barker, Pierre Brice, Götz George, Uschi Glas, Walter Barnes, Ralf Wolter, Miha Baloh, Marija Crnobori, Ilija Dzuvalekovski, Marinko Cosic, Petar Dobric, Vladimir Leib, Abdurrahman Shala, Nada Kasapic, Giancarlo Bastianoni u.a.

Genre Abenteuer, Western
Filmlänge 90 Minuten
Deutschlandstart
19. August 1966
Inhalt

Apanatschi ist die Tochter des weißen Siedlers Mac Haller und seiner indianischen Frau Mine-Yota. Zu ihrem 21. Geburtstag schenkt ihr Vater ihr eine Goldmine alte Goldmine, die an einem geheimen Ort in den Bergen liegt. Am Abend sind Jeff, Apanatschi Verlobter, und zwei befreundete Pelzjäger zu Gast. Diese beiden entdecken im Haus ein Goldnuggett und stellen Mac Heller zur rede. Sie fordern einen Anteil an der Mine, von deren Existenz jahrzehntelang nur Mac und Winnetou wussten.

Bald weiß auch Curry Bill von dem Gold, der sich mit seiner 80 Mann starken Bande in Rocky.Town eingerichtet hat. Er plant, Apanatschi und ihren kleinen Bruder Happy gefangen zu nehmen. Doch die beiden finden bei Old Shatterhand und dessen Freund Sam Hawkens Unterschlupf. Als den Banditen dennoch gelingt Apanatschi und Happy gefangen zu entführen, nehmen Old Shatterhand und Winnetou den Kampf auf …

Was zu sagen wäre

Eine Goldader wird offenbart und wenige Filmminuten später sind drei Männer, die eben noch gemeinsam gegessen und getrunken haben tot, erschossen durch die Gier auf Gold. Schnell ist deutlich, warum sowohl die Apachen als auch Mac Haller die Mine über die vielen Jahre geheim gehalten haben.

Der neue Winnetou-Film kommt ohne rivalisierende Indianerstämme und Kriegsgefahr aus. Es gibt eine neue Bande trinkfreudiger, skrupelloser Banditen, es gibt eine freundliche Familie inklusive jungem Liebespaar. Und es gibt die Serienhelden Winnetou und Old Shatterhand mit dessen Sidekick Sam Hawkens, die die freundliche Familie raushaut. Plakatmotiv: Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966) Dazu lässt Harald Philipp seinen Pyrotechniker Erwin Lange lauter mittelgroße und ganz große Explosionen vorbereiten und legt ein hübsches Westernstädtchen in Schutt und Asche. Das täuscht visuelle Opulenz vor, die zwischen den Detonationen auf viele Kleinbilder mit redenden Männer mit Hut zusammenschnurrt. Götz George als verliebter Pelzjäger Jeff muss ein ums andere Mal nach gestecktem Galopp vom noch nicht stehenden Pferd springen, was beim ersten Mal beeindruckt, beim zweiten Mal imponiert und beim dritten Mal dann albern wirkt. Bei Lex Barker und Pierre Brice werden Abnutzungserscheinungen sichtbar, so stoisch, wie sie ihre Hauptrollen runterspielen. Die beiden haben seit Winnetou, 1. Teil (1963) keine Entwicklung gemacht. Sie erinnern mehr an Serienhelden aus dem Fernsehen.

Jede Woche ein neuer Schurke in schwarzen Klamotten, der gierig auf anderer Leute Öl oder Gold ist. Jede Woche eine neue Familie, die in Gefahr ist. Jede Woche kämpft das dynamische Duo die Schurken nieder. Die Winnetou-Filme sind ordentliche Abenteuerfilme, die edle Menschen in schönen Landschaften zeigen, und stehen in der Tradition der Abenteuerserien aus Hollywoods 30er Jahren, in der Serienhelden wie Flash Gordon, Buck Rogers oder The Lone Ranger. Nur verzichten die Karl-May-Verfilmungen auf den dort üblichen Cliffhanger und setzt ausschließlich auf die Sympathiewerte ihrer Titelfigur.

Mit Karl May hat die Geschichte nur den Namen der Hauptfiguren gemein. Sie sollte ursprünglich den Roman "Halbblut" zum Inhalt haben, wurde dann aber völlig umgeschrieben.

Als Regisseur war Paul May vorgesehen, da Harald Reinl mit Artur Brauners "Nibelungen" ausgelastet war und Alfred Vohrer mit "Old Surehand 1. Teil" die Erwartungen nicht voll erfüllt hatte. Nach einer Woche wurde May wegen seines ungeeigneten Inszenierungsstils von Horst Wendlandt entlassen und durch Harald Philipp ersetzt. Dabei wurde beschlossen, dass sämtliche Szenen neu gedreht werden sollten.

Wertung: 3 von 8 D-Mark
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