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Plakatmotiv: Im Reiche des silbernen Löwen (1965)

Der Kino-Karl-May
ist ausgelutscht

Titel Im Reiche des silbernen Löwen
Drehbuch Franz Josef Gottlieb
nach dem Buch "Im Reiche des Silbernen Löwen III" von Karl May
Regie Franz Josef Gottlieb, Spanien, BRD 1965
Darsteller

Lex Barker, Marie Versini, Ralf Wolter, Sieghardt Rupp, Djordje Nenadovic, Gustavo Rojo, Anne-Marie Blanc, Charles Fawcett, Gloria Cámara, Fernando Sancho, Antonio Casas, Dieter Borsche, Chris Howland u.a.

Genre Abenteuer
Filmlänge 95 Minuten
Deutschlandstart
31. Dezember 1965
Inhalt

Der berüchtigte Abu Seif plant einen Überfall auf die ältesten christlichen Schätze der Welt, die in Felsenkammern des Bergs Nedjir aufbewahrt werden. Hüterin der Schätze ist die alte Marah Durimeh, Großmutter von Ingdscha.

Kara ben Nemsi, der von den Plänen Abu Seifs erfahren hat, bricht mit zwei Freunden auf, um dem Überfall zuvorzukommen. Sie ahnen jedoch nicht, das Ingdscha bereits von Abu Seif entführt wurde. Die kleine Gruppe durchquert unter größten Mühen den Salzsee, und muss sich anschließend gegen den mächtigen Machredsch behaupten, der zu Abu Seifs Gefolgsmännern gehört. Sie gehen siegreich aus dem Kampf hervor und können Ingdscha befreien.

Inzwischen ist der Kampf um den Berg Nedjir entbrannt, Kara ben Nemsi und seine Freunde kommen schließlich aber der alten Marah Durimeh zur Hilfe …

Was zu sagen wäre

Die Karl-May-Filme werden immer mehr zu einzelnen Folgen einer Fernsehserie mit exotischem Anstrich. Der Böse ist gar nicht tot. Der schurkische Machredsch von Mossul ist zwar in Durchs Wilde Kurdistan einen Felsen hinunter gestürzt, hat jetzt aber doch überlebt und ist scharf auf Gold. Plakatmotiv: Im Reiche des silbernen Löwen (1965) Er will sich den Schatz der Chaldäer unter den Nagel reißen, der von der sagenumwobenen Marah Durimeh in einer Höhle bewacht wird. Als Verbündeten gewinnt der Machredsch den Banditen Abu Seif. Damit haben wir zwei schurkische Asphaltiere, die, wenig überraschend, sich unentwegt belauern und mit klassischen Schurkensätzen beharken. Die Helden, hilfreich und gut, haben wie immer Mühe, für Recht und Ordnung auf dem fremden Kontinent zu sorgen und haben es diesmal vor allem mit den Tücken eines großen Salzsees zu tun.

Der Film ist die Fortsetzung von Durchs wilde Kurdistan, hat aber mit dem Originalroman von Karl May nichts zu tun. "Im Reiche des silbernen Löwen III" ist eine Reiseerzählung von Karl May. Das Buch erschien als Band 28 seiner gesammelten Reiseerzählungen und ist Teil der Tetralogie "Im Reiche des silbernen Löwen I-III". Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar sind die Hauptfiguren, den Großteil des Films hat sich Franz Josef Gottlieb für sein aktuelles Drehbuch aber selbst ausgedacht.

Je länger man sich im Kinosessel diesem Film aussetzt, desto deutlicher führt er einem vor Augen, mit wie wenig Interesse an dieser zur reinen Gewinnmaximierung verkommenen Karl-May-Serie gearbeitet wird. Von der sprudelnden Fantasie ihres Erfinders, von der filmischen Leidenschaft der ersten Winnetou-Filme ist gar nichts mehr übrig. Das fertige Produkt wirkt wie ein buntes Durcheinander von Kostümen und Schauspielern, die alleine gelassen werden.

War es in Durchs Wilde Kurdistan ein Schauspieler, der zwei Scheichs hintereinander spielte, ist es hier Marie Versini, die im dritten Kara-ben-Nemsi-Film die dritte unterschiedliche Figur spielt. Kaum von Bedeutung, wie schlecht Regisseur Gottlieb seine uninspirierten Schauspieler führt.

Es gab in zurückliegenden drei Jahren 13 Karl-May-Verfilmungen, die meisten mit Lex Barker, viele mit Pierre Brice. Und Rik Battaglia war meistens der Schurke. Wir haben alles gesehen, was das zeitgenössische deutsche Kino aus den Karl-May-Stoffen zaubern kann. Vielleicht wäre eine Pause angebracht. Um Luft zu holen. Nachzudenken. Und neue Ideen in die Filme fließen zu lassen.

Wertung: 1 von 7 D-Mark
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