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Plakatmotiv: Dr. T and the Women (2000)

Männer gehen jagen,
Frauen auf die Nerven

Titel Dr. T and the Women
(Dr. T and the Women)
Drehbuch Anne Rapp
Regie Robert Altman, USA, Deutschland 2000
Darsteller

Richard Gere, Helen Hunt, Farrah Fawcett, Laura Dern, Shelley Long, Tara Reid, Kate Hudson, Liv Tyler, Robert Hays, Matt Malloy, Andy Richter, Lee Grant, Janine Turner, Holly Pelham,  Jeanne Evans u.a.

Genre Komödie, Drama
Filmlänge 122 Minuten
Deutschlandstart
25. Januar 2001
Inhalt

Der Gynäkologe Dr. T betreibt eine gut besuchte Praxis in Dallas. Zu ihm kommen die Frauen der Oberschicht, die für eine Untersuchung bei dem charmanten, geduldigen Dr. T oft stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen. Seine eifrige Arzthelferin Carolyn hat alle Hände voll zu tun, ihm den Rücken freizuhalten und die Macken seiner Patientinnen auszubügeln.

Das geordnete Leben von Dr. T gerät aus den Fugen, als seine Frau Kate wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet wird, da sie nackt in den Brunnen eines Einkaufszentrums gestiegen ist. Sie wird in eine psychiatrische Einrichtung eingeliefert und verliert in der Folgezeit immer mehr den Bezug zur realen Welt.

Ihre gemeinsame ältere Tochter Dee Dee plant inzwischen ihre Hochzeit mit Eli. Da eröffnet ihm die jüngere Tochter Connie, eine eigenwillige Verschwörungstheoretikerin, dass Dee Dee eigentlich lesbisch ist. Sie hatte mit ihrer Kommilitonin Marilyn in der High School eine Affäre und hat sie nun als ihre Brautjungfer ausgewählt. Auch seine anstrengende Schwägerin Peggy verschont Dr. T nicht mit ihren Problemen. Diese hat eben ihren Mann verlassen und zieht nun mit ihren drei ungezogenen Töchtern bei ihm ein. Zu allem Überfluss wirft sich ihm Carolyn an den Hals, da sie in ihn verliebt ist, was jedoch nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

Plakatmotiv (US): Dr. T and the Women (2000)Als Ausgleich zum Spagat aus beruflichen und privaten Verpflichtungen und Schwierigkeiten flüchtet sich Dr. T immer wieder in seinen Golfclub. Hier lernt er die neue Golflehrerin Bree kennen, von deren Unbeschwertheit er sich angezogen fühlt und mit der er nach einiger Zeit eine Affäre beginnt …

Was zu sagen wäre

Endlich darf Richard Gere mal sein eigenes Klischee spielen (Es begann im September – 2000; Die Braut, die sich nicht traut – 1999; Der Schakal – 1997; Red Corner – 1997; Zwielicht – 1996; Der 1. Ritter – 1995; …und das Leben geht weiter – 1993; Sommersby – 1993; Pretty Woman – 1990; Internal Affairs – 1990; Cotton Club – 1984; Atemlos – 1983; "Ein Offizier und Gentleman" – 1982; Ein Mann für gewisse Stunden – 1980): der gut aussehende, charmante, wohlhabende Mann, dem die Frauen zu Füßen liegen. Und der auf dem Golfplatz eine gute Figur macht. Umgeben ist er von lauter in der Mehrzahl schönen Frauen. Aber das ist nicht etwa sein Glück.

Die einzigen Männer in diesem Film sind die die drei Jungs, mit denen der coole Doktor auf die Jagd geht. Dabei reden sie dann im Allgemeinen über Frauen; manchmal läuft auch am Golfplatz ein Mann durchs Bild. Robert Altman macht sich einen Spaß daraus, einen gespielten Männerwitz zu inszenieren – „Kommt 'ne Frau zum Frauenarzt …“ – und die Pointe wegzulassen. Eine Geschichte im strengen Sinne hat der Film nicht. Hier driftet seine Frau langsam in die Demenz, da finden Vorbereitungen zu einer Hochzeit statt, die dann in mehrfacher Hinsicht ins Wasser fällt, dort sind Frauen zwischen 30 und 80 Jahren und warten zunehmend hubbelig auf ihren Termin beim Doktor. Und dann ist da eine nervtötende Schwägerin mit drei kleinen Blagen, die sich beim Doktor einquartieren und seine beiden Töchter, die ihre eigene Sträußchen miteinander ausfechten.

Selbst aus der einzigen angenehmen Frau in diesem Film wird keine Geschichte. Helen Hunt spielt sie als pragmatischen Mensch, die weiß, was sie vom Leben erwarten kann – klassische Helen-Hunt-Rolle (Besser geht's nicht – 1997; Twister – 1996; "Kiss of Death" – 1995; "Bob Roberts" – 1992; Projekt X – 1987). Sie taucht auf, bleibt unbeeindruckt und beginnt eine Affäre mit dem gestressten Doktor, dessen Frau in einer Nervenheilanstalt untergekommen ist, und der bei ihr tatsächlich Ruhe findet. Entwickeln tut sich da nichts, bis es wieder vorbei ist, was eine Überraschung sein soll, aber keine ist, wenn man im Kinosessel aufmerksam zugeschaut hat.

Und als der gute Doktor auf dem Höhepunkt des märchenhaft anmutenden Finales einen Jungen auf die Welt holt, lacht er befreit auf. Das ist dann sowas wie die Pointe, die Robert Altman uns anbietet (Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs – 1999; Gingerbread Man – 1998; "Prêt-à-Porter" – 1994; Short Cuts – 1993; The Player – 1992; "Quintett" – 1979; "Eine Hochzeit" – 1978; "Buffallo Bill und die Indianer" – 1976; "Nashville" – 1975; Der Tod kennt keine Wiederkehr – 1973; "McCabe & Mrs. Miller" – 1971; M.A.S.H. – 1970): Jede Frau mag sich von allen unterscheiden. Aber sie sind alle nervtötend. Bis auf die guten Frauen. Die auftreten wie ein Mann.

Wertung: 2 von 6 €uro
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