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Plakatmotiv: Cotton Club (1984)

Ein rauschender Bilderbogen mit
feurigem Jazz und lahmem Drama

Titel Cotton Club
(The Cotton Club)
Drehbuch William Kennedy + Francis Ford Coppola + Mario Puzo
nach The Cotton Club – A pictorial History" von James Haskins
Regie Francis Coppola, USA 1984
Darsteller

Richard Gere, Gregory Hines, Diane Lane, Lonette McKee, Bob Hoskins, James Remar, Nicolas Cage, Allen Garfield, Fred Gwynne, Gwen Verdon, Lisa Jane Persky, Maurice Hines, Julian Beck, Novella Nelson, Laurence Fishburne u.a.

Genre Crime, Drama
Filmlänge 127 Minuten
Deutschlandstart
22. Februar 1985
Inhalt

In den Roaring Twenties ist der “Cotton Club” in Harlem einer der gefragtesten, aber auch skandalträchtigsten Jazz-Clubs New Yorks. Nicht nur der Rhythmus, auch Prohibition und Wirtschaftskrise erhitzen die Gemüter.

Plakatmotiv: Cotton Club (1984)Gangster, Musiker, Polizei – die einen besuchen den Club, andere wiederum möchten ihn am liebsten schließen. Nachdem der Jazztrompeter Dixie Dwyer mit Dutch Schultz einem der großen Mafiabosse das Leben gerettet hat, wird er von diesem nun protegiert. Schultz verschafft ihm einen Job als Bodyguard für sein Gangsterliebchen Vera Cicero.

Doch Dixie verliebt sich in sie, und damit fangen seine Probleme erst richtig an. Denn natürlich hat Schultz etwas dagegen. Gleichzeitig nehmen aber auch die Spannungen innerhalb der Mafia zu. Denn einige Konkurrenten von Schultz, darunter auch Lucky Luciano, haben etwas gegen den Machtzuwachs, den Schultz mit Hilfe von Dixies Bruder Vincent erreicht. …

Was zu sagen wäre

Nein, eine Gangsteroper ist das nicht. Ein zeithistorisches Gesellschaftsdrama auch nicht. Auf solche Idee kann man ja kommen, wenn Francis Coppola die Prohibition, Maschinengewehr-Gangster und Jazzmusik zusammenbringt. Mit Der Pate hat er ja 1972 und 74 eindrucksvoll gezeigt, wie das geht – auch wenn da die Jazzmusik schon der italienischen Tarantella gewichen war.

Jazzfilm und Gangsterfilm sind zwei uramerikanische Genres – der erste Tonfilm war The Jazz-Singer (1927) – und Coppola holt mit seiner visionären Kraft raus, was er rausholen kann. Sein Film ist ein Rausch in Farben, Rhythmen und Bildern. Wenn ich das Kino verlasse habe ich einen guten Eindruck von dieser Zeit, von diesen rauschenden Partys, als jüdische und irische Mobster nach und nach von der italienischen Mafia aus dem Rennen geschossen wurden und Schwarze immer noch nur als Diener und Dummer August auf der Bühne, nicht aber als Gast im Auditorium geduldet waren.

Plakatmotiv: Cotton Club (1984)Coppola hält Bandenkriege und Amüsiergier in der Balance und im letzten Drittel seines Films verschwimmen folgerichtig die Grenzen zwischen Nachtclub-Performance und richtigem Leben. Was dem Film fehlt, ist eine spannende Story. Die Liebesgeschichte zwischen Richard Gere (Atemlos – 1983; "Ein Offizier und Gentleman" – 1982; Ein Mann für gewisse Stunden – 1980; "Auf der Suche nach Mr. Goodbar" – 1977) und Diane Lane (Straßen in Flammen – 1984; Rumble Fish – 1983; Die Outsider – 1983; "Ich liebe Dich - I love You – Je t'aime" – 1979) ist überraschungsarm. Die Auseinandersetzungen der Mobster werden blutig ausgestellt, aber nicht hinterfragt. Als Kitt zwischen den prachtvoll inszenierten Ausstellungsstücken steppt Gregory Hines ein paar sehr sehenswerte Tänze. Es braucht wohl einen Berg wie Francis Ford Coppola, um das Geld für so eine Ausstattungsorgie zu bekommen und es ist schön, dass solche Bilder im Kino noch gezeigt werden.

Es ist dann halt ein vertonter Bilderbogen der Wilden Zwanziger. Es ist dann halt keine interessante Erzählung.

Wertung: 5 von 9 D-Mark
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