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Plakatmotiv: Cash Truck (2021)

Guy Ritchies harte Kerle
versuchen es ein letztes Mal

Titel Cash Truck
(Wrath of Man)
Drehbuch Guy Ritchie & Ivan Atkinson & Marn Davies
nach dem 2004er-Drehbuch "Le Convoyeur" von Nicolas Boukhrief & Éric Besnard
Regie Guy Ritchie, UK, USA 1942
Darsteller

Jason Statham, Holt McCallany, Josh Hartnett, Rocci Williams, Jeffrey Donovan, Scott Eastwood, Andy Garcia, Deobia Oparei, Laz Alonso, Raúl Castillo, Chris Reilly, Eddie Marsan, Niamh Algar, Tadhg Murphy, Alessandro Babalola, Mark Arnold, Gerald Tyler, Alex Ferns u.a.

Genre Action
Filmlänge 119 Minuten
Deutschlandstart
29. Juli 2021
Inhalt

Er nennt sich einfach nur "H" – und arbeitet als der Neue bei einer Geldtransportfirma, die jede Woche hunderte von Millionen Dollar in Los Angeles hin und her transportiert. Überfälle auf die rollenden Safes sind fast schon an der Tagesordnung. H und seine Kollegen dürfen dann nicht zimperlich sein, wenn es darum geht, das ihnen anvertraute Geld zu beschützen – und H ist ganz gewiss alles andere als zimperlich!

Doch den wahren Grund, warum der so verschlossen wirkende H bei der Firma angeheuert hat, verrät er zunächst niemandem: Er hat eine ganz persönliche Motivation, die Drahtzieher hinter einer Reihe besonders brutaler Raubüberfälle, die offenbar zusammenhängen, zu finden. Und so genau, wie die Täter über die Routen der Transporter Bescheid wussten, müssen sie Insider-Infos aus dem Unternehmen bekommen.

H nimmt die Sache in die eigene Hand, um die Kriminellen zur Strecke zu bringen, schürt mit seinen Alleingängen aber auch das Misstrauen seiner Kollegen …

Was zu sagen wäre

Ein Film mit Jason Statham. Und trüge er auf dem Filmplakat nicht einen Dreiteiler, würde man gar nicht mehr genauer hinsehen. Jason Statham ist der Mann, der mit einem Gesichtsausdruck alle Emotionen ausdrücken kann, die seine jeweilige Rolle erfordert (Fast & Furious: Hobbs & Shaw – 2019; Meg – 2018; The Fast & the Furious 8 – 2017; The Mechanic: Resurrection – 2016; Spy: Susan Cooper Undercover – 2015; Homefront – 2013; Parker – 2013; The Expendables 2 – 2012; Killer Elite – 2011; The Mechanic – 2011; The Expendables – 2010; Transporter 3 – 2008; Transporter – The Mission – 2005; Crank – 2006; Collateral – 2004; The Italian Job – Jagd auf Millionen – 2003; The Transporter – 2002; Ghosts of Mars – 2001; Snatch – Schweine und Diamanten – 2000; Bube Dame König grAS – 1998). Immer muss er sich prügeln, manchmal wegen eines tragischen Verlustes. Letzteres ist in "Cash Truck" wieder der Fall.

Regie führt Guy Ritchie, der sich mit dieser vierten Zusammenarbeit zum häufigsten Jason-Statham-Regisseur entwickelt (The Gentlemen – 2019; Aladdin – 2019; King Arthur: Legend of the Sword – 2017; Codename U.N.C.L.E. – 2015; Sherlock Holmes – Spiel im Schatten – 2011; Sherlock Holmes – 2009; "Stürmische Liebe – Swept away" – 2002; Snatch: Schweine und Diamanten – 2000; Bube Dame König grAS – 1998).

Jason Statham, der Ausdruckslose, ist diesmal ein Geheimnisvoller mit Mission, der in einer Welt arbeitet, in der Frauen nur auftauchen, um Botengänge zu erledigen oder um in des Helden Bett zu landen – was da passiert? Nicht einmal mehr das zeigt der Film. Guy Ritchie arbeitet als Regisseur auf der Metaebene. Der Zuschauer soll sich seinen Reim machen. Dafür liefert er es ihm schön verschlüsselt. Wie schon in seinem Vorgänger The Gentlemen springt Ritchie auch in seinem neuen Film in der Zeit hin und her, entblättert nach und nach einen Crime-Plot, der am Ende gar nicht so arg dolle ist. Es gibt TV-Serien über FBI-Schüler, in denen die Heldinnen Heftigeres erfahren. Es ist das, was Ritchie in Variationen immer wieder durchexerziert: Kernige, verhaltensauffällige Männer müssen irgendwas regeln.

In "Wrath of Man", wie der Film eigentlich heißt, verfolgt die Kamera erst ein Geldtransportunternehmen, dann ehemalige Elitesoldaten, die jetzt irgendwie im Geheimdienst unterwegs sind und dann ehemalige Elitesoldaten, die den Coup des Jahrhunderts landen wollen. Und weil die Spannung dabei überschaubar bleibt, stellt sich im Kinosessel die Frage, ob sich die NATO nicht in ein oder zwei Kriegen zu viel engagiert hat, dass da jetzt so viele Ex-Elitekämpfer auf der Straße stehen und Räuber und Gendarm spielen müssen. Der Film geizt mit Überraschungen, selbst der Insider, den es im Geldtransportunternehmen geben muss, ist schnell entlarvt und dann keine Überraschung mehr, als der Film ihn uns schließlich verrät.

Die harten Kerle, die Guy Ritchie einst über uns geschüttet hat, sind weich geworden, haben Familie und zügeln ihre Sprache. Im Herzen sind sie immer noch hart und verfolgen immer noch harte Ziele, die aber die Kunst im Schneideraum benötigen, um 2021 noch Spannung zu erzeugen. Ihre Zeit ist vorbei. Auch auf der Leinwand.

Wertung: 2 von 8 €uro
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