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Plakatmotiv: Assassins – Die Killer (1995)

Mit dem Abspann ist
der Film vergessen

Titel Assassins – Die Killer
(Assassins)
Drehbuch Andy Wachowski & Larry Wachowski & Brian Helgeland
Regie Richard Donner, USA, Frankreich 1995
Darsteller

Sylvester Stallone, Antonio Banderas, Julianne Moore, Anatoli Davydov, Muse Watson, Steve Kahan, Kelly Rowan, Reed Diamond, Kai Wulff, Kerry Skalsky, James Douglas Haskins u.a.

Genre Thriller
Filmlänge 132 Minuten
Deutschlandstart
26. Oktober 1995
Inhalt

Der Profikiller Robert Rath ist der beste seiner Zunft. Wer einen sicheren Auftrag ausführen lassen will, der engagiert ihn. Aber nicht nur Raths Fähigkeiten haben ihm den Spitzenplatz gesichert. Vor 15 Jahren hat er seinen Ausbilder ins Jenseits befördert, um selbst das große Geschäft machen zu können. Seitdem lebt Rath mit dieser Schuld.

Mittlerweile plant er seine Karriere als Auftragsmörder an den Nagel zu hängen und nach einem letzten Job aussteigen. Aber natürlich läuft der ganz anders ab, als er sich das vorgestellt hat. Denn auf einmal taucht ein jüngerer Killer auf und erledigt seine Zielperson. Wütend macht sich Rath auf die Suche nach dem Schützen, denn das will er nicht auf sich sitzen lassen.

Sein Konkurrent ist der heißblütige Miguel Bain, der unbedingt die Nummer Eins in seinem Gewerbe werden möchte und es deswegen auf den gealterte Profi abgesehen hat. Jetzt muss Rath beweisen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört und um sein eigenes Leben kämpfen …

Was zu sagen wäre

Eigentlich nicht schlecht in seiner Konsequenz: Killer sind Killer. Töten ist ihr Geschäft, folgerichtig hören sie nicht auf Gefühle. Sie sind von gestern: Harte Männer, die knurrend tun, was ein Mann eben tun muss und immer einen im Nacken haben, der ihren Platz einnehmen will. Motto: Ich will der Beste anstelle des Besten sein; das alte Gorillaspiel, irgendwann muss der Alte dem Jungen weichen.

Gewaltfreie Frauen sind die Zukunft

Und dann ritt die Zukunft in ihr Leben, eine junge Frau, die sich bestens in diesen digitalen Welten auskennt, die von einem Computer bewegt werden. Sie bringt niemanden um, kann dafür aber ganze Biografien verschwinden lassen. Und schon regt sich das Gewissen des alternden Killers. Bei dem jungen regt sich nichts. Antonio Banderas (Desperado – 1995; "Interview mit einem Vampir" – 1994; Philadelphia – 1993; "Feßle mich!" – 1989; "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" – 1988) spielt den Bain als duschgeknallten Lustkiller mit Lebensüberdruss. Während Stallone, 19 Jahre nach Rocky, den abgeklärten, coolen Macker gibt, den nichts erschüttern kann. Was folgt, ist schon alles sehr vorhersehbar.

Der abgeklärte Altprofi sondiert erst das Gelände, bevor er abdrückt, und hadert mit einer lange zurückliegenden Geschichte. Der Jungprofi geht einfach rein, schießt alles über den haufen, hinterlässt jede menge Fingerabdrücke, was in dieser Welt aber offenbar ar niemanden interessiert, und schert sich ansonsten um m nichts. Vergangenheit? Schuldgefühle? Ist was für die Alten. Dann kommt die Frau ins Spiel, es gibt Gerenne und Gekreische, aber mehr, als dass sie eine Diskette mit wichtigen Informationen hat, ist sie nicht. Seit Jahren lebt sie zurückgezogen, unerkannt, allein, liegt aber gleich am ersten Abend mit Stallone im Bett. Ihre Computerfähigkeiten spielen im Verlauf des Films keine Rolle mehr. Damit ist die Julianne Moore gespielte Frau (Neun Monate – 1995; Short Cuts – 1993; Auf der Flucht – 1993) die typische Frauenfigur in diesem Jungs-Film. Mit dem Abspann gleitet er schon ins Vergessen. Ein Film, der keinen guten Start hatte, als Ruine aus der Planungshölle kam.

Bevor Warner Bros. den Film machen konnte, war ein ganz anderes Projekt avisiert, mit anderem Drehbuch, anderen Hauptdarstellern, unter anderer Regie.

Sylvester Stallone statt Sean Connery

Die Hauptrolle sollte ursprünglich mit Sean Connery besetzt werden. Der war aber anderweitig beschäftigt. Auch Michael Douglas und Arnold Schwarzenegger wollten oder konnten nicht. Bevor Banderas als Nachwuchsprofi unterschrieb, hatten Woody Harrelson, Tom Cruise und Christian Slater abgewunken.

Auch die Regie war lange offen: Mel Gibson hielt das Drehbuch für überaus gelungen und hätte gerne die Regie bei dem Film übernommen, überließ jedoch aufgrund der fortgeschrittenen Arbeiten zu seinem Film Braveheart seinem Freund Richard Donner den Vortritt, mit dem er erfolgreich drei Lethal-Weapon-Filme und einen Western ("Maverick", 1994) gedreht hatte.

Das Drehbuch musste "überarbeitet" werden

Brian Helgeland wurde während der laufenden Produktion damit beauftragt, das Drehbuch umzuschreiben. Mit seinen Ergebnissen waren die beiden ursprünglichen Drehbuchautoren Andy und Larry Wachowski nicht zufrieden und verlangten im Abspann nicht genannt zu werden, was jedoch von der Writers Guild of America abgelehnt wurde. Später machten sich die Wachowski-Geschwister für mindestens eine Kinogeneration unsterblich mit ihrer Matrix.

Michael Kamen, ein Freund des Regisseurs Richard Donner, schrieb die ursprüngliche Filmmusik. Da Donner die Filmmusik für zu schwer, langsam und getragen erachtete und sich eine leichtere und schnellere musikalische Untermalung für seinen Film wünschte, bot er Kamen an, die Filmmusik zu überarbeiten. Dies musste Kamen allerdings ablehnen, da er bereits an der Musik zu Stirb langsam: Jetzt erst recht arbeitete. Daraufhin wurde Mark Mancina mit der Komposition einer neuen Filmmusik beauftragt.

Wertung: 4 von 11 D-Mark
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