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Plakatmotiv: Tango und Cash (1989)

Buddy-Movie
der B-Klasse

Titel Tango und Cash
(Tango & Cash)
Drehbuch Randy Feldman
Regie Andrei Kontschalowski, USA 1989
Darsteller

Sylvester Stallone, Kurt Russell, Teri Hatcher, Jack Palance, Brion James, James Hong, Marc Alaimo, Philip Tan, Michael J. Pollard, Robert Z'Dar, Lewis Arquette, Edward Bunker, Leslie Morris, Roy Brocksmith, Susan Krebs u.a.

Genre Action, Komödie
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
29. März 1990
Inhalt

Raymond Tango und Gabriel Cash sind beide als Polizisten im Drogendezernat der Polizei von Los Angeles tätig, gelten beruflich als überaus erfolgreich und haben mit ihren jüngsten Fahndungserfolgen den Drogenboss und Waffenhändler Yves Perret gegen sich aufgebracht. Ansonsten haben die beiden wenig Gemeinsamkeiten. Während Tango sich kultiviert gibt, Anzüge als Bekleidung bevorzugt und Leser des Wall Street Journal ist, entspricht Cash eher dem Typ des schnoddrigen und proletarischen Draufgängers.

Perret hat durch die Zugriffe der beiden stets separat und allein operierenden Polizisten inzwischen fast 100 Millionen US-Dollar verloren, weswegen er sie aus dem Weg räumen lassen möchte. Da er jedoch befürchtet, die beiden stadtbekannten Polizisten durch ein Attentat zu Märtyrern zu machen, plant er eine Intrige und lockt die beide in ein verlassenes Warenhaus, in dem er neben einer Waffe von Cash die Leiche eines verwanzten Polizisten platzieren lässt. Kaum haben die beiden Ermittler den fingierten Tatort betreten, erfolgt der Zugriff durch die von Perret informierten Polizisten.

In einem Eilverfahren werden Tango und Cash auf Basis eines gefälschten Tonbandes zu jeweils 18 Monaten Haft wegen Totschlags verurteilt und gemeinsam in ein Gefängnis gebracht. Hier warten einige Ganoven nur darauf, sich an den beiden Cops zu rächen …

Was zu sagen wäre

Ein seriöser Cop, der an der Börse gut abräumt und ein Unterhemden-top mit ungewaschenen Haaren, die sich zusammenraufen müssen, als sie verstehen, dass sie gegen denselben Gegner kämpfen – ein Schelm, wer da an die Lethal Weapon-Konstellation denkt, die ebenfalls aus dem Hause Warner Bros. kommt.

Als Produzenten treten die beiden aktuellen Schwergewichte auf, Peter Guber und Jon Peters, die mit Batman gerade groß an den Kinokassen abräumen. "Tango und Cash" sieht daher auch genau so aus: überkandidelte Action, um Humor bemüht und große Namen. Das mit der Action bekommt Andrei Kontschalowski, der anfangs die Regie führen durfte, noch gut hin – am Ende steht ein ordentliches Feuerwerk mit Panzerwagen und dickem Kaliber und zwischendrin sehen wir Kurt Russell (großer Name: Tequila Sunrise – 1988; "Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser" – 1987; Big Trouble in Little China – 1986; "Silkwood" – 1983; Das Ding aus einer anderen Welt – 1982; Die Klapperschlange – 1981; "Elvis – The King" – 1979) auf wilder Verfolgungsjagd durch ein Parkhaus – an der Stelle kommt kein Captain und bejammert die hohen Schäden, die Cop Cash immer anrichtet, was schon nah an innovativ ist. Sylvester Stallone (großer Name: "Lock Up" – 1989; Die City-Cobra – 1986; Rambo – 1982; Nachtfalken – 1981; Vorhof zum Paradies – 1978; Rocky – 1976; Bananas – 1971) ist Cop Tango, ein Typ im maßgeschneiderten Dreiteiler, der Rambo als Weichei bezeichnet seine Pappenheimer gleich zu Beginn sehr smart und ganz ohne Action aus dem Verkehr zieht. Die beiden, Stallone und Russell, raufen sich also zusammen und machen sich unter der Gefängnisdusche über das Geschlechtsteil des jeweils anderen lustig. Soviel zum Thema Humor.

Tja, und dann ist da noch der Schurke, den der große Jack Palance spielt und offenbar selber nicht weiß, was genau er eigentlich hier macht. Seine Figur ist ein Comicschurke mit servilen oder handfesten Handlangern, der Rache übt an den Cops, durch die über 100 Millionen Dollar verloren hat und der auch irgendwie den halben Staat in der Tasche hat und beliebig schalten und walten kann und also stecken die beiden bald als verurteilte Totschläger im härtesten Gefängnis der Stadt. Und da müssen sie ein wenig leiden und sich aber auch bald schon wieder befreien. Auch dabei fliegen natürlich die Fäuste.

Weil sich Peniswitze irgendwann erschöpfen, gibt es noch Catherine, gespielt von der TV-Schönheit Teri Hatcher. sie ist die Schwester von Tango und das Love Interest von Cash. Und also können sich die beiden Kerle weiter ordentlich mit Sexwitzchen foppen.

Was fehlt, ist eine halbwegs spannende Geschichte. Die Typen sind ganz gut, Stallone im Anzug ist endlich mal was anderes, und Kurt Russell als Mel Gibson-Verschnitt spielt wacker den Proll, der kalte Pizza liebt. Der erst sind Bauelemente aus dem Actiondrehbuch-Kasten. Der Film sollte ganz auf Kassenhit getrimmt werden mit den Lehren aus den Action-Ikonen der 80 Jahre. An Tiefsinn hatten die Produzenten kein Interesse, es sollte krachen und fröhlich zugehen. Das aber hatte Regisseur Andrei Kontschalowski wohl anders verstanden. Er wurde von Jon Peters auf halber Strecke gefeuert, weil er dem Film einen seriöseren Ton geben wollte, als Peters das wünschte. Sylvester Stallone hätte wohl lieber mit Kontschalowski weiter gearbeitet, in dem er eine „Stimme der Vernunft“ sah.

Und vielleicht wirkt dieser Film wegen dieser unterschiedlichen Vorstellungen am Set so zerrissen.

Wertung: 4 von 10 D-Mark
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