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Plakatmotiv: Toy Story 5 (2026)

PIXAR auf bunter Mission:
Kauft Disney-Spielzeug

Titel Toy Story 5
(Toy Story 5)
Drehbuch Andrew Stanton & McKenna Harris
Regie Andrew Stanton, USA 2026
Stimmen

Tom Hanks/Michael "Bully" Herbig, Tim Allen/Walter von Hauff, Joan Cusack/Carolin Hartmann, Conan O'Brien/Markus Pfeiffer, Greta Lee/Laura Maire, Scarlett Spears/Madeleine Tanfal, Shelby Rabara/Anja Nestler, Annie Potts/Alexandra Ludwig, Mykal-Michelle Harris/Asya Tolaz, Craig Robinson/Thomas Wenke, Ernie Hudson/Roger Rekless, Keanu Reeves/Pascal Fligg, Lori Alan/Petra Einhoff, Jay Hernandez/Christian Weygand, Bonnie Hunt/Madeleine Stolze, Kristen Schaal/Kathrin Gaube, Tony Hale/Marc Oliver Schulze, Alan Cumming/Axel Malzacher, Wallace Shawn/Rick Kavanian, John Ratzenberger/Pierre Peters-Arnolds, Blake Clark/Tobias Lelle, Jeff Bergman/Gerhard Jilka, Tony Hale Marc/Oliver Schulze, Bad Bunny/Marcantonio Moschettini, Matty Matheson/Gery Seidl u.a.

aufgeführt sind Synchronsprecher der US- sowie der deutschen Fassung

Genre Animation
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
23. Juli 2026
Website pixar.com
Inhalt

Nachdem Woody Bonnie verlassen hat, um ausgesetzten Spielzeugen zu helfen, neue Besitzer zu finden, übernimmt Jessie die Führung in Bonnies Zimmer – mit Buzz Lightyear als ihrem Stellvertreter.

Die mittlerweile achtjährige Bonnie findet keine Freunde zum Spielen. Die Kinder in der Nachbarschaft und in der Schule lachen über Bonnie, weil sie noch mit Puppen spielt, und kehren dann an ihre Computer zurück. Während Jessie und die Spielzeugcrew sich Sorgen um Bonnie machen, handeln deren Eltern. Sie schenken Bonnie ein "Lilypad", ein Tablet speziell für Kinder. Bonnie ist von Stund an vernarrt in Lilypad, über das sie binnen weniger Minuten neue Freundinnen findet, die sie auch schnell zu einer Pyjamaparty einladen. Plakatmotiv: Toy Story 5 (2026) Dort liegen dann alle auf den Sofas und starren in ihre Tablets.

Jessie und die Spielzeugcrew sorgen sich jetzt nicht mehr nur um Bonnies Gesundheit, sondern auch um sich selbst: Werden sie etwa einmal mehr in einer Kiste auf den Dachboden entsorgt? Jessie ruft Woody zu Hilfe und gemeinsam mit Buzz heckt sie einen Plan aus, damit Bonnie das Spielen nicht verlernt …

Was zu sagen wäre

Die Welt der Menschen ist eine dunkle Höhle mit blau schimmerndem Licht. Sie sitzen vor Geräten, starren auf Bildschirme, während um sie herum die größten Abenteuer stattfinden, von denen sie rein gar nichts mehr mitbekommen. Diese Abenteuer erleben keine Menschen. Es sind deren Spielzeuge, die sie erleben.

Die Elektronik hat jetzt auch die Kinderzimmer der Toy Story-Welt erobert. Bisschen spät, möchte man meinen. Kinder, die von ihren Handys absorbiert werden, gibt es schon so lange, dass erste Länder – Australien, Frankreich – per Gesetz versuchen, Kinder länger von den Geräten fernzuhalten. Jetzt bekommt also Bonnie, zu denen die Toys umgesiedelt wurden, nachdem Vorbesitzer Andy am Ende des dritten Films 2010 aufs College ging, ein Tablet. Das ist immer gut gelaunt, digital mit seinen Artgenossen in der Umgebung vernetzt und absorbiert schlagartig die komplette Aufmerksamkeit des Mädchens. Das kann man im Kinosessel verstehen, wenn man vorher erlebt hat, wie einsam das Mädchen in einer Nachbarschaft ist, in der niemand mehr mit Puppen spielt.

Man kann auch die Reaktion der Spielzeuge rund um Jessie verstehen, die ungewollt zu Bonnies Einsamkeit beitragen. Sind sie es doch, in deren Umgebung Bonnie der jugendlichen Lächerlichkeit preis gegeben wird, aber halt nicht schon wieder in Pappkartons entsorgt werden wollen. Dabei ist das nun mal ihr Schicksal, wie wir seit 1995 wissen, als Toy Story in die Kinos kam: Kinder werden erwachsen, Spielzeug nicht. Es wird weiter gereicht oder entsorgt. Und so kämpfen die Toys seit 31 Jahren mit ihrem Schicksal.

Woody, die Cowboypuppe, hat sich mit Porzellinchen im letzten Film aufgemacht in die Welt da draußen. Woody gehört niemandem mehr, hat am Hinterkopf Farbe eingebüßt, was aussieht, als verliere er Haare, und trägt jetzt einen Poncho, um seinen größer gewordenen Bauchansatz zu verstecken – irgendwie werden also auch Spielzeuge älter. und abenteuerlustiger.

Es dauert, bis der Film Fahrt aufnimmt. Bis dahin hat Jessie schon mehrfach über die negativen Seiten eines Tablets in Kinderhänden referiert, vor Einsamkeit und falschen Freunden gewarnt. Plakatmotiv: Toy Story 5 (2026)Das ist die neue Mission der Toy Story-Macher: Nicht mehr ewige Freundschaft und Treue gelten es zu bewahren und über Hürden hinweg zu helfen. Heute müssen Kinder mit bunten Bildern belehrt werden, dass sie lieber in der echten Welt mit Disney-Puppen, die im Vorprogramm beworben werden, spielen sollen, anstatt mit Tablets. Weil Bonnie aber von ihrem Lilypad nicht weg zu bekommen ist, macht Jessie sich auf, Bonnie eine richtige, analoge Freundin zu suchen, eine, die auch noch mit Puppen spielt, und findet sie ausgerechnet in jenem Haus, indem Jessie einst ihrem ersten Kind geschenkt wurde und noch nichts ahnte von dem Schicksal eines Spielzeugs. Mit Szenen aus dieser Kindheit und Schwüren des Kindes, Jessie in Millionen Jahren nicht zu verlassen, beginnt der Film. Es sind in oranges Sonnenlicht getauchte Erinnerungen an Spiele mit einem Mädchen mit rötlichen Zöpfen unter einem Baum mit Reifenschaukel. Als Jessie wieder in ihrem alten Kinderzimmer steht, in dem ihr erstes Kind sie nach und nach aus den Augen verlor, wird sie sich der Ausweglosigkeit ihrer Situation bewusst und gibt dem Film eine Zeit lang jene Tiefe, die die Toy Story-Filme zunehmend zugunsten rasanter Action verlieren.

In einer Nebenhandlung spielen 50 Buzz Lightyear-Figuren ein bisschen Abenteuer. Die technisch verbesserten Plastikfiguren sind mit einem Container an eine Insel gespült worden, an deren Nachthimmel sie den Nordstern erblicken und diesen sogleich als ihre Basis Starcommand identifizieren. Dort wollen sie hin. Weil sie noch nicht wissen, dass sie nur Spielzeug sind und sich also autoritär soldatisch benehmen wie Buzz Lightyear in der ersten Toy Story, kommen sie dem Nordstern natürlich keinen Millimeter näher, dafür aber über einige lustige Umwege der Haupthandlung, der sie mit ihrer verbesserten Digitaltechnik schließlich zum Erfolg verhelfen. Auch Lilypad hat da längst die Seiten gewechselt, hat eingesehen, dass sie Bonnie nicht mit digitalen Freundinnen vom analogen Puppenspiel fern halten darf und hilft der Buzz Lightyear-Armee mittels QR-Code bei deren voller Entfaltung.

Neues erzählt uns "Toy Story 5" nicht, darin ähnelt er seinem Vorgänger. 1995 ff haben die PIXAR-Studios mit dem ersten Toy Story-Film die Technik des Trickfilms revolutioniert, aus Zeichentrickfilmen wurden durch Computertechnik animierte Filme, gepaart mit ein paar übergewichtigen Nerds, die gute Geschichten liebten. Beinahe jeder Pixarfilm bekam in der Folge den Animationsfilm-Oscar. 2006 verleibten die Disney Studios sich PIXAR ein und heute sind PIXAR-Filme von Disney-Filmen kaum mehr zu unterscheiden, haben große Erfolge und bunte Durchschnittsware im Angebot. "Toy Story 5" lebt von seinem früheren Ruhm und täuscht mit der Erinnerung an die frühen Meisterwerke über seine Mittelmäßigkeit hinweg.

Wertung: 4 von 8 €uro
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