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Plakatmotiv: Lightyear (2022)

Science Fiction aus der Vergangenheit,
die die Abenteuer der Zukunft feiert

Titel Lightyear
(Lightyear)
Drehbuch Jason Headley & Angus MacLane & Matthew Aldrich
Regie Angus MacLane, USA 2022
Stimmen

Chris Evans, Tom Wlaschiha, Uzo Aduba, Peter Sohn, Keke Palmer, Dale Soules, Taika Waititi, James Brolin, Efren Ramirez, Isiah Whitlock Jr., Tim Peake, Bill Hader, Mary McDonald-Lewis u.a.

Genre Animation, Action, Abenteuer
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
16. Juni 2022
Inhalt

Buzz Lightyear hat gemeinsam mit seiner Kommandantin Alisha Hawthorne sowie einer großen Mannschaft voller Wissenschaftlern und Technikern eine anstrengende Mission hinter sich gebracht und befindet sich nun auf dem Weg nach Hause – als sie ein außergewöhnliches Signal erhalten.

Als sie sich in einem Bereich aufhalten, der 4,2 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist, macht ein Sensor die Besatzung darauf aufmerksam, dass sie sich in unmittelbarer Nähe eines unerforschten Planeten befinden, der über ein großes Vorkommen an wichtigen Ressourcen verfügen könnte. Als Pilot des Schiffes entscheidet sich Buzz dazu, das Raumschiff auf Kurs in Richtung T’Kani Prime zu schicken. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um einen sumpfigen und morastigen Planeten, der voller gefährlicher Schlingpflanzen und Käfern ist.

So schnell wie möglich versucht Buzz, den Planeten wieder zu verlassen – doch der Versuch endet in einer Bruchlandung, bei dem auch noch ihre Energiequelle zerstört wird. Somit sitzen er, Alisha und die restliche Besatzung des Schiffs auf dem fremden und unheimlichen Planeten fest.

Während Buzz von Schuldgefühlen geplagt wird, versucht die Crew, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden und eine neue Energiequelle zu entwickeln. Doch das könnte ewig dauern …

Was zu sagen wäre

Pixar schlägt der Zukunft ein Schnippchen und geht weit in die Vergangenheit. Im Vorspann werden wir aufgeklärt, dass im Jahr 1995 ein Junge namens Andy eine Spielzeugfigur geschenkt bekommt, die dem Filmhelden Buzz Lightyear nachempfunden sei. „Dies ist der dazugehörige Film.“ Die Spielzeugfigur ist jener leicht arrogante, aber doch liebenswerte Plastik-Space-Ranger, der der Cowboypuppe Woody den Rang bei besagtem Jungen Andy abläuft, zu sehen in Pixars erstem Film Toy Story (1995). Der Trickfilmkonzern kehrt also nach drei Toy Story-Fortsetzungen zu seinen Wurzeln zurück.

Das Aufregende an "Lightyear" ist nicht die Story an solche. Das Aufregende ist das Design des Films mit gebrauchten Raumschiffen, verkratzten Oberflächen und Heldensprüchen aus den 90er Jahren – mehr Millennium Falcon als Enterprise. Das angeranzte Ambiente des Films inklusive tödlichen Schlingpflanzen und monströsen Käfern passt gut in die damalige Science-Fiction-Welt. Ganz und gar nicht 90er Jahre, sondern sehr heutig und dem Diversitätsanspruch angemessen hingegen ist eine homosexuelle Beziehung zwischen Lightyears weiblichem Commander Hawthorne und einer Wissenschaftlerin. Weil die beiden Frauen sich in einer Szene einen Begrüßungskuss geben, darf der Film in mehr als zehn islamischen Ländern nicht gezeigt werden. Der Film betont den Umstand nicht, sondern lässt ihn mitlaufen, wie eine Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann. Beide Frauen ziehen, während der Space Ranger Buzz Lightyear einen neuen Antrieb testet, ein Kind groß, später, Buzz testet immer noch Antriebe, kommt ein Enkelkind hinzu.

Der Film aus dem Jahr 2022, der im Jahr 1995 uraufgeführt worden sein soll, spielt mit den Zeitebenen. Jeder Flug, bei dem Lightyear den Antrieb testet, dauert viereinhalb Minuten. Weil er dabei beinahe Lichtgeschwindigkeit erreicht, vergehen auf dem Planeten T'Kani Prime in der Zwischenzeit viereinhalb Jahre. Lightyear ist kein makelloser Held, gibt sich die Schuld, dass die Crew und die Wissenschaftler auf T’Kani Prime gestrandet sind, ist überzeugt, dass er seine Mission zu Ende bringen muss, weil Space Ranger immer ihre Mission zu Ende bringen. Also testet er immer wieder aufs Neue. Und so sind seine Freunde, während für ihn nur Tage vergangen sind, bald tot, eine neue Generation ist herangewachsen, unter anderem die nicht ganz so furchtlose Enkeltochter seiner früheren Partnerin Hawthorne.

Und dann ist da ja auch noch Imperator Zurg, der im Toy Story-Film von 1995 für die Plastikfigur aus dem Spieleparadies der Endgegner war. Die Kreativen von damals haben der Figur Buzz Lightyear wenige Must Haves mitgegeben. Zurg ist eines und also wendet sich das anfängliche Familiendrama um einen Mann, der Wiedergutmachung leisten muss, hin zu einem Weltraumabenteuer mit tödlichen Robotern unter Zurgs Kommando, bei dem der Versuch, einen für die Rückreise zum Heimatplaneten Erde unbedingt notwendigen Antrieb zu retten, immer neue Hürden schafft, die der tapfere Space Ranger und ein Trio mittelmäßig begabter Möchte-Gern-Space-Ranger sowie einer Robotorkatze mit vielen Überraschungen überwinden müssen.

Der Film macht Spaß, ohne dabei übermäßig spannend zu sein. Weil er ja eigentlich aus dem Jahr 1995 ist, sind seine Handlungselemente auch so erwartbar wie schmelzendes Eis in der Sonne. Seine 90er-Jahre-Haptik aber und der damals noch in Maßen existierende Glaube an eine goldene Zukunft, in der die Menschen alle Fährnisse gemeinsam und friedlich meistern werden, machen aus dem Film eine schöne SciFi-Action für die ganze Familie, bei der die Eltern viel zu gucken und die Kinder viel zu staunen haben.

Wertung: 4 von 8 €uro
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