Für Mabel Tanaka ist die Natur untrennbar mit denen verbunden, die sie liebt. Besonders am Herzen liegt ihr eine Waldlichtung, zu der sie oft ihre Großmutter mitgenommen hat. Dort kommt sie zur Ruhe, blendet den Trubel des Alltags aus.
Doch mit diesem Kleinod abseits der Stadt Beaverton soll nun bald Schluss sein. Denn Bürgermeister Jerry Generazzo steckt mitten im Wahlkampf und will sich vor allem durch ein Megaprojekt die Wiederwahl sichern: den Bau einer Autobahn. Die soll nun ausgerechnet quer durch den Wald betoniert werden und dabei auch Mabels geliebter Lichtung den Garaus machen.
Um dem einen Strich durch die Rechnung zu machen, fasst Mabel einen kühnen Plan. Ihre Uniprofessorin Dr. Sam hat eine Technik entwickelt, mit der das Bewusstsein eines Menschen in robotische Tiere übertragen werden kann. Mabel schlüpft mit ihrem Bewusstsein daraufhin in einen Biber und macht sich auf in den Wald, um dort Allianzen mit den anderen Tieren gegen den Autobahnbau zu schließen …
Alles hängt mit allem zusammen. In der Natur gibt es keine Zufälle. Deshalb hängen auch Mensch und Tier zusammen und voneinander ab. Weil der Mensch das gerne vergisst, wenn er zum Beispiel eine Umgehungsautobahn durch ein Naturschutzgebiet bauen will, und weil Kinder das erst lernen müssen, gibt es Filme wie diesen.
Die Hauptfigur, Mabel, hat schon als Kind nicht so gerne mit ihresgleichen gespielt. Lieber hat sie versucht, den Haustieren, die zu Unterrichtszwecken in den Klassenräumen leben, die Freiheit zu geben. Mabel ist eine Außenseiterin, also ein klassischer Charakter in den Trickfilmen aus dem Hause Pixar. Ihre Eltern haben keine Zeit für sie, der Bürgermeister ist ein unsensibler Klops, der das schöne Stück Natur niederwalzen will, um dort eine Umgehungsstraße zu bauen. Nur ihre Oma versteht ihre jugendliche Unrast, zeigt ihr die entspannte Schönheit der Natur.
Man kann nicht behaupten, dass sich Mabel über die Jahre zur Naturschützerin mausert. Von Tieren und Pflanzen hat sie keine Ahnung. Sie sitzt da nur gerne und genießt die Ruhe. Erst als diese Ruhe gefährdet ist, wird sie aktiv und über ein paar wissenschaftliche Umstände, die an die Charakterübertragung aus James Camerons Avatar erinnert – „Das ist überhaupt nicht wie in 'Avatar'!“, motzt die verantwortliche Professorin Dr. Sam – landet sie in den Synapsen eines mechanischen Bibers und lernt die Natur aber mal so richtig kennen.
Anstatt in einer Harald-Lesch-Vorlesung über die Zusammenhänge der Natur gerät sie auf einer Wiese und kann plötzlich alle Tiere verstehen und mit ihnen reden. Für den weiteren Verlauf des Films ist es wichtig, dass alle Tiere dieselbe Sprache sprechen;
wenn schon die Spezies Mensch sich nicht auf eine Sprache einigen kann, schaffen das Vögel, Bären, Biber, Schmetterlinge, Frösche, Gänse, Fische und die anderen Bewohner der freien Natur mühelos – ein Haifisch namens Hai-Di spricht in der deutschen Fassung mit der Stimme von Heidi Klum und sogar den klassischen Satz „Ich habe dieses Mal leider kein Foto für Dich.“
"Hoppers" gehört zu den Pixar-Filmen für die jüngere Generation, die ihren Platz in der Welt noch sucht. Mabel leidet unter ihrem Alleinsein, darunter, dass ihr, seit die geliebte Großmutter verstorben ist, niemand zuhört, jeder mit sich beschäftigt ist. Sie trifft auf eine Tierwelt im Kreislauf des Lebens, in der das Fressen und Gefressen werden zu einem gewissen Defätismus geführt hat. Die Tiere sind es nicht gewöhnt, sich zu wehren. Wenn der Mensch, in der Nahrungskette weit oben, ihnen Lebensraum nimmt, nehmen sie das hin. Die Tierwelt im Wald ist sich nicht bewusst, dass man sich wehren kann, braucht also dringend Mabels Hilfe. Die deckt fiese Tricks des bösen Bürgermeisters auf, der mit technischen Tricks die Tiere verscheucht und sich sein avisiertes Bauland dann als frei von seltenen Tieren bescheinigen lassen kann. Und George, der Biber und König der Säugetiere im Wald, lernt, dass man für den Erhalt seiner Heimat seine Komfortzone verlassen muss und Hierarchien, Nahrungsketten nicht als gegeben hinnehmen darf.
Der Erwachsene sitzt nicht gelangweilt neben seinem Nachwuchs. Die Charaktere sind knuffig, die Animation ist dem Pixar-Standard abgemessen berauschend, die Action fröhlich over the Edge – ein fliegender Hai greift ein Sportwagen-Cabrio an! – und liefert ein Finale, in dem es nochmal heftig zur Sache geht, wenn ein Insektenusurpator plötzlich die Herrschaft über Tier und Mensch im Wald über die Avatar-Technik von Professorin Sam an sich reißen will. Für die ganz Kleinen, die noch gar nicht wissen, dass sie sich ihren Platz in der Welt suchen sollen, ist das vielleicht etwas derb. Aber für Teenager aller Altersklassen ganz vergnüglich.
Die Pixar-Filme
- Toy Story (1995)
- Das große Krabbeln (1998)
- Toy Story 2 (1999)
- Die Monster AG (2001)
- Findet Nemo (2003)
- Die Unglaublichen (2004)
- Cars (2006)
- Ratatouille (2007)
- WALL•E (2008)
- Oben (2009)
- Toy Story 3 (2010)
- Cars 2 (2011)
- Merida - Legende der Highlands (2012)
- Die Monster Uni (2013)
- Alles steht Kopf (2015)
- Arlo & Spot (2015)
- Findet Dorie (2016)
- Cars 3 – Evolution (2017)
- Coco – Lebendiger als das Leben (2017)
- Die Unglaublichen II (2018)
- Toy Story: Alles hört auf kein Kommando (2019)
- Onward: Keine halben Sachen (2020)
- Soul (2020)
- Luca (2021)
- Rot (2022)
- Lightyear (2022)
- Elemental (2023)
- Alles steht Kopf 2 (2024)
- Elio (2025)
- Hoppers (2026)
