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Kinoplakat: Braveheart
Eine Wuchtbrumme auf der Leinwand
historisch frei, aber mitreißend erzählt
Titel Braveheart
(Braveheart)
Drehbuch Randall Wallace
Regie Mel Gibson, USA 1995
Darsteller Mel Gibson, Patrick McGoohan, Sophie Marceau, Catherine McCormack, Brendan Gleeson, Angus Macfadyen, Brian Cox, Ian Bannen, Peter Mullan, Stephen Billington, Sean Lawlor, Sandy Nelson, James Cosmo, Sean McGinley, Alan Tal, Andrew Wei, Gerda Stevenson, Ralph Riach, Mhairi Calvey, Peter Hanly u.a.
Genre Drama, Historie
Filmlänge 177 Minuten
Deutschlandstart
5. Oktober 1995
Inhalt

Schottland im 13. Jahrhundert: Der englische König Edward I. führt ein brutales Regiment über das Land. Hierher kehrt William Wallace nach jahrelangen Reisen zurück, um ein ruhiges Leben als Farmer zu leben Als die Engländer seine Frau töten, um ein Exempel gegen Aufständische zu statuieren, schwört er Rache und sagt der britischen Krone den Kampf an. Die Freiheit und Unabhängigkeit seines Landes zu erkämpfen ist sein Ziel. Seine Leidenschaft und sein Mut inspiriert die Menschen, sich ihm anzuschließen und sich gegen die Engländer zu erheben.

Kinoplakat: BraveheartEdward I. erkennt in Wallace einen gefährlichen Gegner und schickt seine Schwiegertochter, die französische Prinzessin Isabelle, als Vermittlerin zu Wallace. Aus dieser Begegnung wird eine Freundschaft, die sich in leidenschaftliche Liebe verwandelt. Doch nicht nur gegen die Engländer hat Wallace zu kämpfen.

Auch die schottischen Adligen verfolgen eigene Interessen. Aber ohne deren Unsterstützung kämpft Wallace einen verlorenen Kampf …

Was zu sagen wäre
Mel Gibsons zweite Regiearbeit „Braveheart” ist eine Wuchtbrumme von Film, ein Epos, das mit fünf Oscars ausgezeichnet wurde („Bester Film”, „Regie”, „Kamera”, „Tonschnitt”, „Make-Up”).

Der Film nimmt es an vielen Stellen mit der Historie nicht genau (s.u.). Am albernsten scheint das auf beim Auftritt von Sophie Marceau als königliche Schwiegertochter Isabelle. Die Rolle schreit in jeder Dialogzeile „Ich bin nur hier, um dem Machozirkus ein hübsches Gesicht und etwas Wärme zu verleihen!!!” Was nicht weiter schlimm ist – die ohnehin bezaubernde Sophie Marceau („D'Artagnans Tochter” – 1994; „Meine Nächte sind schöner als deine Tage” – 1989; Der Bulle von Paris – 1985; „Fröhliche Ostern” – 1984; „La Boum – Die Fete” – 1980) macht das beste aus ihrer Rolle. Die echte Isabelle allerdings war zu Wallaces Zeiten noch ein kleines Kind und kam überhaupt erst nach Enland, als Wallace schon drei Jahre tot war.

Einen sehr großen Eindruck hinterlässt Catherine McCormack in einer kurzen Rolle als Williams heimliche Gattin Murron. Ihre Anmut und – damit verbunden – ihr Schicksal sind so bewegend, dass ich Williams unbändigen Zorn auf die englischen Besatzer über die gesamten drei Filmstunden jederzeit verstehen kann. Diese Rolle ist – geschrieben, gespielt und geführt – ein kleines Meisterwerk im Meisterwerk.

Auch in diesem Film zeigt sich Gibsons masochistische Ader. Der Lethal-Weapon-Star lässt sich gerne vor der Spielfilmkamera foltern. Wie er seinen Wallace am Ende nach den mittelalterlichen Regeln der Kunst foltern lässt, bleibt haften. Er zeigt nur das Gesicht des Leidenden – woran Wallace da zu leiden hatte, das sagen die Geschichtsbücher: Strecken, ausweiden, entmannen.

Wertung: 11 von 11 D-Mark
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