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Kinoplakat: Batman Forever

Joel Schumacher macht aus der schwarzen
Fledermaus einen quitschbunten Farbfilm

Titel Batman Forever
(Batman Forever)
Drehbuch Lee Batchler + Janet Scott Batchler + Akiva Goldsman
nach den Comics, erfunden von Bob Kane
Regie Joel Schumacher, USA, UK 1995
Darsteller

Val Kilmer, Jim Carrey, Tommy Lee Jones, Nicole Kidman, Chris O'Donnell, Michael Gough, Pat Hingle, Drew Barrymore, Debi Mazar, Elizabeth Sanders, Rene Auberjonois, Joe Grifasi, Philip Moon, Jessica Tuck, Dennis Paladino u.a.

Genre Comic-Verfilmung
Filmlänge 121 Minuten
Deutschlandstart
3. August 1995
Website batmanmovies.com
Inhalt

Batman steht vor seiner größten Herausforderung: Zwei Superschurken, der nach einem Säureanschlag entstellte, schizophrene Harvey Dent – Künstlername „Two Face“ – und der geniale Edward Nygma – Künstlername „Riddler“ – verbünden sich, um Batman bzw. Bruce Wayne den Garaus zu machen. Die vermutlich größte Gefahr geht jedoch von Batman selbst aus, der von traumatischen Kindheitserinnerungen geplagt wird und seiner Doppelexistenz nicht länger Herr zu sein scheint.

Dem maskierten Rächer zur Seite stehen die Kriminalpsychologin Dr. Chase Meridian und – im Cape des heldenhaften „Robin“ – der junge Artist Dick Grayson …

Was zu sagen wäre

Ach herrje. Si tacuisset, Hollywood. Regisseur Tim Burton war gegangen, hatte keine Lust mehr an weiteren Batman-Abenteuern, sagte, er habe zu der Figur alles gesagt. Es kam Joel Schumacher (Falling Down – Ein ganz normaler Tag – 1993; „Flatliners“ – 1990; The Lost Boys – 1987; „St. Elmo's Fire“ – 1985), der aus Burtons Vorlagen einen Farbfilm machte – im ehemals nachtschwarzen Gotham City fuhren bunte Autos, tobten grüne Kriminelle mit roten Haaren. Schumacher treibt dem Burton-Batman jetzt allen finsteren Pathos radikal aus. Aus der in die Hose gegangenen Verfilmung eines Comic-Charakters war die Comic-Version eines in die Hose gegangenen Comic-Films geworden.

Abschied von Burtons Batman

Offenbar wollte man sich von Burtons kompliziert anmutender Version eines Mannes, der, wenn er schon im Gummianzug herum läuft, ordentlich einen an der Klatsche haben muss, entfernen und nur die bunten Schurken übrig lassen. Die Umbesetzung Batmans – nach Michael Keaton kam Val Kilmer – macht keinen Unterschied aus; beide widmen sich der Figur mit Desinteresse. Kilmer sagte der neu gewonnenen Rolle gleich wieder Adieu. Was kein Verlust ist. Der als zickige Diva verschriene Star spielte viel Theater, vor allem in klassischen Stücken, bevor er 1984 in „Top Secret!“ sein Spielfilmdebüt gab. Seine größten Filmrollen hatte er in Top Gun (1986) als Gegenpart zu Tom Cruise, in „Willow“ (1988) und The Doors (1991).

Nachdem die prominentesten Schurken bereits vergriffen waren – Joker, Pinguin, Catwoman – griffen die Produzenten beherzt zur zweiten Reihe der Comicschurkerei und besetzte sie prominent. Oscar-Preisträger Tommy Lee Jones gibt Harvey „Two Face“ Dent, eine ursprünglich bemitleidenswerte Kreatur, deren säurezerfressenes Gesicht ihn in einen durch Münzwurf entschiedenes Entweder-oder-Trauma geworfen hat. Davon ist außer der Münze nichts übrig. Schlecht geschminkt tobt Tommy Lee Jones wild grimassierend durch die Kulisse, als hätten die Produzenten ihm vorgelogen, er spiele eigentlich den Joker und solle Jack Nicholson übertrumpfen. Jones hat sich in den 80er Jahren souverän aus der Reihe profilierter Nebendarsteller in Hollywoods A-Liga gespielt („Homerun“ – 1994; Natural Born Killers – 1994; „Der Klient“ – 1994; Zwischen Himmel und Hölle – 1993; „Alarmstufe: Rot“ – 1992; JFK – Tatort Dallas – 1991; Airborne – Flügel aus Stahl – 1990). 1994 wurde er für seine Darstellung in Auf der Flucht als bester Nebendarsteller mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet.

Jim Carrey spielt Jim Carrey

Den zweiten Schurken, den Riddler, gibt der derzeit angesagte nice-to-have-you-in-the-Picture Jim Carrey. Und der spielt Jim Carrey („Dumm und Dümmer“ – 1994; Die Maske – 1994; „Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv“ – 1994). Irgendwie nicht schlecht, aber retten tut's den Film auch nicht. Man fragt sich unwillkürlich, warum die Schurken in diesen Batman-Filmen eigentlich immer rumtoben, wie kleine Kinder im Sandkasten. Bedrohlich ist das alles nicht.

Produktionsdesignerin Barbara Ling hatte über sechzig opulente Sets neu gestaltet. Um ein Déja-Vu-Erlebnis zu den Vorgängern zu vermeiden, waren Gothams Straßenzüge ebenso neu gestaltet, wie BAT-Höhle und BAT-Mobil. Joel Schumacher hatte Design und Raumgestaltung in New York studiert. Seine Karriere in der Unterhaltungsindustrie begann er als Art Director bei Fernseh-Werbespots. Seinen ersten Kinofilm, „Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K“, drehte er 1981.

Wertung: 2 von 10 D-Mark
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