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Plakatmotiv: Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv (1994)

Eine Detektivgeschichte mit viel
Detektiv, aber ohne Geschichte

Titel Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv
(Ace Ventura: Pet Detective)
Drehbuch Jack Bernstein & Tom Shadyac & Jim Carrey
Regie Tom Shadyac, USA 1994
Darsteller

Jim Carrey, Courteney Cox, Sean Young, Tone Loc, Dan Marino, Noble Willingham,Troy Evans, Raynor Scheine, Udo Kier, Frank Adonis, Tiny Ron, David Margulies, John Capodice, Judy Clayton, Bill Zuckert, Alice Drummond, Rebecca Ferratti, Mark Margolis u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 86 Minuten
Deutschlandstart
26. Mai 1994
Inhalt

Privatdetektiv Ace Ventura hat ein Spezialgebiet: Er sucht nach vermissten Tieren. Eines Tages erhält er den Auftrag, Snowflake, das Maskottchen der "Miami Dolphins", aufzuspüren.

Während Ace der Spur von Delfin Snowflake folgt, wird ihm schnell klar: Hinter dem Verschwinden steckt ein großer Komplott. Sogar die Polizei scheint darin verwickelt. Doch der Tierdetektiv scheut keine Gefahr, um das Tier wieder heil zurückzubringen …

Was zu sagen wäre

Es sah nach einem harmlosen Fall aus. Niemand konnte ahnen, dass der Detektiv einer der heißesten Komplotte der Kriminalgeschichte auf der Spur war. Am Anfang steht immer ein harmloser Fall, wenn der Privatdetektiv gerufen wird. Plakatmotiv (US): Ace Ventura: Pet Detective (1994) Und am Ende ist die attraktive Klientin ein psychisch gestörter Killler, der angesehene Wohltäter betreibt ein Bordell mit Minderjährigen und der Privatdetektiv schraubt allein in seinem verstaubten Büro den Deckel von der Whiskyflasche. Jedenfalls so ähnlich.

Im vorliegenden Fall ist ein Maskottchen entführt worden, ein Delfin. Und der Detektiv trinkt keinen Whisky, wohnt dafür mit vielen Tieren zusammen, mit denen er sich weit besser versteht, als mit Menschen. Und augenscheinlich ist er ein Chaot. Detektiv Ventura, der allen auf den Geist geht, aber hinterfragwürdigerweise jede attraktive Frau in sein Bett bekommt, ist eine brillante Schnüffelnase; fast möchte man sagen, er verfügt über einen tierischen Instinkt. Wo sich die Polizei an einem Tatort auf den Füßen steht und Beweise zertrampelt, findet Ventura in wenigen Augenblicken eine heiße Spur. Aber wenn er von seinem guten Kumpel im Polizeirevier ein paar Insiderinfos braucht, lässt er lieber seinen Hintern mit dem Kumpel konferieren. Ja, is schrieb seinen Hintern. Dieser Privat Eye trinkt nicht, raucht nicht. Dafür lässt er seinen Hintern sprechen.

Auftritt Jim Carrey. Der Komiker ist in Deutschland noch ein Unbekannter. In den USA hat er sein variables Grimassengesicht über diverse TV-Shows und Kleinrollen auf der Leinwand bekannt gemacht (Pink Cadillac – 1989; Das Todesspiel – 1988; "Peggy Sue hat geheiratet" – 1986). Carrey spielt den augenscheinlichen Chaoten als Zappelphilipp, zieht Grimassen und kann auch bei einem Empfang mit Smoking keine zwei Schritte einfach geradeaus gehen. Er tänzelt, er steppt, er schlägt Rad. Hauptsache, er bewegt sich nicht, wie alle anderen.

Der Detektiv steht immer im Mittelpunkt der verzwickten Crimestories. Im vorliegenden Fall gerät die Crimestory zur Nebensache, allein Jim Carrey bestimmt das Tempo der Erzählung. Würde er nicht ununterbrochen zeitraubend herum hampeln, wäre der Film nach 45 Minuten vorbei und der Fall um einen psychisch gestörten Footballspieler geklärt.

Carreys Humor bewegt sich in den großen Fußstapfen legendärer Komiker wie Buster Keaton oder Laurel & Hardy. Damals standen die Komiker im Mittelpunkt. Worum es ging, war nebensächlich. Aber damals hatte der Film auch noch keinen Ton. Heute hat er sogar Farbe. Heute ist es schwer, 90 Minuten einem Film zu folgen, dessen Handlung egal ist, weil es nur um die Faxen des Hauptdarstellers geht. Manchmal ist Carrey so komisch, dass ich lachen muss; er ist ein guter Clown. Aber er gehört auf eine Stand-Up-Bühne, augenscheinlich nicht ins Zentrum eines Spielfilms, wenn er jeden Satz, der einer einfachen Erklärung dient, mit Grimassen und Tänzelei unendlich in die Länge zieht.

Wertung: 6 von 10 D-Mark
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