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Plakatmotiv: Auf dem Highway ist wieder die Hölle los (1984)

Dasselbe nochmal, nur schlechter

Titel Auf dem Highway ist wiederdie Hölle los
(Cannonball Run II)
Drehbuch Hal Needham & Albert S. Ruddy & Harvey Miller
mit Charakteren von Brock Yates
Regie Hal Needham + Ralph Bakshi, USA, Hongkong 1984
Darsteller
Burt Reynolds, Dom DeLuise, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Jamie Farr, Marilu Henner, Telly Savalas, Shirley MacLaine, Susan Anton, Catherine Bach, Foster Brooks, Sid Caesar, Jackie Chan, Tim Conway, Tony Danza u.a.
Genre Action, Komödie
Filmlänge 108 Minuten
Deutschlandstart
24. August 1984
Inhalt

Eigentlich ist es turnusmäßig noch nicht wieder Zeit für den Cannonball Run, das berüchtigte illegale Rennen von Connecticut bis nach Kalifornien. Doch Scheich Falafel möchte, dass sein Sohn eine Glanztat vollbringt und dieses Rennen gewinnt, und so setzt er kurzerhand eine Million Dollar auf den Sieg aus. Das zieht sofort eine illustre Schar von Abenteurern an, und das Rennen kann beginnen.

Doch nicht nur ein Haufen verrückter Rennfahrer wird angelockt, auch der Mafiaboss Don Cannelloni ist nun hinter dem Geld her. Das braucht er, um seinem nichtsnutzigen Sohn Don-Don finanziell unter die Arme zu greifen, da dieser wegen seiner Schulden vom Gangster Heimchen und dessen Gang bedroht wird.

Praktisch, dass der Scheich das Preisgeld schon in seinem Rolls-Royce mit sich führt – er wird daher einfach von Don Cannellonis Leuten auf die Pinto-Ranch, das Zuhause von Klein-Don-Don, entführt. Die übrigen Rennfahrer fühlen sich um ihr Preisgeld betrogen und erklären die Pinto-Ranch zu ihrem neuen Ziel. Dort kommt es zum großen Finale …

Was zu sagen wäre

Als vor drei Jahren Auf dem Highway ist die Hölle los in den Kinos startete, lagen am Ende rund 160 Millionen Dollar in der Kasse, ungefähr das zehnfache dessen, was der Film gekostet hatte. Das schrie geradezu nach einem Da Capo. Und hier ist es nun. Es hat sich wenig verändert gegenüber Teil I.

Der hanebüchen alberne Film darf für sich verbuchen, das berühmt berüchtigte Rat Pack wieder zusammengeführt zu haben. Zu Dean Martin und Sammy Davis Jr. gesellt sich diesmal noch Frank Sinatra als Frank Sinatra mit einer Gastrolle, die er so ratlos spielt, wie ein Gaststar, der nicht weiß, welche Rolle seine Rolle spielen soll. Schauspielerei ist wieder nicht gefragt. Die Ansammlung großer und ehemals großer Stars sowie eines Orang Utans toben sich aus, albern herum und machen sexistische Witze. Zwischendurch, es ist ein Film über Autos und das, was Hollywood unter Männern versteht, laufen junge Frauen in knappen Bikinis durchs Bild.

Hal Needham gehört in Hollywood zur führenden Riege der Stuntleute. Er führt häufig die Regie beim Second Team, also dem, das die Actionszenen filmt, in denen der jeweilige Star des Films nicht zu sehen ist. Die Erfahrung spielt er hier aus; die um sich selbst wirbelnden Autos, die pfeilschnellen Verfolgungen, die spektakulären Sprünge durch Werbetafeln und Fertighäuser sind mit dem Stolz des Könners montiert. Wenn bei den Schlägereien die Männer Treppen runterstürzen oder durch Fenster im ersten Stock auf die Straße fliegen, fühlt man sich an Stuntshows in den Universal Studios erinnert.

Aus irgendeinem Grund – wahrscheinlich wegen der Gewerkschaften – wurde auch ein Drehbuch geschrieben, das eine Handlung vortäuscht. Die unterbricht jetzt die schönen Actionszenen immer wieder mit peinlichen Auftritten von Menschen, die im Hauptberuf wohl Schauspielerinnen und Schauspieler sind. Hal Needham hat so ziemlich jeden in Hollywood schon mal gedoubelt und ist für die Stars durch Fenster gesprungen. Da hat er sich offenbar viele Freunde gemacht, das zeigte ja schon der Vorgängerfilm. Diesmal darf Shirley MacLaine ihre Falsche-Nonne-Rolle Ein Fressen für die Geier (1970) nochmal aufleben lassen (Zeit der Zärtlichkeit – 1983; "Willkommen, Mr. Chance" – 1979; Ein Fressen für die Geier – 1970; Siebenmal lockt das Weib – 1967; Immer mit einem anderen – 1964; Das Mädchen Irma la Douce – 1963; Das Appartement – 1960; Immer Ärger mit Harry – 1955). Mehr hat sie nicht zu tun. Richard Kiel darf diesmal krumme Zähne fletschen (James Bond 007 – Moonraker – 1979; "Der wilde Haufen von Navarone" – 1978; James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte – 1977; "Trans-Amerika-Express" – 1976). Und auch die ewigen Kinoheroen Telly Savalas und Doug McClure haben ihre Auftritte. Letzterer als Sklave, beziehungsweise Watschenmann für den Scheich, den Ricardo Montalbán mit drohendem Zeigefinger und aufgerissenen Augen spielt, als stehe er noch für Star Trek II: Der Zorn des Khan vor der Kamera.

Mit guten Kumpels, einem Kasten Bier … besser zwei Kästen, an einem Donnerstagabend kann der Film vielleicht für ein bisschen Heiterkeit sorgen.

Wertung: 2 von 9 D-Mark
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