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Plakatmotiv: Opfer einer großen Liebe (1939)
Frauendrama mit einer
großartigen Bette Davis
Titel Opfer einer großen Liebe
(Dark Victory)
Drehbuch Casey Robinson
nach dem gleichnamigen Broadway-Stück von George Emerson Brewer jr. + Bertram Block
Regie Edmund Goulding, USA 1939
Darsteller
Bette Davis, George Brent, Humphrey Bogart, Geraldine Fitzgerald, Ronald Reagan, Henry Travers, Cora Witherspoon, Dorothy Peterson, Virginia Brissac Charles Richman, Herbert Rawlinson, Leonard Mudie, Fay Helm, Lottie Williams u.a.
Genre Drama
Filmlänge 96 Minuten
Deutschlandstart
21. April 1950
Inhalt
Judith Traherne, gerade 23 Jahre jung, kapriziös und als reiche Erbin eines Pferderennstalls finanziell unabhängig, liebt neben den Pferden, Hunde, rauschende Feste in der High Society und das Rauchen. Immer häufiger jedoch plagen sie unerträgliche Kopfschmerzen und eine zunehmende Sehschwäche, die schließlich sogar zu einem Reitunfall führt. Eigensinnig, wie Judith nun einmal ist, weigert sie sich, zum Arzt zu gehen, bis Ann, in erster Linie Freundin aber auch ihre Sekretärin, sie schließlich doch dazu bringen kann, den Gehirnspezialisten Dr. Steele aufzusuchen.

Plakatmotiv: Opfer einer großen Liebe (1939)Judith, die ein Leben ganz entgegengesetzt dem von Dr. Steele führt, bewundert ihren Arzt, der in seinem verantwortungsvollen Beruf aufgeht. So willigt sie auch in eine schnelle Operation ein, nach der Judith sich ausgesprochen gut fühlt und in ihrem Glauben bestärkt wird, geheilt zu sein. In Unkenntnis ihrer unheilbaren Krankheit veranstaltet Judith auf ihrem Anwesen ein Fest mit allen ihren Freunden, zu dem sie auch Dr. Steele einlädt. Dort stellt Ann, die etwas ahnt, den Doktor zur Rede und er gesteht ihr schließlich die Wahrheit über Judiths Zustand. Steele gerät zunehmend in einen Gewissenskonflikt, da er sich in Judith verliebt hat – und Judith erwidert seine Zuneigung völlig unbefangen.

Durch einen dummen Zufall entdeckt Judith ihre Patientenakte, glaubt sich verraten und stürzt sich tief verletzt und todunglücklich von einem Vergnügen ins nächste …

Was zu sagen wäre
Okay, die Engels-Chöre, die Bette Davis auf ihrem letzten Weg ins Schlafzimmer begleiten, sind etwas dick aufgetrage. Warners Hauskomponist Max Steiner hat zwar auch gür „Dark Victory“ wieder einfühlsam orchestriert, aber die Engels-Chöre machen eine ergreifende Szene, die uns unwillkürlich nach einem Taschentuch suchen lässt, zum Kitsch. Aber Bette Davis zeigt sich in Höchstform.
Nuanciert spielt sie das Portrait des hübschen Schwans mit dem Goldenen Löffel im Mund, dessen Schicksal der Film erst nach und nach, scheibchenweise freilegt. Wir tappen lange im Dunkeln, wohin uns der Film bringen möchte, schauen aber den guten Schauspielern in den mondänen Kulissen gerne zu.
 
Plakatmotiv (US): Opfer einer großen Liebe (1939)Bette Davis wurde für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Bette Davis hat um diese Rolle und diesen Film hart kämpfen müssen. Jack Warner von Warner Brothers hatte die Rechte an dem Film zwar für Bette Davis gekauft, äußerte aber bis zuletzt Zweifel daran, dass der Film ein Erfolg werden könnte: „Wer wird schon einen Film über ein Mädchen sehen wollen, das stirbt?“ Offenbar viele! Bette Davis fängt jede Laune dieses Mädchens, Beruf Tochter, ein, während sie sich von der draufgängerischen, trotzigen jungen Dame der Gesellschaft zur erbitterten Hedonistin wandelt, dann zur liebevollen Ehefrau, die sich mit einem kurzen Glück mit dem geliebten Mann abfindet. Davis und George Brent spielten in elf gemeinsamen Filmen die Hauptrollen. Zur Zeit von „Dark Victory“ bahnte sich zwischen beiden eine private Beziehung an.

Blöderweise konkurriert „Dark Victory“ in seinem Oscar-Jahrgang mit dem Drama „Vom Winde verweht“. Da hatte Bette Davis das Nachsehen. Das Südstaatenepos erhielt acht Oscars und das kann man ihm auch gasr nicht vorwerfen. „Dark Victory“ ist nicht so spektakulär zeitlos. Das Medizin-Drama diskutiert die tatsächlich die metaphysischen, der letzten Dinge: Was ist der Sinn des Lebens? Und ausgerechnet Humphrey Bogart bringt die reiche Tochter in die Spur.

Wir kennen Bogart eher als den harten Gangster, der sich seinen Weg freizuschießen pflegt. Hier gibt er den Stallmeister einer reichen Familie. Einmal kämpft er im Stall um ein neu geborenes Fohlen, während im Herrenhaus der Intrigantenstadl tobt. Ein nur kleine Verwirrung in diesem Drama zwischen Leben, Liebe und Tod.

Wertung: 3 von 6 D-Mark
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