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Kinoplakat: Die Caine war ihr Schicksal
Ein Ensemblefilm
als Kammerspiel
Titel Die Caine war ihr Schicksal
(The Caine Mutiny)
Drehbuch Stanley Roberts + Michael Blankfort
basierend auf dem mit dem Pulitzer Prize ausgezeichneten gleichnamigen Roman von Herman Wouk
Regie Edward Dmytryk, USA 1954
Darsteller
Humphrey Bogart, Robert Francis, Van Johnson, Fred MacMurray, May Wynn, José Ferrer, Tom Tully, E.G. Marshall, Arthur Franz, Lee Marvin, Warner Anderson, Claude Akins, Katherine Warren, Jerry Paris, Steve Brodie u.a.
Genre Drama, Krieg
Filmlänge 124 Minuten
Deutschlandstart
10. September 1954
Inhalt

1943 übernimmt Kapitänleutnant Queeg das Kommando auf dem verwahrlosten Minensucher Caine. Der neurotische Prinzipienreiter ist auf strengste Einhaltung der Vorschriften bedacht.

Kinoplakat: Die Caine war ihr SchicksalAls es bei einem Taifun fast zur Katastrophe kommt, meutern die Oberleutnants Keefer, der von Anfang an gegen Queeg intrigierte, und Maryk. Sie müssen sich vor dem Kriegsgericht verantworten. Geschickt erreicht Verteidiger Greenwald, dass das nervliche Wrack Queeg zusammenbricht.

Bei der Siegesfeier der Offiziere schleudert er ihnen seine Verachtung entgegen …

Was zu sagen wäre
Spannendes Drama, sehr porominent – und gut – besetzt. „The Caine Mutiny“ ist eine interessante Auseinandersetzung mit dem Prinzip Befehl und Gehorsam. Nach guter amerikanischer Tradition kommt sie zu dem Schluss, dass man nur im Team zum Erfolg kommt; Einzelkämpfer, Alleingänge sind auf Dauer nicht von Erfolg gekrönt. Das ist ein Thema, mit dem es sich auseinanderzusetzen lohnt und Herman Wouk hat das in seinem Roman auch wuinderbar gemacht.

Als Film wird dieser Essay über militärische Moral und vertrauenswürdige Führung kompliziert. Die meiste Zeit sehe ich militärisches Gerät – Kriegsschiffe, Kampfjets, Uniformen. Ich sehe Radargeräte und Kasernen. Da sind großartige Aufnahmen gelungen, der Zuschauer glaubt, selbst auf dem Flugzeugträger zu sein, so nah geht die Kamera ran (die US-Navy hat der Produktion sehr großzüg Material und Ausrüstung zur Verfügung gestellt). Über die Dauer von zwei Stunden aber kann das zähflüssig werden; und hier kommen die erwähnten Schauspieler ins Spiel.

Kinoplakat: Die Caine war ihr SchicksalDieses, man möchte fast sagen, Kammerspiel ist ein Ensemblefilm mit einem herausragenden Humphrey Bogart im Zentrum („Schach dem Teufel“ – 1953). Der coole Trenchcoat-Träger kann mehr, als schnell schießen. Als geistig angeschlagener Käpt‘n gibt er eine vorzügliche Charakterstudie und Edward Dmytryk würdigt das auch bei Queegs letztem Statement vor dem Militärgericht. Nachdem er sich um Kopf und Kragen geredet hat, bleibt es komplett stumm auf der Tonspur, während das Bild zwischen den Gesichtern der Beteiligten im Saal hin und her schneidet. Da wird ein großartiges Solo in Nahaufname mit einem fulminant geräuschlosen Tusch unterstrichen.

Fred MacMurray gibt als zynischer Feigling ebenfalls eine ungewohnt komplexe Figur, die die Felle zu halten versucht, die ihm davon schwimmen. José Ferrer, der auf dem Plakat an zweiter Stelle genannt wird, taucht erst im letzten Viertel des Films auf und hat dann den fulminanten Schlussmonolog, der der versammelten Caine-Besatzung seine Verachtung entgegenschleudert und dem Vertrauen in der Armee eine Schneise schlägt.

Wertung: 5 von 6 D-Mark
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