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Kinoplakat: Gesetz der Straße – Brooklyn‘s Finest
Gute Akteure in
herkömmlicher Story
Titel Gesetz der Straße – Brooklyn‘s Finest
(Brooklyn‘s Finest)
Drehbuch Michael C. Martin
Regie Antoine Fuqua, USA 2009
Darsteller Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes, Vincent D'Onofrio, Brian F. O'Byrne, Will Patton, Lili Taylor, Ellen Barkin, Jesse Williams, Shannon Kane, Wass Stevens, Armando Riesco, Wade Allain-Marcus, Logan Marshall-Green u.a.
Genre Drama
Filmlänge 132 Minuten
Deutschlandstart
1. April 2010
Inhalt

Drei Polizisten im Stadtbezirk Brooklyn von New York.

  • Eddie Dugan hat nur noch ein paar Tage bis zur Pensionierung. Er wird abkommandiert, jüngeren Kollegen zu zeigen, wie man sich im gefährlichsten Stadtviertel New Yorks verhält. Durch die vielen Jahre harter Arbeit abgestumpft, erträgt er seine Schichten nur noch mit Alkohol und der Gesellschaft einer Prostituierten. Wenige Tage nach seiner Pensionierung stolpert er über die Spur zu einer vermissten Frau. Sie führt ihn schließlich in eine Wohnung mit anderen festgehaltenen und missbrauchten Frauen … und in Lebensgefahr.
  • Sal ist Mitglied eines Spezialkommandos. Sein Gehalt reicht kaum aus, um seine große Familie zu ernähren. Seine wieder schwangere Frau hat durch den Schimmel im Wohnhaus und ihrem Asthma starke Atembeschwerden. Für ein neues Haus reicht der Polizei-Sold nicht. Also greift Sal beim Drogengeld zu und braucht davon bald – ähnlich den Junkies – immer mehr. Bisher ging das ganz gut, das Geld tröpfelte unauffällig aufs Konto, aber es reicht noch immer nicht fürs neue Haus und bis übermorgen muss er die Anzahlung leisten. So versucht er auf eigene Faust eine Dealerwohnung zu überfallen und deren Geld einzusacken.
  • Tango ist Undercoverpolizist und hat durch diesen Job seine Familie verloren. Er ist tief in die Bandenpolitik integriert und lebt ständig mit der Gefahr aufzufliegen. Sein einziger Ausweg aus diesem Job ist die Auslieferung des Drogenkönig Caz, der gerade frisch aus dem Gefängnis kommt. Das ist schwierig: Caz ist sein Freund. Außerdem hat Caz ihm mal das Leben gerettet. Schließlich setzt ihn sein Chef unter Druck: Entweder, Tango liefert Caz ans Messer, oder Tango wartet auf seine Beförderung in den Nine-to-Five-Innendienst bis zum St. Nimmerleinstag …
Was zu sagen wäre

Solche Filme hat in den 70er und 80er Jahren Sidney Lumet gedreht. Harte, illusionslose Copthriller, in denen der Feind im Ineren der Behörde sitzt - im Vorgesetzten, im Rathaus, im korrupten Kollegen, in der schlechten Bezahlung. Insofern befindet sich Antoine Fuqua (Training Day – 2001; The Replacement-Killers – 1998) in erlesener Gesellschaft.

Aber darin liegt auch das Problem dieses schnell geschnittenen und mit der gerade modernen Dokumentarisches vorgaukelnden Wackelkamera erzählten Films: Fuqua liefert dem Genre keine neuen Inhalte. Die Cops sind athletischer gebaut und haben noch mehr dirty talks, als Lumets Vorgänger. Aber das festzustellen, ist ähnlich hilfreich, wie festzustellen, dass Wasser nass ist. Schon in den Siebzigern zerstoben die Träume von einem geruhsamen Lebensabend an der schlechtbezahlten Realität. Und Cops, die sich beim illegalen Drogengeld bereichern? Ach, herrje …

Seinen dennoch nicht unbeträchtlichen Reiz zieht „Brooklyn’s Finest” aus seinen Schauspielern. Richard Gere als der alte, am Whiskey hängende Ruhestands-Cop zeigt seine erste Altersrolle und plötzlich merkt der Zuschauer, dass seine Romantic-Hero-Zeiten ja tatsächlich schon 20 Jahre zurückliegen (Das Lächeln der Sterne – 2008; „Darf ich bitten?“ – 2004; Chicago – 2002; Untreu – 2002; „The Mothman Prophecies“ – 2002; Dr. T and the Women – 2000; Es begann im September – 2000; Die Braut, die sich nicht traut – 1999; „Der Schakal“ – 1997; Red Corner – 1997; Zwielicht – 1996; „Der erste Ritter“ – 1995; „Begegnungen“ – 1994; ...und das Leben geht weiter – 1993; Sommersby – 1993; „Eiskalte Leidenschaft“ – 1992; Pretty Woman – 1990; „Internal Affairs“ – 1990; „Gnadenlos“ – 1986; „Cotton Club“ – 1984; „Atemlos“ – 1983; „Ein Offizier und Gentleman“ – 1982; Ein Mann für gewisse Stunden – 1980; „Yanks – Gestern waren wir noch Fremde“ – 1979; „Auf der Suche nach Mr. Goodbar“ – 1977) . Im aktuellen Film gibt es eine Szene, in der er seinen Kavaliers-Charme von früher stecken lässt und sich einfach weg dreht, als ein Zuhälter eine Nutte ins Gesicht schlägt. „Heute die Prügelei. Morgen eine Vergewaltigung. Übermorgen Mord. Und das jeden verdammten Tag. 20 Jahre lang.

Don Cheadle („Ocean's Thirteen” – 2007; „Hotel Ruanda” – 2004; L.A. Crash – 2004; Ocean's Eleven – 2001; Passwort: Swordfish – 2001; Traffic – 2000) gibt seinem Undercover-Loner Tango jenen traurigen Dackelblick des unfreiwlligen Verräters, der den Zuschauer gefangen hält in der Angst um diesen Mann, der doch schon alles verloren hat. Man wünscht ihm den erfolgreichen Ausstieg zurück in sein Leben sogar noch, als längst klar ist, dass Tango ein eigenes Leben gar nicht mehr hat.

Ethan Hawke („What Doesn't Kill You“ – 2008; Training Day – 2001) gibt einen kantigen, streng gläubigen Sal. Wenig ist übrig geblieben von dem Ethan Hawke früherer Schnee-der-auf-Zedern-fällt-Tage, bei denen ich sicher sein konnte: Wo Hawke drauf steht, ist Langeweile drin. Die rettungslose Verzweiflung, die Hawke von der Leinwand strahlt, ist glaubwürdig.

Lange Rede kurzer Sinn: Fuquas Cop-Movie besticht durch moderne Inszenierung in düsteren Farben und wuchtigem Beat und durch seine bis in die Nebenrollen gut besetzten Charaktere. Aber nicht durch die am Ende arg hinkonstruierte Story.

Wertung: 5 von 7 €uro
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