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Plakatmotiv: Agent Trouble – Mord aus Versehen (1987)

Ein lahmer Krimi
ganz ohne Ideen

Titel Agent Trouble: Mord aus Versehen
(Agent trouble)
Drehbuch Jean-Pierre Mocky
nach dem Roman "The Man Who Loved Zoos" von Malcolm J. Bosse
Regie Jean-Pierre Mocky, Frankreich 1987
Darsteller

Catherine Deneuve, Richard Bohringer, Tom Novembre, Dominique Lavanant, Sophie Moyse, Kristin Scott Thomas, Héléna Manson, Hervé Pauchon, Charles Varel, Maxime Leroux, Sylvie Joly, Pierre Arditi, Michel Varille, Antoine Mayor, Dominique Zardi, Isabelle Mergault, Luc Delhumeau u.a.

Genre Krimi
Filmlänge 90 Minuten
Deutschlandstart
26. April 1989 (Videopremiere)
Inhalt

Im winterlichen Elsass findet der junge Victorien einen stehen gelassenen Autobus, dessen 50 Insassen alle tot sind. Der unter permanentem Geldmangel leidende Victorien beraubt kurzerhand die Toten ihrer Portemonnaies. Dann macht er sich auf den Weg nach Paris zu seiner Tante Amanda und berichtet ihr von dem merkwürdigen Vorfall.

Als im Fernsehen berichtet wird, dass es einen Unfall gab, bei dem ein Bus in einen See fuhr, ahnen die beiden, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Als dann Victorien von unbekannten Männern verfolgt und sogar getötet wird, ist Amanda auf sich allein gestellt. Sie begibt sich selbst auf eine touristische Busreise ins Elsass und ermittelt. Die hinter dem Verbrechen stehende Affäre reicht bis in hohe politische Kreise – es geht um Umweltskandale und Vertuschung …

Was zu sagen wäre

Das Aufregendste ist die Ausgangssituation: Im tief verschneiten Elsass findet jemand einen Reisebus mit 50 Toten an Bord. Aber nicht einmal dafür interessiert sich Regisseur Jean-Pierre Mocky. Lieblos inszeniert er ein paar Einstellungen und ist dann schon in Straßburg. Plakatmotiv (Sp.): L'Ultima Corsa – Agent Trouble – Mord aus Versehen (1987) Hier spielen ein rätselhafter Killer, der im Hauptberuf Antiquitätenhändler ist, und eine Mitarbeiterin am Völkerkundemuseum, die kurzfristig auf Detektivin umschult, als ihr Neffe unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, die Hauptrollen.

Es mag an der deutschen Synchronisation liegen, aber nichts an diesem Film wirkt halbwegs glaubhaft. Richard Bohringer (Subway – 1985; Diva – 1981; La Boum – Die Fete – 1980; Die letzte Metro – 1980; Ein irrer Typ – 1977), eigentlich prädestiniert für die Rolle eines eleganten Killers, spielt eben diesen, ohne zu wissen, warum er wo in der Kulisse steht. Seine Mitarbeiterin im Antiquitätengeschäft hat ein steifes Bein und ist scharf auf ihren Chef, der gerade keine Lust auf sie hat, manchmal aber wohl schon.

Mit Catherine Deneuve verhält es sich ähnlich (Begierde – 1983; "Wahl der Waffen" – 1981; Die letzte Metro – 1980; Die schönen Wilden – 1975; Der Chef – 1972; Das Geheimnis der falschen Braut – 1969; Mayerling – 1968; Belle de Jour – 1967; Ekel – 1965). Sie tut, was das Drehbuch ihr sagt, ist erst graue Wissenschaftlerin, entwickelt plötzlich detektivischen Spürsinn, nimmt in höchster Bedrängnis professionell eine Aussage auf Tonband auf und tötet ohne mit der Wimper zu zucken einen Menschen. Außerdem hat sie ein ungeklärtes Verhältnis mit einem Mann aus dem Ministerium, das nicht weiter benannt wird, und im Finale stellt sich raus, dass die zähe Geschichte, der wir da 90 Minuten gefolgt sind, durch eine Trinkwasservergiftung ausgelöst wurde, die die Regierung vertuschen will. Deneuve bleibt den ganzen Film über ohne Emotionen. Weder Angst noch Freude noch Trauer, alles Gefühle, die im Verlauf der Handlung angebracht wären, gleiten über ihr Gesicht.

Die Kriminalhandlung wäre in einer viertel Stunde erzählt, aber das ist für einen Film zu wenig. Also nimmt der Film zahlreiche Umwege, hält sich langweilig lange bei einer Reisegruppe auf, in der die Hobbykriminolgin die Lösung ihres Rätsels sieht, innerhalb derer aber überhaupt keine Spannung entsteht und nur eine mannstolle Midlife-Crisis-Dame für Abwechslung sorgt. Für Deneuve Charakter, die Frau aus dem Völkerkundemuseum, ist es ein Leichtes, auch in Räume zu gelangen, die der Öffentlichkeit ausdrücklich versperrt sind, oder an Informationen zu kommen – „Ich bin Reporterin!“ – die ihr weiterhelfen; als würde sie seit Jahren nichts anderes machen.

Dem Film, der hierzulande gar nicht ins Kino kam, sondern als Videopremiere auf den Markt geworfen wird, fehlt es an Spannung, an Witz, an Überraschung, an interessanten Bildern, an Timing. Es fehlt ein Drehbuch.

Wertung: 1 von 10 D-Mark
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