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Plakatmotiv: Machen wir's in Liebe (1960)

Eine spannungsfreie Nummernrevue,
um einen etablierten Star zu verkaufen

Titel Machen wir's in Liebe
(Let's Make Love)
Drehbuch Norman Krasna + Hal Kanter
Regie George Cukor, USA 1960
Darsteller

Marilyn Monroe, Yves Montand, Tony Randall, Frankie Vaughan, Wilfrid Hyde-White, David Burns, Michael David, Mara Lynn, Dennis King Jr., Joe Besser u.a.

Genre Komödie, Musik
Filmlänge 109 Minuten
Deutschlandstart
18. November 1960
Inhalt

Der französische Milliardär Jean-Marc Clement erfährt, dass er in einer Show lächerlich gemacht werden soll. Doch anstatt wütend zu werden oder dagegen gerichtlich vorzugehen, besucht er die Show und lernt die Sängerin Amanda (deutsche Synchronfassung: Ramona) kennen.

Der Regisseur glaubt, dass Clement gekommen sei, um für die Rolle von Jean-Marc Clement vorzusprechen. Wegen der „verblüffenden Ähnlichkeit“ wird Clement engagiert, der das Ganze mitspielt und sich Alexander Dumas nennt. Während der Proben verliebt sich Clement in Amanda und versucht ihr zu imponieren.

Plakatmotiv (US): Let's make Love – Machen wir's in Liebe (1960)Bei einem gemeinsamen Rendezvous gesteht er Ramona, dass er tatsächlich der Milliardär Clement ist. Amanda glaubt ihm nicht …

Was zu sagen wäre

Der Film dreht die Stoßrichtung erfolgreicher Monroe-Komödien auf den Kopf. Jagte die umschwärmte Blondine in Blondinen bevorzugt oder Wie angelt man sich einen Millionär einem heiratsfähigen Vertreter "sechsstelliger Männer" nach, ist es hier der Millionär, der die Blondine jagt, die sich aus Reichtum so gar nichts machen will.

Der Film ist nicht sonderlich originell. Yves Montand gibt den schwerreichen Franzosen, spielt ein bisschen mit den Klischees, die seinen Landsleuten in den USA anhängen und gibt einen Milliardär, der mit einem Fingerschnippen Leben zerstören kann. Monroe spielt die aufrechte Künstlerin mit Herz, die mehrere Nummern auf der Bühne hat, in denen sie ihr Gesangstalent zu Gehör bringt und der Regie Gelegenheit gibt, ein ausgesprochen knappes Outfit zu begründen.

Überhaupt "Nummern": Für einen abendfüllenden Spielfilm ist die Story zu dünn. Kein Grund für den erfahrenen Komödienspezialisten George Cukor, sich zu sorgen (Ein neuer Stern am Himmel – 1954; Ehekrieg – 1949; "Das Haus der Lady Alquist" – 1944; Die Nacht vor der Hochzeit – 1940; "Die Schwester der Braut" – 1938). Er streckt die Geschichte mit Gastauftritten bekannter – und vor allem beliebter – Kinostars.

Gene Kelly, Milton Berle und Bing Crosby spielen sich in Gastrollen selbst, Kelly und Crosby versuchen, dem mäßig talentierten Milliardär Singen und Tanzen beizubringen, Berle, der Stand-Up-Profi, trainiert ihn im Witze erzählen. Darüber geht ungefähr eine halbe Filmstunde ins Land, ohne, dass es der Handlung hilft. Kurz gefasst: Drehbuch schwach, aber geschickt inszeniert und gut gelaunt gespielt.

Der Film strahlt schon deutlich "Ich bin ein Star-Vehikel“ aus. Mit Manche mögen's heiß hatte Monroe nach zwei Durchhängern (s.u.) wieder einen echten Hit. Den wollte ihr Studio Twentieth Century Fox offenbar nicht folgenlos verstreichen lassen. Das Ergebnis ist diese Nummernrevue.

Der Franzose Yves Montand war Cukors fünfte Wahl. Dessen Rolle abgelehnt hatten zuvor Gregory Peck, Cary Grant, Rock Hudson und Charlton Heston. Die hatten alle Sorge geäußert, dass ihnen in einem Monroe-Film die Show gestohlen werden könnte. Für Montand ("Lohn der Angst" – 1953) war es der Einstieg ins US-Kino und bot Gelegenheit für eine Affäre mit Marilyn Monroe, die sich während der Dreharbeiten zu "Let's make Love" ergab. Seinerzeit füllte die Affäre die Seiten der Regenbogenpresse.

Wertung: 3 von 7 D-Mark
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