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Plakatmotiv: Family Man (2000)

Ein Märchen für Zyniker
und Fans von Téa Leoni

Titel Family Man
(The Family Man)
Drehbuch David Diamond + David Weissman
Regie Brett Ratner, USA 2000
Darsteller

Nicolas Cage, Téa Leoni, Don Cheadle, Jeremy Piven, Saul Rubinek, Josef Sommer, Makenzie Vega, Jake Milkovich, Ryan Milkovich, Lisa Thornhill, Harve Presnell, Mary Beth Hurt, Amber Valletta, Francine York, Ruth Williamson u.a.

Genre Komödie, Drama, Fantasy
Filmlänge 125 Minuten
Deutschlandstart
14. Dezember 2000
Inhalt

Jack Campbell ist mit Kate Reynolds verlobt, aber die Wege der beiden trennen sich, als sich Jack für seine Karriere entscheidet.

Jahre später lebt Jack in New York City, er ist ein alleinstehender, beruflich erfolgreicher Geschäftsmann. Das bevorstehende Weihnachtsfest ist ihm gleichgültig, und dies verlangt er auch von seinen Angestellten. Am Vorabend von Weihnachten trifft er den Obdachlosen Cash, als dieser versucht, mit einem gefälschten Lotterielos Geld zu ergaunern. Jack beobachtet den Vorgang eine Weile, aber ehe die Sache eskaliert, kauft er Cash das Los ab und geht mit ihm aus dem Laden. Campbell ahnt nicht, dass Cash ein Engel ist und als er im Gespräch verlauten lässt, er habe alles, was er brauche, löst er damit eine für ihn nicht mehr überschaubare Situation aus.

Campbell wacht am nächsten Tag in einem Haus in New Jersey auf. Er ist mit Kate verheiratet und hat zwei Kinder. In dieser Version der Realität hat er einen einfachen Job als Reifenhändler und nicht viel Geld. Campbell ist zuerst erschrocken, gewöhnt sich aber langsam an sein alternatives Leben als Familienvater. Erst als er sein Schicksal akzeptiert hat, wacht er in seinem realen Leben wieder auf …

Was zu sagen wäre

Es leben die Family Values. Sie überstrahlen Reichtum und Glanz und Schönheit und Fernreisen. Was ist all dieser Tand denn nur gegen ein bisschen Kinderkotze auf dem Frühstückstisch?

Hollywood liebt die Family Values. Weil es für die Macher dort Terra Inkognito ist, das Gegenteil von allem, was die Studioleute hier machen. In Hollywood geht es um Geld, um die Effizienz, Träume perfekt zu vermarkten. Perfekte Vermarktung geht nur mit Hochglanz; weshalb auch die Kinderkotze immer hübsch warm ausgeleuchtet ist. Geschäfte sind kalt, abstoßend; misch Dich da nicht ein, lass Andere das machen, kümmerst du Dich um Deine kleine Scholle, Deine Familie. Das sagt uns der Film. Auf diese Botschaft ist er getrimmt.

In der neuen Welt, in der der Geschäftsmann Campbell aufwacht, ist der größte Erfolg nicht mehr ein Millionen-Dollar-Geschäft abgeschlossen zu haben, sondern mit Kate eine Familie gründen zu dürfen. „Jeder Mann in der Gegend würde sein linkes Ei dafür geben, mit Kate zusammen sein zu können. Du hast das geschafft. Vermassel es nicht!“, sagt sein Bowlingkumpel Arnie. Téa Leonie (Deep Impact – 1998; "Flirting with Disaster" – 1996; Bad Boys – Harte Jungs – 1995) spielt diese Kate, für die alle Männer ihr linkes Ei geben würden, als zupackende Familienmanagerin mit Charme. Im Kinosessel ist es wirklich schwer zu verstehen, warum man diese Frau für die Karriere stehen lässt.

Als Zweifelnder zwischen der Welt aus Geld und der aus Familie wandelt Nicolas Cage (Nur noch 60 Sekunden – 2000; Bringing Out the Dead – 1999; Spiel auf Zeit – 1998; Stadt der Engel – 1998; Im Körper des Feindes: Face/Off – 1997; Con Air – 1997; The Rock – Fels der Entscheidung – 1996; Leaving Las Vegas – 1995; "Kiss of Death" – 1995; "2 Millionen Dollar Trinkgeld" – 1994; "Wild at Heart" – 1990; Cotton Club – 1984; Rumble Fish – 1983; Ich glaub' ich steh' im Wald – 1982), jederzeit eher tapsiger Teddybär als durchtriebener Geschäftsmann.

Der Film repräsentiert die zynische Verachtung der Unterhaltungsmaschinerie für die Sorgen der Menschen da draußen, gibt ihr mit seiner weich ausgeleuchteten Samptpfotenerzählung aber gleich auch das Sedativum, um was auch immer für Sorgen für zwei Stunden zu vergessen.

Wertung: 3 von 10 D-Mark
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