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Plakatmotiv: Delta Force (1986)

Ein paar Explosionen, rumpelnde Jeeps
und Chuck Norris kneift die Augen schmal

Titel Delta Force
(The Delta Force)
Drehbuch James Bruner & Menahem Golan
Regie Menahem Golan, USA, Israel 1986
Darsteller

Chuck Norris, Lee Marvin, Martin Balsam, Joey Bishop, Robert Forster, Lainie Kazan, George Kennedy, Hanna Schygulla, Susan Strasberg, Bo Svenson, Robert Vaughn, Shelley Winters, William Wallace, Charles Grant, Steve James, Kim Delaney, Gerry Weinstock, Marvin Freedman, Bob Levit, Chelli Goldberg, Chris Ellia, Jerry Lazarus, Nathalie Roth, Jerry Hyman, Gael Lehrer, Hank Leininger, Howard Jackson, Eric Norris, Zipora Peled u.a.

Genre Action
Filmlänge 125 Minuten
Deutschlandstart
20.März 1986
Inhalt

Libanesische Terroristen entführen ein amerikanisches Passagierflugzeug und drohen damit, einen Fluggast nach dem anderen zu töten, wenn die Regierung nicht auf ihre Forderungen eingeht. Der US-Präsident beauftragt das Spezialkommando "Delta Force" mit der Rettungsmission.

Das Team steht unter der Führung von Colonel Nick Alexander und Major Scott McCoy. Plakatmotiv: Delta Force (1986) Sie sollen die Situation in den Griff bekommen und darauf achten, dass so wenig Blut wie möglich vergossen wird. Die Erfolgsaussichten sind gering, aber davon lassen sich Alexander und Scott nicht einschüchtern. Sie stürzen sich in den Kampf und schaffen es, einige Geiseln zu befreien.

Doch der Auftrag ist erst beendet, wenn alle von ihnen wieder frei sind …

Was zu sagen wäre

Libanesen entführen ein US-Passagierflugzeug, stellen fest, dass jüdische Passagiere (Todfeinde) an Bord sind, verlangen von einer deutschen(!!) Stewardess, diese jüdischen Passagiere aus allen Passagieren an Bord herauszufiltern, was diese mit dem Hinweis auf ihre Herkunft („Sechs Millionen“) verweigert, woraufhin der libanesische Terrorist sie anblafft, das seien „nicht genug“ gewesen.

Und plötzlich müssen im zeitgenössischen Actionfilm Themen behandelt werden, die da nicht hingehören, wenn sie nicht zu Ende verhandelt werden. Was sie nicht werden. Wo Rambo den USA ihren Vietnamkrieg im Nachhinein noch gewinnen muss, setzt die Delta Force mit diesem Film an, die Schmach von Teheran auszumerzen, wo das Mullahregime Anfang der 80er Jahre mehr als 400 Geiseln über ein Jahr in seiner Gewalt hatte. Im Film sind es etwas mehr als einhundert Geiseln an Bord eines Flugzeuges nicht im Iran, sondern zwischen Beirut, Libanon und Tel Aviv, Israel. Aber die arabischen Terroristen sind umso deutlicher glutäugige Schreihälse mit kurzer Lunte, brutal und sehr gefährlich.

Ganz anders die Männer der Delta Force. Die sind so abgeklärt und cool, dass sie in der ersten Filmstunde nichts weiter machen, als irgendwohin zu fliegen. Plakatmotiv: Delta Force (1986) In Action erleben wir sie erst, nachdem sie sich schon erstaunlich unbemerkt in die Innenstadt von Beirut direkt neben das Hauptquartier der Terroristen begeben haben.

Der Film ist lahm, die Action besteht aus explodierenden, stehenden Tanklastwagen, rasenden Jeeps mit blindwütig herum ballernden MG-Schützen und zwei, drei Panzerfäusten. Lee Marvin <Nachtrag1994>in seinem letzten Film (Marvin stirbt 1987)</Nachtrag1994>, weißhaarig gewordener Haudegen großer Kommandounternehmen-Filme aus den 60er Jahren ("Gorky Park" – 1983; Brüll den Teufel an – 1976; Die Professionals – 1972; Point Blank – 1967; Das dreckige Dutzend – 1967; Die gefürchteten Vier – 1966; Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming – 1965; Die Comancheros – 1961; Der Mann der Liberty Valance erschoss – 1962; Stadt in Angst – 1955; Die Caine war ihr Schicksal – 1954) gibt den väterlichen Chef der Kommanoeinheit, der kernig ein paar Befehle brüllt. Chuck Norris zeigt ein paar Karatetritte und hat Großaufnahmen mit zusammengekniffenen blauen Augen.

Der Rest fungiert als Austragshäuschen für ehemalige A-Stars aus Hollywood – Martin Balsam, Shelley Winters, George Kennedy oder Robert Vaughn haben kurze Auftritte, um der anonymen Gruppe von Geiseln – oder im Fall von Vaughn dem Generalstab im Pentagon – ein paar Schicksale zu verpassen, verschwinden aber dann in der Bedeutungslosigkeit. Hanna Schygulla ("Eine Liebe in Deutschland" – 1983; Lili Marleen – 1981; Die Ehe der Maria Braun – 1979; Falsche Bewegung – 1975) ist die Stewardess mit den deutschen Wurzeln, die sich standhaft weigert, die Juden auszusortieren („dann müssen Sie mich erschießen!“), macht es dann aber ohne weitere Drehbucherklärung doch.

"The Delta Force" ist so ein Actionfilm, wie ihn die Welt, seit das Kino Filme wie Terminator hervorgebracht hat, eigentlich nicht mehr braucht. Als Verleihmaterial für die Videotheken indes ist diese Art Actionware genau das richtige.

Wertung: 3 von 10 D-Mark
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