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Plakatmotiv: Comancheros (1961)

Western mit Spaß und Spannung
aber mit Fehlern in der Historie

Titel Die Comancheros
(The Comancheros)
Drehbuch James Edward Grant & Clair Huffaker
nach dem gleichnamigen Roman von Paul I. Wellman
Regie Michael Curtiz, USA 1961
Darsteller

John Wayne, Stuart Whitman, Ina Balin, Nehemiah Persoff, Lee Marvin, Michael Ansara, Patrick Wayne, Bruce Cabot, Joan O'Brien, Jack Elam, Edgar Buchanan, Henry Daniell, Richard Devon u.a.

Genre Abenteuer Western
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
22. Dezember 1961
Inhalt

Nachdem Texas Ranger Jake Cutter den wegen Mordes gesuchten Spieler Paul Regret verhaftet hat, gelingt es ihm nicht den Gefangenen festzuhalten. Zu allem Überfluss legt sich Cutter auch noch mit den Comancheros an, einer Bande skrupelloser weißer Outlaws, die gutes Geld durch Schnaps- und Waffenlieferungen an die Indianer verdienen. Sie arbeiten für einen Banditen, der mit Hilfe der Indianer ein Imperium in Texas aufbauen will.

Cutter trifft Regret wieder, und die beiden werden bei einem Kartenspiel Partner. Unter falscher Identität schmuggeln sie sich in das Lager der Comancheros und jagen deren Munition in die Luft. Zusammen mit den heraneilenden Texas Rangers besiegen sie die Banditen. …

Was zu sagen wäre

1843 herrscht weitgehend Ruhe in den Staaten. Die Menschen leben in Städten oder auf kleinen Farmen, auf denen sie anbauen, was sie zum Leben brauchen. Trotz einiger Falschspieler und Revolverhelden zeigt der Film beinah eine Idylle namens Amerika. Allerdings verhalten sich in Teilen des Landes die Indianer wieder feindseliger und Texas Ranger Jake Cutter versteht nicht, was sie verändert hat. Cutter wird gespielt von John Wayne, bekennend konservativer Knochen und Westernhaudegen Plakatmotiv (US): The Comancheros (1961) (Land der 1000 Abenteuer – 1960; Alamo – 1960; Rio Bravo – 1959; Der letzte Befehl – 1959; Der schwarze Falke – 1956; Der See-Fuchs – 1955; Rio Grande – 1950; Der Teufelshauptmann – 1949; Die Freibeuterin – 1942; Ringo – 1939). Kein Wort darüber, dass die Indianer von Politikern in Washington mit Hilfe der Armee in Reservate getrieben und mit Feuerwasser ruhig gestellt wurden, dass sie ihre Weidegründe beraubt und ermordet worden waren.

Im Film sind es Galgenvögel und Verbrecher, die Geschäfte mit den Indianern treiben, also der Auswurf der Gesellschaft, der die Indianer mit Alkohol aufwiegelt und sie dann mit Waffen versorgt, mit denen sie auf gemeinsame Raubzüge gehen. Die Botschaft ist klar: Wenn die Frommen in Frieden leben wollen, müssen sie die bösen Nachbarn ausrotten oder vertreiben. So war das Leben vielleicht damals, als es ein überall durchsetzbares Gesetz noch nicht gab und eher friedlich Handel und Landwirtschaft treibende Bürger sich zwischen gesetzlosen und aufrechten Gesetzeshütern zurechtfinden mussten.

Diese kleine Exkursion in die Geschichte der Vereinigten Staaten verpufft allerdings, wenn man sieht, dass da einiges nicht stimmt. Da erzählt eine Witwe, ihr Mann sei „vor vier Jahren in der Schlacht von San Jacinto gefallen“ – die Schlacht war 1836, also sieben Jahre vor der Handlung des Films. Der Chef der Comancheros sagt, früher Offizier der Südstaaten gewesen zu sein – die Armee der Konföderierten Staaten von Amerika wurde aber erst 1861 gegründet. Schließlich verkaufen Cutter und Regret Henry-Gewehre und schießen mit Winchester-Gewehren und Colt-Revolvern – alles Waffen, die erst in den 1860er und 70er Jahren in Umlauf kamen. Man weiß nach diesem Film also nicht, ob das Leben 1843 so war oder doch ganz anders – weniger zivilisiert, weniger geordnet vielleicht.

Und irgendwie ist das auch nicht so wichtig. Michael Curtiz hat einen klasse Western gedreht. Inklusive Schießereien bei gestrecktem Galopp in traumhaft schöner Landschaft, mit Indianerüberfällen, ordentlich Whisky und der obligatorischen Saloonschlägerei. Gekonnt hält er die Waage zwischen Drama und Komik, flotte Sprüche wechseln mit tragischen Situationen und weil das Leben in diesem Teil der Welt so unübersichtlich ist, können gestandene Männer des Gesetzes auch mal Fünfe gerade sein lassen.

Dieser spannende Western macht Spaß.

Wertung: 6 von 7 D-Mark
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