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Plakatmotiv: Der See-Fuchs (1955)

Ein Heldenfilm über
die Männer zur See

Titel Der See-Fuchs
(The Sea Chase)
Drehbuch James Warner Bellah + John Twist
nach einem Roman von Andrew Geer
Regie John Farrow, USA 1955
Darsteller

John Wayne, Lana Turner, David Farrar, Lyle Bettger, Tab Hunter, James Arness, Richard Davalos, John Qualen, Paul Fix, Lowell Gilmore, Luis Van Rooten, Alan Hale Jr., Wilton Graff, Peter Whitney, Claude Akins u.a.

Genre Abenteuer
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
1. September 1955
Inhalt

Der deutsche Frachter "Ergenstrasse" unter dem Kommando von Kapitän Karl Ehrlich wird im Hafen von Sydney vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überrascht. Entschlossen, sich nicht internieren zu lassen, wagt Ehrlich trotz fehlenden Brennstoffs und Proviants den Ausbruch und wird von Schiffen der Royal Navy und Royal Australian Navy quer über den Pazifik gejagt.

Weitere Komplikationen ergeben sich aus dem Dreiecksverhältnis zwischen Ehrlich, seinem Freund Commander Jeff Napier von der Royal Navy und dessen Verlobter, der Nazi-Spionin Elsa Keller, die Ehrlich auf Weisung des deutschen Generalkonsuls an Bord der Ergenstrasse nach Deutschland bringen soll.

Plakatmotiv: Der See-Fuchs (1955)Auf der Flucht läuft die "Ergenstrasse" eine Station für Schiffbrüchige auf den Auckland Islands an, um unentbehrlichen Proviant aufzunehmen. Der Erste Offizier erschießt die dort angetroffenen Seeleute beim Verlassen der Station, ein Mord, der Kapitän Ehrlich angelastet wird. Dadurch wird die Jagd auf ihn für die Royal Navy, besonders aber für Jeff Napier zur Ehrensache.

Die zum Teil unpopulären Entscheidungen von Kapitän Ehrlich drohen die Besatzung der Ergenstrasse zu spalten …

Was zu sagen wäre

Hat Ihnen schon einmal jemand gesagt, dass Sie in Wut noch schöner sind als sonst?“ John Wayne auf hoher See statt zu Pferd ist ungewohnt, vor allem, weil er auf der Brücke genauso ist wie im Saloon (Rio Grande – 1950; Der Teufelshauptmann – 1949; "Red River" – 1948; Die Freibeuterin – 1942; Ringo – 1939) – hart, knurrig und gerecht zu jedermann.

Der Abenteuerfilm in prachtvollem Cinemascope ist Durchschnitt. Ein Heldenlied, das die Treue, den Zusammenhalt und den Mut der Männer auf See feiert, eingebettet in ein Katz-und-Maus-Spiel auf hoher See. Mittendrin läuft wie ein Fremdkörper die grell geschminkte Lana Turner – knallrote Lippen, weißblonde Frisur – durchs Bild. Sie spielt eine zu Beginn kalte Nazi-Agentin, die für Führer, Volk und Vaterland in den Tod gegangen wäre, sich in John Waynes Nähe aber zur heißblütigen Hingabe wandelt, die nur noch für die Liebe in den Tod gehen würde.

Und Kapitän Karl Ehrlich – wussten die Produzenten, was dieser Name auf englisch heißt? – hat natürlich nie einen Hehl aus seiner Geringschätzung für Hitler gemacht – deswegen kann ihn auch John Wayne spielen und ein paar Sympathiepunkte für die Deutschen sammeln, die heute, 1955, längst wieder als Freunde im Kampf gegen die Sowjetunion gebraucht werden.

Der Rest ist übliches Schifffahrtskino: überarbeitete Matrosen, exotische Inseln, Knochenbrüche, Wundbrand und ein integrer Kapitän, der seine Qualitäten lieber nicht im Mittelpunkt sieht.

Wertung: 3 von 7 D-Mark
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