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Plakatmotiv: Auftrag Rache (2010)

Mel Gibsons Comeback:
Ordentlich, mehr nicht.

Titel Auftrag Rache
(Edge of Darkness)
Drehbuch William Monahan & Andrew Bovell
nach der TV-Miniserie "Am Rande der Finsternis" von Troy Kennedy-Martin
Regie Martin Campbell, UK, USA 2010
Darsteller

Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston, Bojana Novakovic, Shawn Roberts, David Aaron Baker, Jay O. Sanders, Denis O'Hare, Damian Young, Caterina Scorsone, Frank Grillo, Wayne Duvall, Gbenga Akinnagbe, Gabrielle Popa, Paul Sparks u.a.

Genre Thriller
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
11. März 2010
Inhalt

Die 24 Jahre alte Emma Craven macht ein Praktikum im Atomforschungsunternehmen Northmoor in Massachusetts. Sie besucht ihren Vater, den allein lebenden Bostoner Polizisten Detective Thomas Craven.

Der Tochter scheint es nicht gut zu gehen. Sie blutet aus der Nase und muss sich übergeben. Danach krampft sie und will ins Krankenhaus gebracht werden. Doch als der Vater sie vom Haus zum Wagen bringen will, erscheint ein Killer vor der Haustür, ruft: „Craven!“ und erschießt die Tochter mit einer Pumpgun. Er springt in ein Fahrzeug, das von einem Komplizen gesteuert wird, und entkommt unerkannt.

Zunächst nimmt die Polizei an, dass Thomas Craven das Ziel des Mordanschlags war. Jedoch wird Craven nach kurzer Zeit der Ermittlungen bewusst, dass der Anschlag seiner Tochter galt. Sie hatte herausgefunden, dass in ihrer im Geheimen schmutzige Bomben hergestellt werden, deren Auslegung den Anschein erwecken soll, sie seien von Dschihadisten in Eigenbau produziert worden. Als Craven in der Pathologie seine Tochter identifizieren muss, schneidet er ihr eine Haarsträhne ab und nimmt sie mit. Im Laufe der Ermittlungen Cravens werden weitere Zeugen getötet. Unter ihnen ist auch Emmas Freund. Craven selbst wird von zwei unbekannten Männern verfolgt.

Parallel dazu sieht man, wie Milroy, der politische Berater von Senator Jim Pine, Kontakt zu einem mysteriösen Briten namens Jedburgh aufnimmt. Jedburgh ist eine Art privater Geheimagent, der vom Berater engagiert worden ist, eine bestimmte „Sache“ zu regeln. Es wird ihm freigestellt, Menschen zu beseitigen, wenn es nötig wird.

Craven durchsucht die Wohnung seiner Tochter und findet einen Geigerzähler. Zufällig hält er ihn auf Brusthöhe, wo sich in seiner Bekleidung die Haarsträhne seiner Tochter befindet. Der Geigerzähler schlägt stark aus …

Was zu sagen wäre

In seinem Comeback macht Mel Gibson da weiter, wo er sich immer am liebsten getummelt hat: im Rachethriller mit schmerzhafter Selbstbeteiligung. Kaum einer lässt sich auf der Leinwand so lustvoll Schmerzen zufügen wie Gibson (Signs – Zeichen – 2002; Der Patriot – 2000; Payback – Zahltag – 1998; The Million Dollar Hotel – 2000; Fletchers Visionen – 1997; Kopfgeld – 1996; Braveheart – 1995; Ein Vogel auf dem Drahtseil – 1990; Lethal Weapon 2 – Brennpunkt L.A. – 1989; Tequila Sunrise – 1988; Lethal Weapon – 1987; Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel – 1985; Die Bounty – 1984; Mad Max 2 – Der Vollstrecker – 1981; Mad Max – 1979); auch hier wird er wieder ordentlich maltraitiert.

Regie führt Martin Campbell, der in vielen Genres beheimatet ist (James Bond 007 – Casino Royale – 2006; "Die Legende des Zorro" – 2005; Vertical Limit – 2000; Die Maske des Zorro – 1998; James Bond 007 – GoldenEye – 1995; "Flucht aus Absolom" – 1994) und der auch die diesem Film zugrunde liegende TV-Serie "Am Rande der Finsternis" inszeniert hatte. Sein Thriller zeigt exemplarisch, warum solche Filme im Kino nicht mehr funktionieren: Diese Geschichten vom gute Bürger und einfachen Familienvater, der eine Verschwörung aufdeckt, die ihm niemand glaubt, währen zahlreichen, hochrangige Finstermänner ihn jagen, haben ihren Reiz verloren, weil sie zu oft erzählt worden sind und weil wir heute Politskandale jedweder Art schulterzuckend zur Kenntnis nehmen und uns dann wieder unserem Alltag widmen.

Dabei ist der Film gar nicht so schlecht. Mel Gibson gibt seinem trauernden und jagenden Familienvater eine Härte, hinter der die Verletzungen eines geschlagenen Mannes aufschimmern; in wiederkehrenden Tagträumen sieht er sich mit seiner da noch kleinen Tochter in Szenen von früher. Da schaltet er schnell um von Schießen auf den Dackelblick, den er immer noch drauf hat.

Ein bisschen mehr Tempo hätte dem Film ebensowenig geschadet wie mehr Bild statt Wort. All die komplizierten Hintergründe der Verschwörung werden in Dialogen oder Vorwürfen erläutert, da kommt der Zuschauer kaum hinterher. Das ein oder andere hätte mit kurzen Szenen vor der Kamera erläutert werden können.

Der Film ist gut fotografiert und sauber ausgestattet; der Höhepunkt ist das große Büro mit riesiger Fensterfront und einmaliger Aussicht, in dem der finstere Atomforschungsboss residiert, den Danny Huston gewohnt diabolisch anlegt (X-Men Origins: Wolverine – 2009; Operation: Kingdom – 2007; "Children of Men" – 2006; "Marie Antoinette" – 2006; "Der ewige Gärtner" – 2005; "Aviator" – 2004; "21 Gramm" – 2003).

Unterm Strich: Kein Highlight der Kinokultur, aber ein ordentliches Stück, das man sich getrost an einem verregneten Sonntagnachmittag anschauen kann.

Wertung: 4 von 7 €uro
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