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Plakatmotiv: Dracula – Die Auferstehung (2025)

Ein lebloser Film
über einen Untoten

Titel Dracula – Die Auferstehung
(Dracula: A Love Tale)
Drehbuch Luc Besson
nach dem Roman "Dracula" von Bram Stoker
Regie Luc Besson, Frankreich 2025
Darsteller

Caleb Landry Jones, Christoph Waltz, Zoë Bleu, Guillaume de Tonquédec, Matilda De Angelis, Ewens Abid, David Shields, Bertrand-Xavier Corbi, Raphael Luce, Liviu Bora, Anne Kessler, Romain Levi, Jassem Mougari, Thalia Besson, Haymon Maria Buttinger, Ivan Franek, Karim Rakrouki, Arben Bajraktaraj u.a.

Genre Drama, Horror
Filmlänge 129 Minuten
Deutschlandstart
30. Oktober 2025
Inhalt

Im 15. Jahrhundert verliert der transsilvanische Prinz Vladimir II., der Graf von Drācul, nach einem grausamen Schicksalsschlag seinen Glauben. Der Tod seiner geliebten Frau Elisabeta stürzt ihn in eine derart tiefe Verzweiflung, dass er die Kirche hinter sich lässt, Gott verflucht und in seiner Wut einen Priester tötet.

Das zieht einen grausamen Fluch nach sich: die Unsterblichkeit. Fortan wandert Prinz Vladimir als Dracula durch die Zeiten, gefangen in einer Existenz ohne Ende. Nur der Gedanke an die verlorene Liebe hält ihn aufrecht. Bis ihm eines Tages im London des 19. Jahrhunderts eine Frau begegnet, deren Antlitz Erinnerungen weckt.

Von der Ähnlichkeit fasziniert, folgt er ihr durch die Straßen der Stadt. Diese Begegnung führt ihn an den Wendepunkt seines jahrhundertealten Daseins …

Was zu sagen wäre

Der deutsche Verleih versucht es mit Selbstironie: "Die Auferstehung" untertitelt er den Dracula-Film von Luc Besson und meint damit ausschließlich die Auferstehung als Film. Im Film ist von einer Auferstehung nicht die Rede. Es geht mit den Vampiren hier ja gerade erst los. Der Film, der im Original mit "Eine Liebesgeschichte" untertitelt ist, erzählt nur schon wieder die sattsam bekannte Geschichte: Jonathan, Anwalt aus Europa (jetzt aus Paris) will mit einem transilvanischen Grafen einen Immobiliendeal abschließen und gerät dabei in Teufels Küche. Und als dieser Teufel, ein Vampir, sieht, wie die Freundin des Anwalts aussieht, reist er ins ferne Europa, um sie sich zu holen. Dort wartet ein Vampirjäger.

Filmkomponist Danny Elfman hat die Musik beigesteuert und es klingt so, als habe er ein-, zweimal zu oft Francis Ford Coppolas Dracula von 1992 gesehen, beziehungsweise gehört. Seine Musik erinnert häufig an damals. Auch die Kostüme sind sichtlich vom 92er-Dracula inspiriert sowie die die Idee, die verzweifelte Liebe des Untaten in den Vordergrund zu rücken.

"Dracula: A Love Tale" ist eine blutige Romanze mit einigen Schlacht- und Beißszenen. Autor und Regisseur Luc Besson ("Dogan" – 2023; Anna – 2019; Valerian – Die Stadt der tausend Planeten – 2017; Lucy – 2014; Malavita – The Family – 2013; Johanna von Orleans – 1999; Das fünfte Element – 1997; Léon – Der Profi – 1994; Nikita – 1990; "Im Rausch der Tiefe" – 1988; Subway – 1985) kann sich nicht so recht entscheiden, was genau ihn an dem Stoff reizt. Plakatmotiv: Dracula – Die Auferstehung (2025) Die Liebeswehmut des alten Grafen gibt den Rahmen und sorgt für ein für "Dracula"-Verhältnisse friedliches Finale, in dem nur die Gargoyles, die Wasserspeier an Draculas Burg, die dem urtoten Grafen in dessen Alltag zur Seite stehen, den anrückenden Soldaten eine harte Zeit bescheren. Dem Gerüst der Geschichte, des Grafen mörderische Reise nach Europa, die geheimnisvolle Gefahr, in der Mina schwebt, behandelt Besson eher halbherzig. Wir erleben Mina und ihre vermeintliche Freundin Maria, die ein rothaariger, wilder und vor allem genusssüchtiger Vampir ist – was außer Mina alle vom ersten Bild ihres Auftauchens an wissen – im Nachtleben von Paris in prächtigen Palästen in ebensolchen Kostümen, ohne dass die Handlung signifikant vorangetrieben würde. Der Graf selbst wird gespielt von Caleb Landry Jones (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri – 2017; Barry Seal – Only in America – 2017; X-Men: Erste Entscheidung – 2011; The Social Network – 2010; No Country for Old Men – 2007), der über gar keine Ausstrahlung in dieser Rolle verfügt.

Immer wieder wird, wenn die Handlung Pause macht, über Gott und die Welt, Gott und den Menschen und was Gott zulassen darf und was nicht und wer von Gott verlassen ist und wer Gott verlassen hat diskutiert. Dafür steht ein unorthodoxer Priester einer geheimen Bruderschaft, die der Vatikan immer dann losschickt, wenn Glaube und Wissenschaft keine befriedigenden Antworten liefern. Diesen Mann spielt mit Nüchternheit und einem Schuss Ironie Christoph Walz ("Frankenstein" – 2025; James Bond 007: Keine Zeit zu sterben – 2021; "Rifkin's Festival" – 2020; Alita: Battle Angel – 2019; Downsizing – 2017; Tulpenfieber – 2017; Legend of Tarzan – 2016; Spectre – 2015; The Zero Theorem – 2013; Django Unchained – 2012; Der Gott des Gemetzels – 2011; Die drei Musketiere – 2011; "Wasser für die Elefanten" – 2011; Inglourious Basterds – 2009). Waltz' Priester ist ein angenehm unaufgeregter Mann, der just another Day at the Office erlebt, nicht aus der Fassung gerät und sich sogar auf ein Streitgespräch mit dem verliebten, aber zornigen Ungeheuer einlässt. Ich sitze im Kinosessel und denke Wortklauberei. Luc Bessons Versuch, die Gottesidee zwischen Draculas zorniger Enttäuschung und den Riten der katholischen Kirche ins Lot zu bringen, verfängt nicht, bleibt halbherzig. Da zeigt er den Unsterblichen lieber am Hofe von Versailles, wo er einen ganzen Ballsaal verführt – erst mit Parfüm, dann mit seinen Zähnen.

Schöner Bilder hat Besson produziert. Aber eine leblose Geschichte inszeniert.

Wertung: 2 von 8 €uro
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