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Kinoplakat: James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug

Sophie Marceau verdreht
Jedem den Kopf

Titel James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug
(The World Is Not Enough)
Drehbuch Neal Purvis + Robert Wade + Bruce Feirstein
nach Motiven und mit Charakteren von Ian Fleming
Regie Michael Apted, UK, USA 1999
Darsteller Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle, Denise Richards, Dame Judi Dench, Desmond Llewelyn, John Cleese, Samantha Bond, Robbie Coltrane, Claude-Oliver Rudolf, Maria Grazia Cucinotta, Michael Kitchen, Colin Salmon, David Calder, Serena Scott Thomas u.a.
Genre Thriller, Action
Filmlänge 128 Minuten
Deutschlandstart
9. Dezember 1999
Website 007.com
Inhalt

+++öl -stop- die wertvollste Ware der modernen Zivilisation! +++ entdeckung eines riesigen vorkommens des "schwarzen goldes" unter dem kaspischen meer +++ führt zu einem verbissenen kampf zwischen einigen der mächtigsten firmen der welt -stop- sie möchten dieses öl fördern und in ihre eigenen Länder transportieren -stop +++ end of message +++

Sir Robert King, Chef von King Enterprises, ist für den Bau der westlichen Pipeline zuständig (ein wichtiges Projekt, sollten die neuen Vorkommen eine Rolle für die Wirtschaft spielen), bis er auf brutale und raffinierte Weise ermordet wird – ausgerechnet im mächtigen Zentrum des britischen Secret Service MI6, was M mehr als unangenehm ist. Geheimagent 007, James Bond, jagt die Attentäterin zwar quer über die Themse, aber erst Moneypennys Computer kann die Frau als Leutnant des skrupellosen Renard, einem Terroristen, identifizieren.

Nach dem Tod von Sir Robert erbt dessen Tochter Elektra die Firma und ist als Nachfolgerin entschlossen, die Arbeit ihres Vaters fortzusetzen. Bei der Routine-Durchsicht der Akten findet Bond heraus, dass Elektra einige Jahre zuvor von Renard entführt und als Geisel gehalten worden war. Elektra war gezwungen, sich selbst zu helfen und hatte bei ihrer erfolgreichen Flucht zwei von Renards Wachen getötet.

Bond macht sich auf den Weg in die kaukasischen Berge, wo sich die Hauptstelle und Pipeline von King Enterprises befindet – eine von vieren, die das Öl aus dem Kaspischen Meer durch die Türkei hindurch direkt ins Mittelmeer befördern soll. Die anderen drei Pipelines führen ihr Öl zum Schwarzen Meer, zur dortigen Verschiffung über den Bosporus – wobei dieser Transport allerdings durch eventuelle russische Blockaden verwundbar wäre.

M stellt 007 für den Schutz von Elektra ab und möchte, dass er herausfindet, wer hinter der Ermordung ihres Vaters steckt. Kaum, dass sich James und Elektra kennengelernt haben, werden sie beim Ski-Ausflug von bewaffneten Männern mit Motor-Fallschirmen angegriffen. Sie entkommen knapp. Elektra akzeptiert nun Bonds Bewacherrolle, hegt allerdings Zweifel an den Fähigkeiten des britischen Geheimdienstes, hatte sie doch während ihrer damaligen Entführung keine guten Erfahrungen mit M's Leuten gemacht.

Und James Bond, der Elektra die mögliche Beteiligung Renards am Mord an ihrem Vater verheimlicht, muss feststellen, dass die Dinge, die zu dem King-Attentat führten, weitaus komplizierter und in ihrer Folge für die Welt gefährlicher sind, als er zunächst angenommen hatte …

Was zu sagen wäre

007

Pierce Brosnan, die Dritte. Der Titel, „The world is not enough”, tauchte schon 1969 auf: Das Motto war im Film Im Geheimdienst Ihrer Majestät auf dem Wappen der Familie Bond zu lesen. Als Alternative galt eine Zeit lang „Dangerously Yours“ – einst auch schon der Arbeitstitel von Im Angesicht des Todes.

Neben den üblichen Verdächtigen („M“, „Q“, „Moneypenny“), spielt der Deutsche Claude-Oliver Rudolph die Rolle eines russischen Hauptmannes, der den Abtransport von alten Nuklearwaffen überwachen soll. Für die Rolle der Elektra King hatte ein findiger PR-Mensch Ende Dezember 1998 Sharon Stone ins Gespräch gebracht, jetzt spielt die Französin Sophie Marceau diese Rolle (Verborgenes Feuer – 1997; Anna Karenina – 1997; Braveheart – 1995; „D'Artagnans Tochter“ – 1994; „Meine Nächte sind schöner als deine Tage“ – 1989; „Die Studentin“ – 1988; Der Bulle von Paris – 1985; „La Boum – Die Fete“ – 1980).

Kinoplakat: James Bond 007 – Die Welt ist nicht genugMarceau ist ein Glücksgriff. Ihre Rolle ist doppelbödig und das meistert die Französin mit der ihr sehr eigenen Erotik, die Jedem den Kopf verdreht – auch 007. Der vermeintliche Oberschurke, Renard, ist eine ungewohnt komplexe Figur für einen Bond-Film, gespielt von dem Briten Robert Carlyle (Die Asche meiner Mutter – 1999), der ihr bemerkenswerte Kontur gibt. Der Mann, „der keinen Schmerz empfindet“, ist dabei ausgesprochen melancholisch in seinem Schmerz, der seine Motivation ist. Bond trifft auch Robbi Coltrane wieder, der damit nach GoldenEye zum zweiten Mal als Zukovsky auftaucht. Wie sich aber Denise Richards als – ausgerechnet – Atomphysikerin in diesen Film verlaufen hat, bleibt ein Rätsel. sie ist die Schwachstelle in dem komplexen Stück und die Reverenz an den einfachen Action-Fan: Sie ist hübsch anzuschauen und hört auf den Namen Christmas Jones, was für einige nette Namens-Gags reicht.

Regie führt Michael Apted, der sich mit Filmen wie „Gorillas im Nebel“, „Nell“, „Gorky Park“ und „Extrem - Mit allen Mitteln“als Fachmann für Thriller und für Filme mit Tiefgang erwiesen hat. Das wirkt sich auf den 99er Bond aus. Gemeinsam mit den Autoren hat Apted zwar die Bond-typische Action im Film, diese insgesamt aber zugunsten einer komplexeren Story zurückgenommen. Das bekommt dem Film ausgesprochen gut.

Waffenmeister Major Boothroyd, „Q“, hat seinen letzten – und wunderbaren – Auftritt und präsentiert seinen neuen Assistenten, „R“, gespielt von „Monty Python“ John Cleese. Desmond Llewelyn starb wenige Wochen nach Abluss der Dreharbeiten.

Apropos Action: Es gibt eine Boots-Jagd über die Themse, einen großen Stunt mit Ski, explodierende Ölfelder und einen Showdown an Bord eines Atom-U-Bootes. Das Budget des Films liegt zwischen 80 und 100 Millionen Dollar, Bond hat, wie immer, zahlreiche Gadgets, darunter eine Omega-Uhr mit Harpune, eine ausgesprochen hilfreiche Ski-Jacke und – nach Der MORGEN stirbt nie zum zweiten Mal – das neueste Produkt aus der Münchner Edelautoschmiede … den neuen BMW Z 8.

Wertung: 11 von 11 D-Mark
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