Vier Jahre nachdem er sich versehentlich mit der russischen Mafia angelegt hatte, arbeitet Hutch noch immer seinen Schuldenberg von 30 Millionen Dollar ab. Unzählige dreckige Jobs erledigt, zahllose Auftragsmorde vor sich: Ein Ende ist für den gestressten Killer nicht absehbar.
Zunehmend leidet die Ehe mit seiner Frau Becca unter seinem zeitintensiven Job. Um mehr Zeit miteinander zu verbringen, machen sie einen Kurzurlaub mit ihren Kindern im Wild Bill’s Majestic Midway Wasserpark,
wo Hutch schon als Kind glückliche Ferien verbrachte. Mit Hutchs Vater freuen sie sich auf eine entspannte Zeit in Plummerville.
Doch eine Begegnung mit Vorstadtschlägern weckt die Aufmerksamkeit des korrupten Wasserparkbesitzers und seines zwielichtigen Sheriffs. Hutch steckt plötzlich in neuen Schwierigkeiten und trifft auf den härtesten Gangsterboss, dem er je gegenüberstand …
Das war klar: Die Fortsetzung ist da! Vor vier Jahren hat der kleine, gemeine und lustige Prügel-Splatter Nobody 18 Millionen Dollar gekostet und dann an den Kinokassen fröhliche 58 Millionen Dollar wieder reingeholt. Inhalt: Ein Mann, der gar keine Lust hat und auch wirklich nicht will, aber unter einer mangelnden Impulskontrolle leidet, prügelt, schießt, häxelt und bombt sich Herz der lokalen russischen Mafia und hinterlässt Seen voll Blut. Und der Film war sogar lustig.
Der zweite Nobody-Film nun ist nicht so düster, legt mehr Wert auf die Family Values und spielt in einer bunten Freizeit- und Urlaubsparadies-Stadt. Hier scheint immer die Sonne, lachen die Freizeitparkangestellten – und wie sagt Hutchs Auftraggeber, der Frisör: „Dieser Job liegt in Ihrer Natur. Und die Natur gewinnt immer. Wo Sie auch hingehen, Sie sind längst da.“ Kurz: der Sheriff ist korrupt und der örtliche Unterweltboss eine Frau ohne Skrupel. Sharon Stone spielt die und zeigt große Lust, einen echten Unterwelt-Maniac zu spielen ("The Trainer" – 2024; Plötzlich Gigolo – 2013; Basic Instinct – Neues Spiel für Catherine Tramell – 2006; "Catwoman" – 2004; Picking up the Pieces – Ich habe doch nur meine Frau zerlegt – 2000; Gloria – 1999; Sphere – Die Macht aus dem All – 1998; Last Dance – 1996; Diabolisch – 1996; Casino – 1995; Sliver – 1993; Basic Instinct – 1992; Total Recall – Die totale Erinnerung – 1990; Action Jackson – 1988; Police Academy 4 … und jetzt geht's rund – 1987; Quatermain II – Auf der Suche nach der geheimnisvollen Stadt – 1986; Quatermain – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige – 1985). Sie heißt Lendina, besitzt ein Spielcasino und schlitzt Falschspielern in ihrem Etablissement gerne die Kehlen auf und, um keine Zeugen zu hinterlassen, fackelt anschließend ihr eigenes Casino ab.
Eine Nummer zu groß für die urlaubende Familie von Hutch Mansell.
Könnte man meinen. Aber wir haben ja den ersten Nobody-Film gesehen und wissen, was passiert: mangelnde Impuls-Kontrolle.
Der Film hat nur angenehme 90 Minuten und ist auch sonst herrlich altmodisch. Er kommt immer gleich zur Sache. Blöd ist nur, dass der erste Schurke, der Sheriff, den Tom Hanks' Sohn Colin spielt, so überhaupt keine Bedrohung ausstrahlt, der zweite, der kriminelle Betreiber des Fun-Parks selber tief in einer familiären Notsituation steckt und gerne Hilfe annimmt, und Casinobesitzerin, Waffen- und Drogenschmugglerin Lendina zu spät auftaucht.
Man sieht dem Film in jeder Minute an, wie die Autoren sich überlegt haben, wie man den erfolgreichen ersten Film wiederholen und vergrößern könnte. Da ist ihnen dann wenig mehr eingefallen, als den düsteren Russen in düsteren Lagerhallen gegen eine in bunter Umgebung unter sonnigem Himmel agierende Sadistin zu tauschen. So unterhaltsam und kurzweilig Sharon Stone auch aufspielt, für den Zuschauer, der seinen Hutch Mansell ja zu gut kennt, strahlt sie keinen Jota Gefahr aus. Der Russe damals wirkte noch real und geerdet. Lendina ist eine Figur der reinen Autoren-Phantasie, nur dazu da, möglichst schmerzhaft auseinandergenommen zu werden.
Ohne den dunklen Ton des Vorgängers haben wir es mit einem Tom-&-Jerry-Stück als Realfilm zu tun. Lustig, überraschende (auch diesmal natürlich wieder) Fallen, schmerzhafte Schläge, eine bessere Hälfte, die dieser Bezeichnung zur Ehre gereicht und Väter, die zusammenhalten.
Und mit dem Drehbuch-Kniff, dass Hutch noch 30 Millionen Dollar Schulden abarbeiten muss, ist der Grundstein für eine TV-Serie für den Familienmensch mit der kurzen Lunte bei irgendeinem der immer zahlreicher werdenden Streamingdienste gelegt. Vielleicht sogar noch für einen weiteren Kinofilm, obwohl es da schon eng wird. Dieser zweite Teil hat 25 Millionen Dollar gekostet und nur noch 42 Millionen Dollar wieder reingeholt.
Nobody im Kino
- Nobody (2021)
- Nobody 2 (2025)
