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Plakatmotiv: The Last House (2026)

Eine kurz interessante Ausgangsidee,
danach der übliche Grusel-Action-Brei

Titel The Last House
(The Last House)
Drehbuch Matthew Robinson
Regie Louis Leterrier, USA, Frankreich, UK 2026
Darsteller

Greta Lee, Wagner Moura, Riley Chung, Noah Alexander Sosnowski, Emma Ho, Gabriel Barbosa, Arden Cho, Audrey Anderson, Sid Edwards, Eveline Reynolds-Boison, Lewis Goody, Nancy Baldwin, Tawny Fontana, Jed Aukin, Felicity Bown, Oliver Henry Arnold, Damian Anderson, Mark Noble u.a.

Genre Science Fiction, Drama
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
7. August 2026 (Streaming-Premiere)
Inhalt

Es scheint ein Tag wie jeder andere im Leben von Familie Delgado – Ann, Jason und ihre Kinder Graham und Ruth – zu sein. Man hat sich fertig gemacht, um gemeinsam einen Tannenbaum zu kaufen und will gerade das Haus in der Vorstadt verlassen, als Graham und Ruth feststellen, dass die Haustür fest verschlossen ist.

Schnell wird klar, dass auch die restlichen Türen und die Fenster sich nicht öffnen lassen und dass außerdem die Telekommunikation komplett versagt. Auch alle anderen Versuche, das Haus zu verlassen, scheitern und bald macht sich Panik breit, nicht zuletzt als sich abzeichnet, dass die Ursache für ihre Lage nicht natürlichen Ursprungs zu sein scheint.

Durchs Fenster kann man lediglich sehen, dass auch die Nachbarn von dem mysteriösen Phänomen betroffen sind. Doch das alles ist erst der Anfang, denn irgendwann droht der Familie die Nahrung auszugehen und wer auch immer für ihre ausweglose Situation verantwortlich ist, scheint Pläne zu haben …

Was zu sagen wäre

Zuhause bist du sicher! Wenn nicht gerade ein Einbrecher in der Tür steht, ein Geiselnehmer die Familienidylle stört oder das Kindermädchen geheime Rachpläne pflegt, kann dir eigentlich nichts passieren. Tür zu, Welt draußen, Familie drinnen, alles gut!

Es sei denn, die Welt draußen schließt Dich drinnen mit Deiner Familie ein. Kein Strom, kein Wasser, kein Internet und auch die Konserven gehen über die Tage zu Neige und als so ein paar Wochen ins Land gegangen sind, steht vor dem Fenster ein glibberiges Tentakelwesen, das Dich bedroht. So geht das fünf Jahre lang.

Louis Leterrier dekliniert in seinem Film durch, was passiert, wenn Irgendwas die Menschheit ausschließt. Die Welt übernimmt. Jahrelang hat der Blick aus dem Fenster des maroden Delgado-Hauses die typische Suburb-Szenerie gezeigt: lauter ähnlich aussehende Häuser mit ähnlich situierten Menschen darin. Plakatmotiv: The Last House (2026) Nach fünf Jahren, in denen die Menschen aus ihren Häusern nicht mehr rauskamen und darin starben, hat sich die Natur die Suburbs zurückgeholt. Die Straßen zugewachsen, die Häuser dem Verfall preisgegeben, wo früher PickUps rollten, streifen Bären umher. Aufregender wird es dann im Film auch nicht mehr.

Die glibberigen Tentakelwesen tauchen noch häufiger auf im Haus der Delgados, dessen Türen diese zwar nicht, dafür aber die Tentakelwesen öffnen können. Was die eigentlich bezwecken, wo die herkommen, lässt der Film offen, die einzige Erklärung hat sich Tochter Ruth über die Jahre in der Isolation zurecht gemacht: irgendwo aus dem Meer, das schließlich so groß ist, dass der Mensch bisher nur ein Minimum erforscht haben könnte. Schlägt hier also die Natur zurück, holt sich wieder, was der Mensch ihr genommen hat? Kann sein. Bleibt offen.

Dem Zuschauer bleibt allein der reichlich sympathischen Familie durch ihr eingeschlossenes Martyrium zu folgen, in dem uns der Vater mit seiner chauvinistischen Ich muss uns alle retten und zusammenhalten und bin der einzige, der hier gute Ideen haben kann-Attitüde noch am ehesten auf die Nerven geht. Wir freuen uns an der Wandelbarkeit dieses als baufällig eingeführten Hauses und Lebensmittelpunktes der Familie, das in knapp zwei Filmstunden vom gemütlichen Place to live zum botanischen Garten zur Unterwasserruine mutiert.

Und doch dauert alles viel zu lang. Bis auf den etwas überengagierten Vater hat die vierköpfige Familie keine Eigenheiten. Die junge Tochter ist knuffig und malt schöne, die Katastrophe hinterfragende Bilder in ihre Kladde, die niemand ernst nimmt, auch das Drehbuch nicht. Der etwas ältere Sohn, eigentlich in der Pubertät, lebt nicht einmal das so richtig aus, sondern ist einfach vorhanden. Die Mutter wird gespielt von Greta Lee (Tron: Ares – 2025; A House of Dynamite – 2025; Money Monster – 2016), die als Ann eine liebevolle Gattin mit Sexschublade gibt, die auch eine patente Tomatenzüchterin ist. Ihren überdrehten Beschützer-Gatten spielt der Brasilianer Wagner Moura, der sich vorwiegend in TV-Serien und Synchronrollen hervortut und manchmal am Bildrand im Kino auftaucht (Civil War – 2024; The Gray Man – 2022; Elysium – 2013).

Die Familie entfacht kein Eigenleben. So sackt die Spannung des Films ab. Die Exposition, das sich zurechtfinden mit der Situation ist noch ganz interessant zu verfolgen. Aber in der zweiten Hälfte des Films kommt Spannung nur noch auf, wenn die Tentakelwesen auftauchen. Und das tun die selten. Stattdessen folgen wir Befreiungsaktionen der Familie, wenn Tochter Ruth schwer erkrankt und dringend Medikamente aus einem Haus in der Nachbarschaft braucht. Das fanden im Drehbuch wahrscheinlich alle eine super spannende Idee. Umgesetzt wurde sie aber, wie in jedem zweiten von Netflix produzierten Film mit viel Buh! und Igitt!, Schreien und drohendem Score. Auf dem Bildschirm wirkt das nicht hab so spannend wie womöglich noch im Drehbuch.

Fazit: ein klassischer Streaming-Hit. Geklickt. Geguckt. Vergessen.

Wertung: 3 von 8 €uro
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