Großherzog Karl von Karpathien kommt 1911 zur Krönungsfeier von Georg I. nach London. Er bewundert während einer Bühnenshow das amerikanische Revuegirl Elsie Marina und lädt sie für ein flüchtiges Abenteuer zum Abendessen ein.
Doch die schlagfertige Elsie wehrt seine Annäherungsversuche ab, schläft beschwipst ein. Am nächsten Morgen wird ihr klar, dass sie sich in Karl, der sie los sein will, verliebt hat. Elsie lernt die Königinmutter kennen, wird ihre Zofe für die Krönungsfeier, gewinnt doch noch Karls Herz und verspricht, auf ihn zu warten …
Das Showgirl einer Revuetruppe findet sich unvermittelt auf der Krönung des britischen Königs in Westminster Abbey unter den Ehrengästen wieder, verbringt zwei Nächte in der Gesandtschaft eines wichtigen europäischen Verbündeten, stoppt eine Revolution und bringt den wichtigen Verbündeten mit ihrem naiven Charme um den Verstand.
Das ist Stoff für eine Komödie, aus dem sich viel Nektar saugen lässt.
Und jetzt besetzen wir das Showgirl mit Marilyn Monroe. Mehr Nektar geht nicht.
Es trägt chauvinistische Züge, wenn wir erklären, wir besetzen Marilyn Monroe. Se hat sich selbst besetzt. Monroe hatte gerade die Marilyn Monroe Productions gegründet und mit "Der Prinz und die Tänzerin" ihren ersten (und, wie sich herauskristallisierte, auch letzten) Film produziert und dazu ihren Spielpartner Laurence Olivier zu dessen erster Regiearbeit verholfen. Entstanden ist eine hinreißende Komödie, in der das einfache Gemüt die große Weltpolitik durcheinanderbringt, ein Film ohne visuelle Verrenkungen, dafür mit spielfreudigen Akteuren vor der Kamera; ohne bei den Dreharbeiten dabei gewesen zu sein, möchte man mutmaßen, der Großschauspieler Olivier sei als Regisseur vor allem auf seine Schauspieler eingegangen, weniger auf Kamera- und Schnittdepartement.
Das Stück von Terence Rattigan verquirlt die klassischen Klischees seiner Zeit. Auf der einen Seite der – im doppelten Sinne – Potentat, der einfach nur ein properes Showgirl verführen will. Auf der anderen Seite eben dieses Showgirl, das hinter seiner vorgeschützten Naivität mit Lebensklugheit selbst größte Krisen meistert. Monroe spielt das mit ihrer ganzen Monroehaftigkeit – im etwas zu engen Abendkleid mit offenherzigem Ausschnitt, aus dem sie drei Tage nicht herauskommt, fußballgroßen Augen, Giggeln und Kichern und hauchzarter Verführung (s.u.); und am Set wohl auch mit gewissen Launen, die die Dreharbeiten erschwert und verzögert haben. Offenbar wollte Monroe viele ihrer Szenen von ihrer persönlichen Trainerin Paula Strasberg freigeben lassen und dann erst den Regisseur fragen. Laurence Olivier soll ziemlich sauer gewesen sein ob dieses Verhaltens. Irgendwann hat er sie wohl angeherrscht „Jetzt versuch's! Und sei sexy!“ Wenn man Monroe dann zuschaut, wie sie als Elsie den diplomatischen Apparat auseinander nimmt, mag man die Erzählungen gar nicht glauben. Ihr Timing ist perfekt, ihr Charme sprüht Funken, ihre Sexyness ist unbestreitbar. Ihr Auftritt stimmt.
Weniger Entfaltung bietet der Film dem Schauspieler Laurence Olivier, der mit Monokel durch diesen Film geht und grimmig, arrogant oder herablassend durch die eleganten Kulissen schreitet. Aber dann kann er mit dem Zucken eines Mundwinkels in der größtenÖffentlichkeit heimliche Freude über elsie zum Ausdruck bringen. Wo Monroe exaltiert, nimmt sich Olivier zurück, und beide machen damit das Richtige für diese schöne Komödie.
Marily Monroe im Kino
Marilyn Monroe (* 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jeane Mortenson; † 5. August 1962 in Brentwood, Los Angeles) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin, Fotomodel und Filmproduzentin. Sie wurde in den 1950er Jahren zum Weltstar, ist heute eine Filmikone und gilt als archetypisches Sexsymbol des 20. Jahrhunderts.
- Dangerous Years (1947)
- You Were Meant for Me (1948)
- Scudda Hoo! Scudda Hay! (1948)
- Green Grass of Wyoming (1948)
- Ich tanze in dein Herz (1948)
- A Ticket to Tomahawk (1950)
- Asphalt-Dschungel (1950)
- Der einsame Champion (1950)
- Rollschuhfieber (1950)
- Alles über Eva (1950)
- Home Town Story (1951)
- As Young as You Feel (1951)
- Love Nest (1951)
- Let's Make It Legal (1951)
- Vor dem neuen Tag (1952)
- Wir sind gar nicht verheiratet (1952)
- Versuchung auf 809 (1952)
- Fünf Perlen (1952)
- Liebling, ich werde jünger (1952)
- Niagara (1953)
- Blondinen bevorzugt (1953)
- Wie angelt man sich einen Millionär (1953)
- Fluss ohne Wiederkehr (1954)
- Rhythmus im Blut (1954)
- Das verflixte 7. Jahr (1955)
- Bus Stop (1956)
- Der Prinz und die Tänzerin (1957)
- Manche mögen's heiß (1959)
- Machen wir's in Liebe (1960)
- Misfits – Nicht gesellschaftsfähig (1961)
- Something's got to give – Marilyn: Ihr letzter Film(1961)
