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Plakatmotiv: Ich war eine männliche Kriegsbraut (1949)
Zwei Vollblut-Komödianten in
eine fröhlich-albernen Komödie
Titel Ich war eine männliche Kriegsbraut
(I Was a Male War Bride)
Drehbuch Charles Lederer + Leonard Spigelgass + Hagar Wilde
nach einem Zeitungsbericht über Henri Rochard, einen Belgier der eine amerikanische Krankenschwester heiratete
Regie Howard Hawks, USA, UK 1949
Darsteller Cary Grant, Ann Sheridan, Marion Marshall, Randy Stuart, Bill Neff, King Donovan, Charles B. Fitzsimons, Robert Stevenson, Otto Waldis u.a.
Genre Komödie, Romanze
Filmlänge 105 Minuten
Deutschlandstart
17. März 1950
Inhalt

Unmittelbar nach dem Krieg begegnen sich im besetzten Deutschland der französische Hauptmann Henri Rochard und die Angehörige eines amerikanischen Armeehilfskorps, Leutnant Catherine Gates, Sie verlieben sich ineinander und beschließen zu heiraten.

Plakatmotiv: Ich war eine männliche Kriegsbraut (1949)Als Catherines Einheit zurück in die USA versetzt wird, gibt es Probleme und es beginnt ein formularreicher Kampf gegen die Bürokratie. Ausländischen Ehegatten ist es laut geltendem US-Armeerecht möglich, mit in die USA zu reisen.

Zwar meint das Gesetz offenkundig Ehe-Frauen, dies steht aber nirgends explizit. Daher berufen sich die beiden auf das Gesetz und Henri wird zur „männlichen Kriegsbraut“, was zu allerlei Verwirrung führt.

Schließlich hilft nur eins: Aus Henri wird eine Frau. Mit Frauenuniform und Pferdehaarperücke …

Was zu sagen wäre

Cary Grant und Ann Sheridan (Der Schatz der Sierra Madre – 1947; Nachts unterwegs –1940; Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern –1938) reisen durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland, improvisieren Dialoge und giften sich unterhaltsam ins Herz des jeweils anderen.

Plakatmotiv (US): I was a male War Bride (1949)Howard Hawks (Tote schlafen fest – 1946; Haben und Nichthaben – 1944; Leoparden küsst man nicht – 1938) gefielen einige der Dialoge nicht, weswegen er Grant und Sheridan zur Kreativität ermunterte; vor allem Cary Grant soll das kräftig genutzt haben (Berüchtigt – 1846; „Arsen und Spitzenhäubchen“ – 1944; Verdacht – 1941; Die Nacht vor der Hochzeit – 1940; „His Girl Friday – Sein Mädchen für besondere Fälle“ – 1940; Leoparden küsst man nicht – 1938). Hawks hat hier eine seiner geliebten Travestie-Grotesken inszeniert, deren spezieller Reiz darin liegt, den eleganten Cary Grant in Frauenkleider zu stecken, aus Fenstern fallen zu lassen, mit dem Motorad in einen Heuhaufen zu jagen, frisch gestrichene Masten erklettern und ihn an seinen langen Beinen scheitern zu lassen.

In einer Szene versucht er, irgendeine bequem Position zum Schlafen auf einem Stuhl zu finden. Eine wunderbare Szene, weil Grant hier seine gelernten Qualitäten als Bühnenkomödiant ausspielen kann. Die Schlaflosigkeit wird der Running Gag des Films. Grants Figur schafft es bis zum Ende des Films, der über mehere Tage (und Nächte) geht, nicht einmal in einem Bett zu schlafen, statt dessen auf Stühlen, in Badewannen oder gar nicht – weil er das falsche Geschlecht hat.

Die Geschichte als solche zieht sich ein wenig hin, bis die beiden beschließen zu heiraten und der bürokratische Wahnsinn beginnt, der einen ganz interessanten Einblick in den Militäralltag liefert.

Wertung: 3 von 6 D-Mark
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